Die Entscheidung für nur ein Rennen fiel mir wirklich schwer. In meinen mehr als 20 Jahren als Rennfahrer sind schließlich einige Erfolge zusammengekommen. Eines meiner verrücktesten Rennen war wohl der DTM-Lauf im Herbst 2000 im Opel Astra V8 auf dem Nürburgring. Ich stand unter großem Erfolgsdruck, weil Bernd Schneider (Mercedes) im Titelkampf schon einen kleinen Vorsprung hatte. Hinzu kam, dass wir mit recht gemischten Gefühlen an den Ring fuhren. Drei Rennen vorher, ebenfalls am Ring, haben wir von Mercedes noch bös eins drüber bekommen. Diesmal lief es für Opel besser. Jockel Winkelhock fuhr sogar auf die Poleposition. Ich hatte dagegen das ganze Wochenende in allen Linkskurven mit fürchterlichem Untersteuern zu kämpfen. Egal was wir auch probierten, das haben wir einfach nicht wegbekommen. Bei Opel hieß es immer nur, ich solle mich beruhigen, das sei streckenbedingt. Ich war mir allerdings sicher, dass irgendetwas am Auto nicht stimmen konnte. Bis zum Rennsonntag konnten wir den Fehler aber nicht finden. Also ging ich so ins Rennen.
Manuel Reuter ist heute immer noch dem Rensport verbunden, unter anderem als Talentscout des Opel OPC-Race-Camps.
Ich musste auf der Strecke ganz schön zaubern. Aber letztlich habe ich beide Rennen (2000 gab es in der DTM noch jeweils zwei Wertungsläufe; d. Red.) gewonnen. Obwohl ich dadurch die Meisterschaft offen gehalten hatte, war ich nicht wirklich zufrieden. Ich wollte wissen, was mit dem Auto los war. Mein Renningenieur Ron Hartwell (heute für Chevrolet in der WTCC; d. Red.) hat mir geglaubt. Also hat meine Crew das Auto nach dem Rennen auseinander genommen. Dabei wurde festgestellt, dass auf der rechten Seite des Astra falsche Querlenker eingebaut worden waren. Dadurch hatte das Auto rechts und links unterschiedliche Radstände. Erst nach dieser Diagnose hatte ich ein gutes Gefühl und konnte diesen Erfolg feiern.

Manuel Reuter