Die Tuner-Schmiede Custom Manufacture aus Franken erfüllt ihren Kunden ausgefallene Auto-Wünsche. Zum Beispiel einen Puch 240 GD aus dem Jahr 1980 in etwas Besonderes verwandeln.
Also besorgten die Tuner einen Mercedes 450 SEL 6.9 im Zustand vier minus, bauten den Motor aus und quetschten den mächtigen Siebenliter-V8 in den G. Das Ergebnis besticht mit seiner Power und Qualität.

Einzelstück in unschuldiger Optik

Der Mercedes G-Bruder wurde bis 2000 in Österreich, der Schweiz, in Liechtenstein, auf dem Balkan, in Großbritannien und Teilen Afrikas als Puch G vertrieben. Die Extremschrauber aus Franken warfen den kaputten Diesel weg, zerlegten die G-Klasse in ihre Einzelteile und restaurierten sie umfassend.
Puch 690 GE
Von außen sieht man dem Puch 690 GE den Umbau nicht an.
Bild: Ronald Sassen
Die Achsen wurden an neuralgischen Stellen verstärkt und leicht gedreht eingebaut, um den Geradeauslauf zu verbessern. Die Übersetzungen sind länger, damit sich der neue Motor nicht totdreht. Entlüftungseisen aus dem Jachtbau wurden in die Haube eingelassen, um die Kühlung des Monster-V8 zu verbessern.
Schließlich bezog Custom Manufacture die zeitgenössischen Sitze mit Leder. Weil der Motor aus der gleichen Ära wie das Auto stammt und das Äußere bis auf die Reifen original blieb, bekam der 690 GE sogar ein H-Kennzeichen.
Puch 690 GE
Um den Mega-V8 unter die Haube zu bekommen, mussten die Macher sich was einfallen lassen.
Bild: Ronald Sassen

Viele Detail-Änderungen für den riesigen V8

Um den 380 Kilo schweren Motor unter die schmale Haube zu bekommen, waren einige Anpassungen notwendig. Zunächst war ein neuer Krümmer mit Auspuffflansch nötig, das originale Teil passte nicht. Der Ölfilter wanderte von links nach rechts, ist jetzt vom Radhaus aus erreichbar. Das Ölreservoir der Trockensumpfschmierung zog vor die Spitzwand, die Batterie samt Steckdose zum Aufladen unter den Fahrersitz.
Weil der 286 PS starke V8 den 690 GE bis auf 170 km/h peitscht, bekam er die Bremsanlage aus einem G 55 AMG. Klar, dass so viel Einzigartigkeit nicht günstig ist. Custom Manufacture steckte 3000 Arbeitsstunden in den 690 GE. Drei Jahre vergingen, bis der Wagen fahrfertig war. Auf dem Preisschild steht deshalb ein mindestens sechsstelliger Betrag. Die gewaltigen Unterhaltskosten für den Wagen mit seinem komplexen Motor kommen für den Halter hinzu.