Saab 9000: Klassiker des Tages
Ein Saab mit Qualität und Marken-Tugenden
Der Saab 9000 begeistert mit typischen Saab-Tugenden, zeigt sich aber weniger schrullig als seine Markenbrüder. Qualität schreibt er groß. Klassiker des Tages.
Massenkompatibel, aber nicht GM-verdorben: Wer sich seinen Saab so wünscht, könnte den 9000 ins Auge fassen. Der Halbbruder von Lancia Thema, Alfa 164 und Fiat Croma überzeugt mit den Tugenden der Marke, ohne mit ihren Schrullen zu nerven. Notiz am Rande: Zu Saab bauen ihre Eigner herzliche Beziehungen auf. Das Video von der Beziehungskiste oben bestätigt das.
Saab 9000: Vierzylinder plus Turbo gleich Reisewagen
Ein Leben mit Saab ohne Turbo ist möglich, aber sinnlos, könnte man frei nach Loriot sagen. Die Vierzylinder werden von Ausgleichswellen beruhigt. Das führt trotz Turbo-Punch zu einem erhaben komfortablen Fahrgefühl, bei dem die Welt in aller Stille an den Passagieren vorbeirauscht, während der Wagen leise summend zum Horizont fliegt.

1993 bringt es der Vierzylinder-Turbo unter der Haube auf 224 PS. Korrekt gewartet, läuft er lange.
Bild: Holger Neu
Das Modell Aero (224 PS) kombiniert ungezügelte Power mit toller Ausstattung inklusive schwerer Ledersitze, die ein Bild von Langzeitqualität vermitteln. Bordcomputer und Mäusekino funktionieren auch nach vielen Jahren meist noch fehlerfrei.
Ähnlich gut: Unter dem Topmodell ordnet sich der 9000 CSE ein, mit dem zweiten Facelift 1995 kam der CDE. Traditionalisten warfen dem Saab 9000 lange seine konzeptionelle Gleichheit mit der italienischen Verwandtschaft vor. Details wie dem daraus resultierend quer eingebauten Motor verdanken die Insassen jedoch Platz im Innenraum, der den des Saab 900 gleich um mehrere Klassen schlägt.

Trotz Luxus und der Abwesenheit von Eigenartigkeiten vermittelt der Innenraum das typische Saab-Gefühl.
Bild: Holger Neu
Es gibt Saab 9000 für Sammler und 9000 für den Alltag
Enthusiasten sollten sich entscheiden, ob sie sammeln oder einfach nur fahren wollen. Bei frühen Saab 9000 stimmte die Rostvorsorge noch nicht. Zum Verbrauchen sind sie längst zu schade, daher eignen sie sich am besten für die sonntägliche Ausfahrt.
Späte Fahrzeuge gelten als ausgereifter und extrem zuverlässig. Sie meistern auch heute noch den Alltag ohne große Probleme. Bei entsprechender Wartung sind die Turbomotoren für locker 300.000 Kilometer gut.
Einige Typen sind zudem bis heute keine wirklich begehrten Sammlerstücke und für überschaubares Geld zu haben. Einziger Wermutstropfen: Geht etwas kaputt, wird es teuer. Die Ersatzteilpreise sind traditionell hoch.
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