Das böse Erwachen kam turnusgemäß: die Rechnung für die 40.000-km-Inspek­tion. Niemand hatte Hans-Peter van Dorp gewarnt. "Über 3500 D-Mark! Ich habe meinen Händler angeru­fen und gefragt, was denn al­les kaputt sei. Nix, sagte er. Aber zum Zahnriemenwechsel müsse eben der Motor raus." Und der ist alle 20.000 km fällig! Willkommen im kleinen Kreis italo­philer Automobilisten, die ihr Herz an die einzige viertürige Limousine mit Ferrari-Motor verloren: den Lancia Thema 8.32, gebaut von 1986 bis 1992. Aller saftigen Werkstatt-Rechnungen zum Trotz: Als der erste Lancia ausge­rechnet im Italien-Urlaub gestohlen wur­de, kaufte van Dorp (57) wieder einen Thema 8.32. Einen exklusiven Gebrauch­ten, die Nummer 15 einer auf 32 Autos li­mitierten Sonderserie, die zum Ende der Bauzeit aufgelegt wurde.

Automobile Unvernunft: die durstigsten Autos aller Zeiten

Lancia Thema 8.32
Acht Rundinstrumente, eingelassen in afrikanisches Rosenholz, dickes Edel-Leder auf allen Plätzen – was ist da schon Geld?
Voll mit Extras, lackiert im Ferrari-Lack "Rosso Corsa", neu über 100.000 D-Mark teuer. "Ich ha­be einen Hang zu italienischen Autos mit V8-Motor. Bitte bloß keinen Mainstream", sagt der Apotheker aus Künzelsau. Die Karosserie sei zu weich, aber das Auto ein Gesamtkunstwerk, urteilt van Dorp. Hochdrehzahl-V8, Leder der Edel­marke Poltrona Frau, elektronisches Fahrwerk. "Und zuverlässig ist er auch, aber die Ersatzteilversor­gung ist beschämend, für den 8.32 gibt es gar nichts." Van Dorp hat vorgesorgt: Als das Fiat-Zentrallager aufgelöst wurde, kaufte er für 5500 D-Mark einen neuen Motor auf Vorrat. Weil der so schön ist, steht er im Wintergarten. "Hat früher mal über 50.000 D-Mark gekostet. Ist aber alles nicht so schlimm: Ich habe seit 24 Jahren einen DeTomaso Deauville. So ein Auto kann wirklich Geld kosten!"