Lamborghini Countach LP 400: Klassiker des Tages
Einer der mutigsten und polarisierenden Autoentwürfe
Mit dem Countach LP 400 stieß Lamborghini 1974 in Bezug auf Design und Leistung in eine neue Liga vor. Unser Klassiker des Tages!
Bild: Roman Raetzke
- Matthias Techau
- Martin Puthz
Der Lamborghini Countach ist einer der mutigsten und polarisierenden Autoentwürfe, die es je auf den Markt geschafft haben. Der 1,07 Meter flache Keil aus der Feder von Marcello Gandini besitzt mehr Ähnlichkeit mit einem Raumschiff als mit einem Auto.

Lamborghini Countach LP 400 (1974): Der Armaturenträger ist mit Samtvelours bezogen.
Bild: Roman Raetzke
Die über ein Stahlnetz aus Rohren gestülpte Karosserie aus Aluminium ist ein bizarres Konglomerat aus Klüften, Kanten und schroffen Abgründen. Hinter den Türen befinden sich Lufteinlässe, die für die NACA – der Vorgängerorganisation der NASA – entwickelt wurden und eigentlich für Flugzeuge vorgesehen waren.
Die vielen Hutzen und Schächte sind für die Abwärme des 375 PS starken V12 überlebenswichtig, konterkarrieren aber das Ziel des minimalen Lustwiderstands. Mit einem CW-Wert von 0,42 hatte der Erstserien-Countach LP 400, wie Testfahrer Bob Wallace später ätzte, die Aerodynamik eines Scheunentors.
Im Countach ist der Motor längs verbaut
Das Typkürzel "LP" steht für "longitudinale posteriore". Das heißt, der Motor ist nicht quer, sondern längs zur Fahrtrichtung positioniert, anders als beim Vorgänger Miura. Den Lambo zu bändigen ist für den Fahrer schweißtreibend, die Kupplung steht stramm wie eine Beinpresse. Dafür rasten die Gänge allerdings willig ein. Der LP 400 ist mit seinen schmalen Vorderreifen leichter zu lenken als seine Nachfolger.

Zwei imposante Vergaserbatterien flankieren den mittig eingebauten Zwölfzylinder.
Bild: Roman Raetzke
Der Name "Countach" geht wahrscheinlich auf einen Ausruf des Erstaunens im Piemonter Dialekt zurück, der dort von Männern beim Anblick einer schönen Frau verwendet wird.
Der frühe LP 400 ist am seltensten und teuersten
Der erste Countach LP 400 aus dem Jahr 1974 ist mit 157 Exemplaren die seltenste und teuerste Variante. 1978 erschien der überarbeitete LP 400 S mit breiterer Karosserie, aber nur noch 355 PS.
Nach einer Hubraumerhöhung auf 4,8 Liter stieg die Leistung 1982 im LP 500 S wieder auf die ursprünglichen 375 PS. 1985 beerbte ihn der LP 5000 S Quattrovalvole (5,2 Liter/455 PS) mit Vierventiltechnik. Letzte Countach-Evolutionsstufe war 1988 das Jubiläumsmodell "25th Anniversary", das bis zum Debüt des Diablo (1990) gebaut wurde.
Service-Links









