Motorkontrollleuchte

Motorkontrollleuchte: Darum leuchtet oder blinkt die MKL

Motorkontrollleuchte leuchtet auf? Das ist zu tun!

Über das Aufleuchten oder Blinken der Motorkontrollleuchte vermeldet die On-Board-Diagnose des Autos einen Fehler. Was Sie in diesem Fall tun müssen, erfahren Sie hier.
Die Motorkontrollleuchte, kurz MKL, leuchtet gelb und hat die Form eines Motors. Es ist normal, dass sie nach dem Aktivieren der Zündung für einen kurzen Moment aufleuchtet. Leuchtet sie aber auch nach dem Motorstart weiter, sollten Sie das auf keinen Fall ignorieren. Es ist ein Zeichen für einen Defekt. Genauer gesagt hat das bordeigene Diagnosesystem im Fehlerspeicher eine Fehlermeldung hinterlegt. Sie kann mittels Diagnosegerät ausgelesen werden. Seit dem Ende der 1990er-Jahre verfügen die meisten Autos ein bordeigenes Diagnosesystem (OBD II) und damit über die einheitliche Motorkontrollleuchte.
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Motorkontrollleuchte leuchtet: Was ist zu tun?

Per Diagnosegerät lässt sich der Fehlerspeicher der On-Board-Diagnose auslesen.

Wenn die MKL aufleuchtet, muss der Wagen meist nicht sofort abgestellt werden. Solange der Motor anspringt und Sie beim Fahren keine Auffälligkeiten bemerken, können Sie noch nach Hause oder zur nächsten Werkstatt fahren. Die Ursachen hinter einer leichtenden Motorkontrollleuchte sind zahlreich und nicht immer steckt ein schwerwiegendes Problem dahinter. Welcher Fehler bei einer leuchtenden Motorkontrollleuchte vorliegt, lässt sich pauschal überhaupt nicht sagen. Jedoch lässt sich an der Art des Aufleuchtens deuten, wie gravierend der erkannte Fehler ist.
• Aufleuchten der Motorkontrollleuchte bei Zündung: Kontrollfunktion, kein Fehler erkannt.
Kein Aufleuchten der Motorkontrollleuchte bei Zündung: Motorkontrollleuchte defekt.
Kurzzeitiges Aufblinken der Motorkontrollleuchte: Temporärer Fehler, der nicht dauerhaft vorliegt – keine Handlung des Fahrers notwendig.
Motorkontrollleuchte leuchtet dauerhaft: Ein dauerhafter Fehler wurde im Fehlerspeicher hinterlegt. Es besteht keine unmittelbare Gefahr für den Motor. Doch die Ursache des Fehlers sollte bald in der Werkstatt erkannt und beseitigt werden. Es empfiehlt sich eine schonende Fahrweise.
Schnelles Aufblinken der Motorkontrollleuchte: Ein schwerwiegender Fehler wurde erkannt. Der Motor sollte schnellstmöglich repariert werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Dieses Aufblinken tritt zum Beispiel bei Zündaussetzern oder Verbrennungsaussetzern auf.

Welche Ursache steckt hinter dem Aufleuchten der MKL?

Warum die MKL aufleuchtet, lässt sich pauschal nicht sagen. Es können zahlreiche Bauteile betroffen sein, wie etwa die Drallklappen im Ansaugtrakt, die sich aufgrund einer gebrochenen Stellmechanik nicht mehr bewegen (Fehlermeldung zum Beispiel "Sollwert nicht erreicht"). Oder Sensoren wie der Luftmassenmesser oder die Lambdasonde(n) messen Werte, die außerhalb der gültigen Parameter liegen. Auch Undichtigkeiten im Ansaug- oder Abgastrakt können über Drucksensoren erkannt werden. Mit der Hilfe des Kurbelwellen- und Nockenwellensensors erkennt die On-Board-Diagnose durch Berechnung der Winkelgeschwindigkeiten der Kurbelwelle sogar Verbrennungsaussetzer der einzelnen Zylinder. So kann die Kraftstoffeinspritzung selektiv ausgesetzt werden, um den Katalysator vor Schäden zu bewahren. Um die Ursache herauszufinden, muss der Fehlerspeicher des Autos mit einem Diagnosegerät ausgelesen werden.

Fehlerspeicher auslesen: Kosten und Dauer

Fehlerspeicher in der Werkstatt auslesen lassen: Werkstätten verfügen über entsprechende Diagnosegeräte und bieten das Auslesen des Fehlerspeichers meist zu Preisen zwischen 25 und 80 Euro an. Da der Vorgang weniger als 30 Minuten dauert, kann das Auslesen meist kurzfristig und zum Teil auch ohne vorige Terminvereinbarung durchgeführt werden. Einige Werkstätten erstatten dem Kunden die Kosten für das Auslesen des Fehlerspeichers nach der Vergabe eines Reparaturauftrages. ADAC-Mitglieder haben an ADAC-Standorten und Partnerwerkstätten die Möglichkeit, das Auslesen des Fehlerspeichers zu ermäßigten Kosten durchführen zu lassen. Diese unterscheiden sich je nach Regionalgebiet. So werden dafür in Hamburg beispielsweise 25 Euro fällig, wer kein Mitglied beim ADAC ist zahlt 35 Euro.

Auslesen klappt längst auch per App. Diagnosestecker, die via Bluetooth mit dem Smartphone kommunizieren, gibt es ab etwa 40 Euro.

Fehlerspeicher selbst auslesen: Wer selbst ein OBD2-Diagnosegerät besitzt, kann den Fehlerspeicher auch selbst auslesen. Die Geräte sind bereits zu Preisen ab etwa 20 Euro erhältlich. Dabei sollte man darauf achten, dass das Diagnosegerät mit dem eigenen Fahrzeug kompatibel ist. Autos aus dem Volkswagenkonzern nutzen zum Beispiel VCDS (VAG-COM Diagnose-System) und damit eine andere Diagnose-Software als Autos von BMW oder Mercedes (mehr zu OBD2-Diagnosegeräten). Einige allgemeine Parameter lassen sich aber mit den meisten Standard-Diagnosegeräten bei allen OBD2-fähigen Autos auslesen. Generell spricht also nichts gegen die Anschaffung so eines Geräts. Allerdings gilt es zu bedenken, dass das Diagnosegerät keine konkreten Reparaturhinweise zur Behebung der Fehlerursache ausspuckt. Mit anderen Worten: Die Interpretation des Fehlerprotokolls ist für Laien oft schwierig. So kann zum Beispiel der Fehler "Leck im Ansaugsystem erkannt", der zu einem dauerhaften Leuchten der Motorkontrollleuchte führt, auch nur indirekt das Ansaugsystem betreffen; zum Beispiel wenn die Fehlermeldung durch ein defektes Abgasrückführungsrohr ausgelöst wurde. Und auch der Werkstattmeister kann dem Kunden nach der ersten Diagnose manchmal nur vage Informationen über einen möglichen Defekt geben, da auch er nicht die genaue Schadensursache aus dem Computer erfährt. Verbrennungsaussetzer können unter anderem durch eine defekte Zündkerze, eine kaputte Zündspule oder ein verdrecktes Einspritzventil verursacht werden. Was die genaue Ursache ist, findet die Werkstatt aber am schnellsten heraus. Und in vielen Fällen sind die Informationen aus dem Diagnosegerät für erfahrene Werkstätten ein wertvoller Hinweis, welche Komponenten bei der Fehlersuche als Erstes zu inspizieren sind.

Fehler mit dem Diagnosegerät löschen

Viele im Fehlerspeicher abgelegten Fehler lassen sich mit einem OBD-2-Diagnosegerät auch löschen. Dieses Experiment wird von Hobby-Schraubern gerne als erste Maßnahme durchgeführt. Die nervige gelbe Lampe ist endlich wieder aus und das Gewissen (kurzfristig) beruhigt. In einigen Fällen taucht der Fehler nach dem Löschen auch tatsächlich nicht mehr auf. Meist ist die Motorkontrollleuchte aber nach einer kurzen Fahrt wieder permanent an, nämlich sobald das Diagnosesystem den Fehler erneut erkannt hat. Spätestens jetzt sind Autofahrer zur dauerhaften Behebung der Fehlerursache aufgerufen.

Autoren: , André Theophil,

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