Lamborghini Countach: Test
Der Countach jagt dir Angst ein

Mit dem Countach stieß Lamborghini 1974 in eine neue Sphäre von Design und Leistung vor. Ist er tatsächlich so faszinierend, wie wir ihn erträumten?
Wäre Ferruccio Lamborghini seinen Idealen treu geblieben, hätten sich Millionen Jungs zum Träumen etwas anderes suchen müssen. Ein perfekter GT schwebte dem Traktorfabrikanten aus Italien anfangs vor. Weil er mit seinem Ferrari ständig Ärger hatte, wollte er "keine technische Bombe" bauen, sondern ein "sehr normales Auto". Sein letztes, bevor er sich zum Rebenzüchten in die Weinberge zurückzog, war jedoch genau das Gegenteil. Der piemontesische Begeisterungsruf "Countach", vergleichbar mit "Boah" oder "Wow", bringt auf den Punkt, wie dich der Supersportler mit den Scherentüren aus den Socken haut, wenn er zum ersten Mal leibhaftig vor dir steht.
Der Lamborghini Countach ist ein Traum der 1980er

Unfassbar flach: Der Countach ist gerade einmal 1,07 Meter hoch – seine Keilform ist legedär.
Bild: Götz von Sternenfels
Motorkühlung und günstige Aerodynamik vertragen sich nicht

Zerklüftet: Der V12 im Heck sammelt seine Kühlluft mittels zahlreicher Hutzen und Schächten.
Bild: Götz von Sternenfels
Für den Preis unseres Testwagens gäbe es ein schickes Haus

Bloß nicht kaputtmachen: Schnell fahren mit diesem Lambo birgt ein hohes finanzielles Risiko.
Bild: Götz von Sternenfels
Schnell zu fahren traust du dich kaum, weil du weißt, dass dieser Wagen ein großes Vermögen kostet und jedes Teil, das kaputtgeht, mindestens ein kleines. Aber du spürst auch so, dass dies hier alles andere ist als ein "sehr normales Auto" – und erst recht kein perfekter GT. Ein bisschen, mit Verlaub, wirkt der Countach wie ein Traktor auf Speed. Das passt zur Firmengeschichte und auch sonst irgendwie: Kleine Jungs träumen von Treckern, größere vom Countach – damals zumindest. Und heute? Sind wir erwachsen genug, um zu erkennen, dass Träumen manchmal schöner ist als Wachwerden.
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