Renault Twingo: Klassiker des Tages
Der erste Renault Twingo war ein praktisches Spaßmobil mit Kulleraugen
Mit dem Twingo brachte Renault Anfang der 90er ein Auto auf den Markt, das Minimal-Mobilität in ein heiteres Gesamtkonzept einbettet. Unser Klassiker des Tages!
- Matthias Techau
- Frederik E. Scherer
Im Jahr 1992 stellt Renault auf dem Automobilsalon Paris ein minimalistisches Mobilitäts-Ei vor – und erntet erst Verwunderung, dann ungeahnte Begeisterung.
Der Twingo macht Spaß – und er ist innen größer, als die äußere Länge von nur 3,42 Meter vermuten lässt. Ein kleiner Futurist ist er sowieso, da sind sich damals alle einig. Wer öfter mal groß einkauft, schätzt die variable Rücksitzbank, die sich in Längsrichtung um 17 Zentimeter verschieben lässt.

Äußerst spartanisches Plastik-Cockpit im ersten Renault Twingo. Airbag? Servolenkung? Drehzahlmesser? Fehlanzeige!
Bild: Michael Nehrmann
Der Renault Twingo ist ein Spaßmacher mit großem Faltdach
Das Plastik-Cockpit präsentiert sich aufgeräumt, der mittig angeordnete Digitaltacho reagiert aber manchmal langsamer, als der Twingo wuselt. Ständiger Kritikpunkt ist der Sitzkomfort: Eine zu kurze Sitzfläche und rudimentäre Polsterung erinnern an den Dauerseller R5. Von diesem stammt auch der 1,2-Liter-Vierzylinder mit 55 PS – aus Kostengründen.

Open Air: Frühe Exemplare mit Faltdach lassen sich heute im guten Zustand kaum noch auftreiben.
Bild: Sven Krieger
Twingo-Fahrer der ersten Stunde grüßen sie sich per Lichthupe oder winken sich aus dem geöffneten Faltdach zu – dem wichtigsten (und neben der Klimaanlage anfangs einzigen) Extra, durch das Twingo-Fahrer den Grundpreis von 16.000 Mark in die Höhe treiben können. ABS, Airbags, Kopfstützen hinten oder die später so geschätzte Zentralverriegelung mit Funkfernsteuerung gibt es in den ersten Jahren noch nicht.
Seit 2022 können die ersten Twingo das H-Kennzeichen bekommen
Erst 2007, nach 2,42 Millionen Exemplaren, läuft im französischen Werk Flins der letzte Twingo der ersten Generation vom Band. Sein Status als Verbrauchtwagen und Basis für krasse Tuning-Sünden macht die Suche nach einem guten Original immer schwieriger. Gerade frühe Exemplare mit Faltdach, die theoretisch das höchste Wegstell-Potenzial besitzen, lassen sich praktisch kaum mehr auftreiben.
Das Hauptproblem beim zukunftsgewandten Twingo ist immer noch ein ziemlich altmodisches: Der Rost nagt an ihm, vor allem an Schwellern und Längsträgern.
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