Renault Twingo: Klassiker des Tages

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Renault Twingo: Klassiker des Tages

Mit dem Twingo bringt Renault Anfang der 90er ein Auto, das Minimal-Mobilität in ein heiteres Gesamtkonzept einbettet. Unser Klassiker des Tages!
1992 stellt Renault auf dem Pariser Automobilsalon ein minimalistisches Mobilitäts-Ei vor – und erntet erst Verwunderung, dann ungeahnte Begeisterung. Ein Auto mit froschigem Wonneproppen-Gesicht, quirlige Pastellfarben und eine Microvan-Form mit variablem Innenraum eignen sich perfekt dazu, den Mief der 80er von den Straßen zu fegen.

Spaßmacher mit großem Faltdach und bunten Farben

Äußerst spartanisches Plastik-Cockpit: Airbag? Servolenkung? Drehzahlmesser? Fehlanzeige.

Der Twingo macht Spaß, ist innen größer als die äußere Länge von nur 3,42 Meter vermuten lässt, ein kleiner Futurist ist er sowieso – da sind sich damals alle einig. Wer öfter mal groß einkauft, schätzt die variable Rücksitzbank, die sich in Längsrichtung um 17 Zentimeter verschieben lässt. Das Plastik-Cockpit präsentiert sich aufgeräumt, der mittig angeordnete Digitaltacho reagiert aber manchmal langsamer als der Twingo wuselt. Ständiger Kritikpunkt ist der Sitzkomfort: Eine zu kurze Sitzfläche und rudimentäre Polsterung erinnern an den Dauerseller R5. Von diesem stammt auch der 1,2-Liter-Vierzylinder mit 55 PS – aus Kostengründen. Twingo-Fahrer der ersten Stunde grüßten sie sich per Lichthupe oder winken sich aus dem geöffneten Faltdach zu – dem wichtigsten (und neben der Klimaanlage anfangs einzigen) Extra, durch das Twingo-Fahrer den Grundpreis von 16.000 Mark in die Höhe treiben konnten. ABS, Airbags, Kopfstützen hinten oder die später so geschätzte Zentralverriegelung mit Funkfernsteuerung gibt es in den ersten Jahren noch nicht.

In drei Jahren winkt ersten Exemplaren das H-Kennzeichen

Open Air: Frühe Exemplare mit Faltdach lassen sich heute im guten Zustand kaum noch auftreiben.

Erst 2007, nach 2,42 Millionen Exemplaren, läuft im französischen Werk Flins der letzte Twingo der ersten Generation vom Band. Sein Status als Verbrauchtwagen und Basis für krasse Tuning-Sünden macht die Suche nach einem guten Original immer schwieriger. Gerade frühe Exemplare mit Faltdach, die theoretisch das höchste Wegstell-Potenzial besitzen, lassen sich praktisch kaum mehr auftreiben. Das Hauptproblem beim zukunftsgewandten Twingo ist immer noch ein ziemlich altmodisches: Der Rost nagt an ihm, vor allem an Schwellern und Längsträgern. Auch wenn der Twingo kein Mängelzwerg ist, er geht selten wirklich kaputt. Falls doch, sind fast alle Teile problemlos verfügbar. Sie suchen einen Renault Twingo? Hier gibt's Angebote!
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