Der Barkas B 1000 verdient die Bezeichnung Alleskönner wie kein Zweiter. Er war der einzige Kleintransporter, der in der DDR gebaut wurde und musste daher jede Aufgabe vom Bus über den Kranken- bis zum Leichenwagen erfüllen. Als besondere Stärken gelten sein Antriebskonzept mit Frontmotor und Frontantrieb und sein sprichwörtlicher Durchhaltewillen. Er eignet sich daher auch für Leute, die eigentlich einen VW T2 Bulli suchen
Hinweis
Barkas B 1000 von Pierreux bei eBay
Bei eBay wird aktuell ein Barkas B 1000 aus dem Jahr 1983 zum Verkauf angeboten. Auf dem Preisschild stehen 3999,99 Euro. Das Besondere: Es handelt sich um ein Auto mit doppelten Typenschildern. Die zweiten Schilder weisen die Bulli-Alternative als Pierreux-Barkas aus. Pierreux war eine belgische Firma, die aus zugelieferten Teilen Wartburg und Barkas zusammenbaute. Darüber ist heute selbst in der Liebhaberszene nur noch relativ wenig bekannt. Der angebotene Wagen ist also vermutlich ein einzigartiges Sammlerstück.
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Was man zum Fahren braucht, ist in diesem Cockpit vorhanden.

Dieser Barkas sieht nach ordentlicher Substanz aus

Auf den Anzeigenfotos zum Perrieux-Barkas ist ein Wagen mit Altersspuren zu sehen. Die Zeit hat für eine klar erkennbare Patina inklusive Rostbefall gesorgt. Dazu passt, dass der Verkäufer in seiner Beschreibung aufführt, der Kult-Bus benötige Schweißarbeiten. Doch die Bilder zeigen auch, dass die Substanz grundsätzlich brauchbar sein könnte und es sich nicht um einen hoffnungslosen Fall handelt. Wenn die Besichtigung vor Ort nichts Gegenteiliges ergibt, sollten ein geschickter Schrauber und ein talentierter Schweißer diesen raren West-Barkas herrichten können.
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An Bord gibt es fünf Sitzplätze. Freunde und Familie können also mit zum Treffen in Podelwitz.
Die Technik an Bord ist nicht komplex. Der Dreizylinder-Zweitakter zwischen Fahrer und Beifahrer stammt vom Wartburg 353 und hat 997 Kubikzentimeter Hubraum und 45 PS. Die Erstzulassung erfolgte im März 1983. Der Bus ist laut Tacho 86.534 Kilometer gelaufen, allerdings ist der Tacho auch nur fünfstellig. Besonderheit für Kenner: Das zulässige Gesamtgewicht liegt den Angaben zufolge bei 2,5 statt 2,24 Tonnen. Laut der Papiere gab es zwei Vorbesitzer. Der Motor läuft, die Schaltung funktioniert. Die Bremsen wurden aufgrund der langen Standzeit ausgebaut.
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Die Zeit hat für eine ordentliche Patina gesorgt. Ob der nächste Besitzer sie wohl erhalten wird?

Der Barkas musste sich vor VW Bus und Co nicht verstecken

Als der B 1000 1961 herauskam, musste er sich vor der Westkonkurrenz nicht verstecken. Mit 46 PS hatte er mehr Leistung als der VW T1, und er kam ohne den Motorkasten im Heck aus. Die Zutaten sind bis heute modern: Niederrahmen-Fahrgestell, mittragende Karosserie, Einzelradaufhängung und eine Frontlenkerkabine. Die Räder hängen einzeln an Drehstabfedern, kein Federbeindom ragt ins Gehäuse. Der Frontantrieb löste das Problem des wechselnden Ladezustands. 
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Das Gewicht des Motors und das Schwerlast-Getriebe auf der Vorderachse verhelfen dem Barkas immer zu genug Traktion, ob beladen oder leer. Bedauerlich, dass sich das Zentralkomitee in Berlin in die Entwicklung des Barkas einmischte. Erst bekam der Nachfolger B 1100 nicht die Freigabe zum Bau, am Ende murksten die Werker dann auf Geheiß von oben mit VW-Motoren herum, mit denen der B 1000-1 gegen den VW T4 untergehen musste.
Barkas B1000
Schön: Die Barkas-Szene hält zusammen und geht mit Fahrzeugumgestaltungen entspannt um.
Die Liebhaber des Knatter-Bullis mit dem freundlichen Gesicht und den gemütlichen Rundungen halten zusammen. Die Clubs sind gut vernetzt und helfen Neulingen. Sie wissen zu vielen Fragen Rat, zu Autos aus Ungarn genauso wie zu Quellen für Ersatzteile. Spezialisten haben viele Teile vorrätig, sogar aus Originalproduktion. Ein Barkas ist inzwischen kein Schnäppchen mehr. Dafür bleibt der Unterhalt bezahlbar. Und die Szene zeigt sich entspannt, was Tuning angeht. Tiefergelegte Pritschen etwa ernten kein Kopfschütteln, sondern Applaus.