Bremsenreiniger wird in der Praxis vor allem für eines eingesetzt: die Reinigung von Bremsscheiben und Bremsbelägen, schließlich löst er Fett und Schmutz effektiv und hinterlässt keine Rückstände. Genau hier spielt das Spray seine größten Stärken aus, denn schon kleinste Rückstände können die Bremsleistung beeinträchtigen.
Die Anwendung ist dabei unkompliziert, wenn man weiß, worauf es ankommt. Entscheidend ist weniger die Menge des Reinigers als ein sauberes, kontrolliertes Vorgehen.

Warum saubere Bremsen so wichtig sind

Bremsen arbeiten über Reibung. Damit diese zuverlässig funktioniert, müssen die Kontaktflächen sauber und frei von Rückständen sein. Schon ein dünner Ölfilm kann dazu führen, dass die Bremswirkung nachlässt oder ungleichmäßig wird. In der Praxis zeigt sich das oft durch typische Symptome: Die Bremse greift schlechter, es entstehen Geräusche oder das Fahrzeug bremst nicht mehr gleichmäßig. Genau hier hilft Bremsenreiniger, weil er Fett und Schmutz schnell löst und rückstandsfrei verdunstet.
Bremsenwechsel
Neue Bremsscheiben sind heute meist mit einem Schutzlack versehen, früher wurden sie eingeölt. Vor der Montage musste die Oberfläche daher mit Bremsenreiniger vom Öl befreit werden. Der heutige Schutzlack wird dagegen nach der Montage einfach weggebremst. Deshalb ist direkt nach der Montage neuer Bremsscheiben Vorsicht geboten, die volle Bremsleistung steht nicht sofort zur Verfügung.
Bild: Tim Dahlgaard

Anwendung: Bremsen richtig reinigen

Gerade bei Bremsscheiben kommt es auf die richtige Anwendung an. Ziel ist es, die Oberfläche sauber zu bekommen, ohne unnötig viel Reiniger einzusetzen. Zunächst sollte die Bremsscheibe frei zugänglich sein, in der Regel nach Demontage des Rads. Beim Sprühen selbst gilt: gleichmäßig arbeiten und etwas Abstand halten. Etwa 20 bis 30 Zentimeter sind ideal. Die Scheibe wird dabei benetzt, nicht "geflutet". Der Reiniger löst die Rückstände sofort und läuft anschließend ab.
Der Ablauf in Kurzform:
  • groben Schmutz vorab entfernen
  • Bremsscheibe gleichmäßig einsprühen
  • kurz einwirken lassen
  • Reiniger ablaufen lassen, ggf. mit sauberem mit Tuch nacharbeiten
In vielen Fällen reicht das bereits aus, um die Scheibe wieder sauber und fettfrei zu bekommen.

Bremsbeläge reinigen: sinnvoll oder nicht?

Bei Bremsbelägen sollte man etwas differenzierter vorgehen. Leichte Verschmutzungen oder Bremsstaub lassen sich zwar mit Bremsenreiniger entfernen, allerdings ist hier Zurückhaltung gefragt. Der Reiniger sollte nur sparsam eingesetzt werden, da das Material der Beläge porös ist und Flüssigkeiten aufnehmen kann. Bei stärkeren Verunreinigungen ist es in der Regel sinnvoller, die Beläge auszutauschen. Öle oder Fette können tiefer in das Belagmaterial eindringen. Im Gegensatz zur glatten Oberfläche der Bremsscheibe lassen sich solche Rückstände oft nicht vollständig mit Bremsenreiniger entfernen.
Bremsenwechsel
Bei stärkeren Verunreinigungen ist es in der Regel sinnvoller, die Beläge auszutauschen. Öle oder Fette können tiefer in das Belagmaterial eindringen. Im Gegensatz zur glatten Oberfläche der Bremsscheibe lassen sich solche Rückstände meist nicht vollständig mit Bremsenreiniger entfernen.
Bild: Tim Dahlgaard

Bremsen quietschen: kann Bremsenreiniger helfen?

Quietschende Bremsen sind ein häufiges Problem und nicht immer gleich ein Fall für neue Teile. Oft sind Verschmutzungen die Ursache, etwa Bremsstaub, feine Ablagerungen oder leichte Verunreinigungen auf Scheibe oder Belag. Genau hier kann Bremsenreiniger helfen. Durch das gezielte Reinigen der Bremsscheibe und – vorsichtig – auch der Beläge lassen sich solche Rückstände entfernen, wodurch das Quietschen im Idealfall verschwindet. Allerdings gilt: Bremsenreiniger ist keine Wunderlösung. Wenn die Ursache tiefer liegt, etwa bei verschlissenen Belägen, verglasten Oberflächen oder schlecht geschmierten Reibflächen der Bremsbeläge, hilft auch gründliches Reinigen mit Bremsenreiniger nicht weiter.
Als erster Schritt ist der Einsatz aber sinnvoll.

Typische Fehler bei der Anwendung

Ein häufiger Fehler ist der zu großzügige Einsatz. Die augenblickliche und effektive Wirkung von Bremsenreiniger verleitet zu großzügigem Einsatz. Mehr Reiniger sorgt aber nicht für ein besseres Ergebnis, sondern führt eher zu unnötigem Verbrauch. Ebenso wichtig ist die Temperatur: Heiße Bremsscheiben sollten vor der Reinigung abkühlen, da der Reiniger sonst zu schnell verdampft. Außerdem sollte man immer im Blick behalten, dass nicht jedes Material für Bremsenreiniger geeignet ist. Ein gezielter Einsatz ist deshalb immer die bessere Wahl als ein großflächiges Einsprühen.
Bremsenwechsel
Am Bremssattelträger sind die Kontaktflächen mit Antiquietschpaste versehen. Bei der Reinigung mit Bremsenreiniger sollte dieser Bereich ausgespart werden, da die Paste sonst entfernt wird.
Bild: Tim Dahlgaard
Denn Bremsenreiniger löst nicht nur Schmutz, sondern auch gewollte Schmierstoffe. Dazu gehört beispielsweise Bremsen-Anti-Quietsch-Paste an den Kontaktstellen der Bremsbeläge. Wird diese entfernt, kann das später zu neuen Geräuschen führen. Deshalb sollte der Reiniger nur dort eingesetzt werden, wo wirklich gereinigt werden muss, nicht flächendeckend.

Sicherheit: Das ist zu beachten

Bremsenreiniger ist ein technisches Lösungsmittel und sollte entsprechend verwendet werden. In der Praxis reichen aber ein paar einfache Grundregeln aus, um sicher zu arbeiten.
  • Haut- und Augenkontakt vermeiden (Handschuhe und Schutzbrille tragen)
  • nur in gut belüfteter Umgebung arbeiten
  • Abstand zu offenen Flammen oder Funken halten
Mit diesen Punkten lässt sich der Reiniger problemlos einsetzen.

Lieber günstigen oder teuren Bremsenreiniger verwenden?

In der Praxis sind die Unterschiede gering. Praxistests der Redaktion zeigen, dass sich günstige und teurere Bremsenreiniger in ihrer Reinigungsleistung kaum unterscheiden. Ein Unterschied kann höchstens im Detail liegen, etwa beim Sprühbild oder der Dosierbarkeit der Dose. Das kann die Anwendung etwas angenehmer machen, spielt im Alltag aber nur eine untergeordnete Rolle.
Bremsen reinigen
Bei Wirkung und Qualität liegen Bremsenreiniger verschiedener Hersteller meist auf einem ähnlichen Niveau, teure Markenprodukte lohnen sich daher eher nicht. Sie alle enthalten schnell verdunstende Lösungsmittel wie Kohlenwasserstoffe, Alkohole und teils auch Aceton.
Bild: Dominik Großpietsch/AUTO BILD

Fazit: saubere Bremsen, klare Wirkung

Bremsenreiniger ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Hilfsmittel, vor allem bei der Reinigung von Bremsscheiben und Bremsbelägen. Wer gezielt vorgeht und ein paar Grundregeln beachtet, sorgt für saubere Kontaktflächen und eine zuverlässige Bremswirkung. Am Ende entscheidet nicht die Menge des Reinigers, sondern die Art der Anwendung.