Restaurierung: VW T1 Samba

Restaurierung: VW T1 Samba (1951)

Der Samba aus dem Nichts

Von diesem VW T1-Samba-Bus von 1951 waren nur klägliche Reste übrig, er lag jahrzehntelang auf einem Acker in der Eifel. Inzwischen dreht der zusammengepuzzelte Bulli wieder erste Runden.
Nur klägliche Reste waren übrig von diesem VW T1 Samba (1951), der vor Jahrzehnten lieblos auf einer Weide entsorgt worden war. In archäologi­scher Kleinarbeit legte Florian Kalff, Großhändler für historische VW-Ersatzteile, das Fahrzeug­-Gerippe frei – und entschloss sich, den Wagen wieder herzustellen. Allerdings waren nur etwa 25 Prozent der Samba­-Substanz überhaupt übrig. Immerhin alle acht Dachfenster und sogar das Gestänge des Faltschiebedachs. Kalff kaufte dem Finder die rostigen Karosseriereste ab, für immerhin 2500 Euro. Was von dem T1 übrig geblieben war, passte auf eine T2-Pritsche.

Gebrauchtwagensuche: VW T1

Restaurierung kostet wohl 100.000 Euro

Vom Vierzylinder-Boxer war erstaunlich viel übrig geblieben, was fehlte, wurde neu aufgebaut.

Eine Recherche anhand der Fahr­gestellnummer ergab: Dieser T1 wurde am 27. August 1951 gebaut, er ist einer von nur 269 in diesem Jahr gebauten, frühen Bullis. Bislang ist in der Szene nur von einem noch älteren Samba die Rede. Allein das Typenschild und die Fahrgestellnummer sind einen fünf­stelligen Betrag wert. Doch anstellen zu verkaufen, entschied sich Kalff, den Bus in Sisyphusarbeit zu restaurieren. Dies wird noch drei bis fünf Jahre dauern und wird rund 100.000 Euro verschlingen, schätzt Kalff, und gibt zu: "Natürlich ist das spitzenbeknack". Zudem müssen fehlende Teile einzeln beschafft werden, ehe einmal die TÜV-­Plakette auf dem hinteren Nummernschild prangt. Einen Tacho von Juli 1951 trieb Kalff bei Ebay auf. Auch für das nicht mehr auffindbare Chromlogo an der Front musste Ersatz her. 32 Reifen in der Größe 5.50-­16 ließ sich Kalff als Kleinserie backen. Nicht unerheblich war der Aufwand, dem luftgekühlten Boxermotor mit sei­nem charakteristischen Sound neues Le­ben einzuhauchen. Dieser war immerhin noch weitgehend kom­plett. Bei Vergaser und Lichtmaschine genügte eine Überholung. Vom Lichtmaschinenregler ließ sich hingegen nur noch das äußere Gehäuse verwenden, im Inneren werkelt jetzt ein funktionstüchtiges Gleichteil aus demselben Baujahr. Das Prinzip: Was gefunden wurde, kommt wieder ins Auto.

Stützrahmen für die Karosserie

Auf dem rekonstruierten Chassis muss der Fahrer noch auf einem Holzbrett Platz nehmen. 

Inzwischen kann Kalff – wenn auch nur provisorisch auf einem Brett – hinter dem Lenkrad Platz nehmen und mit dem Samba zu Demonstrationszwecken auf privatem Gelände einige Runden drehen. Außen hängen noch die Fetzen herunter, aber die Rostlaube klingt schon wieder wie ein T1. Das Fahrgestell ist fertig restauriert bzw. rekonstruiert. Ein provisorischer Stützrahmen dient dazu, die noch erhaltenen Karosserieelemente zu befestigen. Der An­teil der Originalteile liegt hier bei rund 35 Prozent. Die eigentlichen Karosseriearbeiten übernimmt der britische Blechkünstler Mark Spicer. Der Samba hat seine Reise auf die Insel bereits angetreten. Wenn er in einigen Jahren fertig ist, soll er jedoch nicht komplett frisch lackiert wie einst in Siegellackrot, Kastanienbraun und Weiß erstrahlen. Dieses Privileg bleibt den neuen Teilen und Nachbauten vor­behalten. Kalff will sie kunstvoll mit den verrosteten Blechpartien verschweißen, die lediglich mit Rostlöser bearbeitet und mit Klarlack konserviert werden. Der Flicken­-Bulli soll einmal seine ganz eigene Geschichte erzählen. Hier die Bilder zu diesem T1:

Restaurierung: VW T1 Samba

Autor: Jochen Wieloch

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.