Marktanalyse: Oldtimer aus Plastik
Diese Kunststoff-Klassiker sind günstig zu haben

Bei historischen Kunststoffautos ist der Exotenanteil besonders hoch. Erfreulich: Für die Preise gilt oft noch das Gegenteil. Es gibt aber auch Ausnahmen, zum Beispiel für ein deutsches Oldtimer-Modell.
Bild: Hersteller
Die ersten Serienautos mit Kunststoffkarosserie entstanden in Amerika. DKW in Deutschland hatte zwar schon vor dem Zweiten Weltkrieg Aufbauten aus phenolgetränkter Presspappe erprobt. Aber erst der US-Roadster Woodill Wildfire wurde ab 1952 in nennenswerten Stückzahlen verkauft. Er hatte einen Glasspar-Body.
Viele Plastik-Oldies haben nicht überlebt
Obwohl sich in den vergangenen Jahren viele Oldtimerliebhaber abseits des Mainstreams umgesehen hätten, seien jedoch viele der Kunststoff-Klassiker erschwinglich geblieben. Etwa der Reliant Scimitar GTE aus England, bei dem die Kombination aus rassiger Shooting-Brake-Karosserie und schrauberfreundlicher Ford-V6-Technik für unter 10.000 Euro zu haben ist.
Auch der französische Van-Vorreiter Renault Espace (ab 1984) kostet nicht die Welt: ab 6000 Euro in Zustand 3. Wegen geringer "Überlebensrate" ist er allerdings sehr schwer zu finden – ein Problem, das laut Brune viele Kunststoff-Oldies eint. Wer auf Deutschlands erstes GFK-Mobil, den Wirtschaftswunder-Winzling Victoria Spatz (1956-58, 17.300 Euro im Zustand 2, 11.400 Euro im Zustand 3), abfährt, muss sich ebenfalls auf eine längere Suche einstellen.
Der Trabi ist im Preis stark gestiegen
Leichter zu kriegen ist vor allem ein Plastik-Prominenter aus dem Osten: der Trabi. Die Preise für den einst so unbeliebten DDR-Kleinwagen haben allerdings stark angezogen: 601-Zweitakter im Sammlerzustand notieren inzwischen fast bei 7000 Euro. Nicht schlecht für ein Auto, das Mitte der 1980er-Jahre ab Werk 8500 Mark kostete. Aber DDR-Mark!

Der Trabant 1.1 mit Polo-Motor wurde überwiegend als Kombi ausgeliefert, weniger als die Hälfte waren Limousinen.
Bild: Autohaus am Rhein
Scheinbarer Widerspruch: Der Trabi 1.1 mit Polo-Viertakter, ab 1990 durch eine Kooperation mit Volkswagen die letzte Modellvariante vor Einstellung der Produktion der DDR-Legende, ist sichtbar weniger nachgefragt: Obwohl über 38.000 Stück gebaut wurden, sind heute nur noch etwas über 1000 Exemplare erhalten. Und dennoch zahlt man für den 1.1 im Schnitt 3500 Euro weniger als für den millionenfach gebauten Zweitakter, von dem fast 40.000 Stück noch unterwegs sind.
Service-Links










