Traum-Sportler der 70er-Jahre
Die heißesten Autos der 70er

Wie wild waren die Sportler der 70er! Diese sechs Sportikonen gehörten vor 40 Jahren zu den absoluten Traumwagen – und so fühlen sie sich heute an. Mit Marktlage!
Nie zuvor waren Autos mit 100 oder mehr PS so erreichbar wie in den 70er-Jahren, jedenfalls in Europa. Und nie mehr danach waren sportliche Autos bei uns so roh, so laut, so ungezähmt. Die 80er brachten Kat und ABS, spurtreue Fahrwerke und verfeinerten Komfort - alles war vernünftig, die wilden Tage vorbei. Wir waren nochmal unterwegs mit Opel Manta, Lamborghini Countach, Datsun 260Z, VW Scirocco GTI, Pontiac Firebird und Porsche 911 RS.
Porsche RS 2.7 - der Elfer mit Bürzel

911 Carrera RS 2.7: Das Heck mit Kunststoff-Bürzel ist zum Bestandteil der Porsche-Ikonologie geworden.
Bild: Götz von Sternenfels
Opel Black Magic - der Macho unter den Manta

Der Opel Manta Black Magic basiert auf dem GT/E. Bei späteren Modellen waren die Stoßstangen verchromt.
Bild: Theo Klein
Halbstarke Optik - starke 105 PS
In zehneinhalb Sekunden spurtet der magische Manta auf Tempo 100. Auf der Autobahn schafft er 188 km/h. Dass Opel beim letzten Manta-Sondermodell nicht kleckert, sondern klotzt, zeigt auch die Ausstattung. Dem eher mager ausgestatteten GT/E hat der Black Magic Recaro-Sitze, Gasdruckstoßdämpfer, härtere Federn und ein UKW-Radio voraus. Die vom Opel-Händler aufgerufenen 14.145 Mark bedeuten nur 977 Mark Aufpreis gegenüber dem normalen GT/E. Die Nachfrage war zwar rege, aber nicht riesig. Die von Opel geplanten 850 Black Magic wurden nicht verkauft, am Ende waren es ungefähr 600.
Lamborghini Countach - das Raumschiff auf Rädern

Mit dem Countach stieß Lamborghini 1974 in eine neue Sphäre von Design und Leistung vor.
Wie ein Traktor auf Speed
Der Countach jagt dem Fahrer Angst ein, auch wenn er ihn noch gar nicht fährt. Du drehst den Schlüssel, hörst das Rauschen der Benzinpumpen, das Schlürfen der Vergaser. Dann ist es zu spät, der Anlasser klackert, und das Inferno bricht los. Die vier Auspuffrohre feuern eine Klangsalve ins Freie, über Bass-Vibrato wetterleuchtet ein heller, trompetender Leerlauf. Den Lambo zu bändigen, ist schweißtreibend, obwohl sich der LP400 wegen der schmalen Vorderreifen leichter lenken lässt, als seine breit besohlten Nachfolger. Die Kupplung steht aber stramm wie eine Beinpresse im Fitnessstudio, und etwas sehen kann man nur nach vorn. Wenden oder Rückwärtsfahren kam in der vorwärtsdrängenden Gedankenwelt der Lambo-Ingenieure offenbar nicht vor. Ein bisschen wirkt der Countach wie ein Traktor auf Speed. Das passt zur Firmengeschichte.
Datsun 260Z 2+2 - der Eigenbrötler

Datsun 260Z 2+2: Lässiger Look und exotische Herkunft zu einem damals unschlagbaren Preis.
Bild: Christian Herb
Sportlich und günstig
In seinen Grundzügen basiert der Block des ersten Z, des 240ers, auf einem 1,6-Liter Motor, dem die Japaner einfach zwei Zylinder drangehängt haben. Im 260Z leistet er mit Leichtmetallkopf, oben liegender Nocken und siebenfach gelagerter Kurbelwelle 150 PS bei 5400 Touren. Dank kürzerer Übersetzung des Fünfganggetriebes ist der 260Z aber auch aus heutiger Sicht noch flott unterwegs. Sound, Kraft und Handling des Z waren damals famos angesichts des Kampfpreises, zu dem Datsun den Ur-Z in Amerika anbot: 3526 Dollar. Amerikas Autoschreiber rühmten ihn damals als "E-Type zum Preis eines MGB".
VW Scirocco I GTI - der Traum der Lehrlinge
Ab Juni 1976 gab es den Scirocco GTI, und der schlug ein wie eine Bombe, verkaufte sich prächtig. 185 km/h Spitze, in 8,8 Sekunden auf Tempo 100 - der Scirocco gab den Sportler unter den Kompakten, nach dem die Leute gierten, auch weil er mit 16.125 Mark in greifbarer Nähe war. Es macht heute noch jung, ihn zu fahren. Das leichte Auto wirkt mit seinen 110 PS so lebendig wie ein moderner Golf GTI mit doppelt so viel Leistung. Es sprintet locker los, ab 4000 Umdrehungen setzt dieses Vierzylinder-Röhren ein, der typische Scirocco-Golf-Sound jener Jahre. Egal, dass der Scirocco in der Kurve fast ein bisschen unsportlich über die Vorderräder schiebt, man ist wieder zurück in den wilden Jahren, in denen Scirocco, Capri oder Manta noch eine Glaubensfrage war.
Pontiac Firebird Trans Am - der Kinoheld

Pontiac Firebird Trans Am: Das Kino erhob den Pontiac Firebird in den Traumwagenstatus.
Bild: Lena Willgalis
Hubraum ohne Ende
Auf deutschen Straßen wirkt das Fünf-Meter-Coupé wie ein Cowboy auf einer Opernpremiere. Wenn der 6,6-Liter-V8 aus dem Oldsmobile-Regal wummert wie ein Schiffsdiesel, drehen fast alle Passanten sich um und halten bei Sonne die Hand vor Augen, um von dem blitzenden Goldzierrat nicht geblendet zu werden. In den plüschigen, weichen Sitzen sitzt man so tief, dass man vor lauter Motorhaube kaum die Straße vor sich sieht. Tritt man auf schnurgerader Landstraße das Gaspedal durch, schaltet die Turbo-Hydramatic fast ruckfrei zurück, und der Trans Am galoppiert dahin wie ein feuriger Hengst. In der Bilderstrecke sehen Sie alle sechs Traumsporter – und je eine Grafik zur Marktlage.
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