Die 27. Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe Gießen hat einige besonders attraktive Preise. Neben einem Porsche 911 Carrera "G" im Jahreswagen-Zustand gibt es zwei legendäre Mercedes-Roadster. Außerdem hat Moderator Günther Jauch, langjähriger Förderer der organisierenden Lebenshilfe Gießen, erneut ein Auto aus seiner Sammlung gespendet.

Spendenaktion endet am 20. Januar

Reinhard Schade rief die Oldtimerspendenaktion vor 20 Jahren ins Leben. Ihr Erlös kommt Jahr für Jahr Projekten zugute, die geistig und körperlich behinderten Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die 27. Spendenaktion läuft noch bis 20. Januar 2022. Wer teilnehmen will, spendet mindestens fünf Euro aufs Konto der Lebenshilfe bei der Sparkasse Gießen, IBAN: DE38 5135 0025 0200 6260 00, BIC SKGIDE5FXXX – als "Betreff" Name und Adresse angeben! Oder per Spendenformular auf www.oldtimerspendenaktion.de.

Das sind die Gewinne von 2021:

1. Preis: Porsche 911 Carrera "G"

Mit erst 79.028 Kilometern auf dem Tacho ist der klassische Porsche 911 im Zustand eines jungen Gebrauchten. 206 PS aus 3,2 Liter Hubraum bringen den Sechszylinder-Boxer auf 240 km/h. Der Carrera hat dunkelblauen Lack, dazu passt der Innenraum mit gleichfarbiger Lederausstattung. Der 911er hat nahezu Vollausstattung: Elektrisches Schiebedach und elektrische Fensterheber sowie getöntes Glas sind an Bord. Der ehemalige Pilot Ulrich Jöckel hat den Carrera lange besessen und entschloss sich jetzt, ihn der Oldtimerspendenaktion zu überlassen.

2. Preis: Mercedes 190 SL

27. Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe - Mercedes 190 SL
Der 2. Gewinn ist fast doppelt so teuer wie der 1.: ein Roadster vom Typ Mercedes 190 SL von 1962.
Dieser kleine Roadster der 1950er-Jahre hat die gleiche Farbkombination wie der berühmteste Wagen dieser Baureihe: schwarzer Lack, rotes Leder – das fuhr auch Rosemarie Nitribitt, die legendäre Lebedame aus der Frankfurter Halbwelt, die 1957 von einem Unbekannten ermordet wurde. Der 190er, der in Gießen verlost wird, ist jedoch ein Re-Import aus den USA: Er wurde 1962 – also fünf Jahre nach dem Frankfurter Kriminalfall – in den Staaten zugelassen, später von Dr. Sebastian Fetscher aus Lübeck nach Deutschland zurückgeholt. Hier erhielt der Mercedes-Klassiker auch eine aufwändige Restaurierung unmittelbar vor der Übergabe an die Oldtimerspendenaktion. Mit anderen Worten: Dieser 190er ist besser als neu!

3. Preis: Mercedes SL (R 107)

27. Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe - Mercedes 280 SL
Und auch der 3. Preis macht Lust auf den Frühling: noch ein Mercedes-Roadster vom Typ SL R107, Baujahr 1982.
Zwei Generationen weiter: Der Mercedes SL R107 trägt erkennbar die Zeichen seiner Zeit, der 1970er-Jahre. Kantig, mit relativ zurückhaltenden Chrom-Zierelementen, aber dennoch unverkennbar und selbstbewusst stellt er seinen Charakterkopf zur Schau. Der 3. Preis der Oldtimerspendenaktion hat einen sehr gradlinigen Lebenslauf: Seine Erstbesitzerin ließ ihn 1982 zu. Die Dame ging nicht nur sehr sorgfältig um mit ihrem Schätzchen, sie kümmerte sich auch um seine Zukunft: Nach ihrem Tode, so verfügte sie, sollen die Freunde des R107-Clubs sich um den SL R107 kümmern! Die haben ihn nun gespendet: Einen 280 SL mit nur 83.526 km, also im guten gebrauchten Zustand. Der Sechszylinder mit 2,8 Liter Hubraum leistet 185 PS, das langt für die 1,5 Tonnen Leergewicht vollkommen aus. Zum Silbermetallic-Lack passt die Innenausstattung aus blauem Leder vortrefflich, ein Hardtop war auch dabei. 

4. Preis: Ford Eifel Roadster von 1938

Ein wirklicher Oldtimer: Hartmut Ide aus Ostfildern spendete ein über 80 Jahre altes Sport-Cabriolet. Der Ford Eifel Roadster hat einen 1,2 Liter großen Vierzylinder, der 34 PS leistet. Das langt für knapp 100 km/h. Der Motor wurde mehr als zwölf Jahren grundlegend überholt und ist seitdem nur etwa 6000 km gelaufen. Wer den Zuschlag bekommt, erhält nicht nur das Cabriolet in Zweifarb-Lackierung in Schwarz und Bordeauxrot, sondern auch ein umfangreiches Konvolut an Ersatzteilen inklusive einer zweiten Maschine – echte Lebenshilfe für dieses Vorkriegs-Schnauferl!

5. Preis: Ford Taunus 17M von Günther Jauch

27. Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe - Ford Taunus 17M P3
Mit der blauen Badewanne ins Blaue: 4. Preis ist ein Ford Taunus 17M von 1962 – gespendet von Günther Jauch.
Der Moderator Günther Jauch, nebenbei begeisterter Oldtimersammler, hat diesen Ford Taunus 17M gespendet. Jauch ist der Oldtimerspendenaktion seit Jahren gewogen, so steuerte er unter anderem bereits einen Mercedes 180 C Ponton und einen VW Käfer "Ovali" bei. Der Ford 17M, im Volksmund auch "Badewanne" genannt, hat 60 PS und wurde von Grund auf restauriert. Er hat eine Dreigang-Lenkradschaltung, durchgehende Sitzbank vorn und die damals modernen Weißwandreifen. Der Tacho zeigt 22.068 km an – die Skala ist allerdings nur fünfstellig, da könnte eine unsichtbare "1" davorstehen.
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6. Preis: Volvo PV444

Ein solider Alltags-Klassiker: Der 6. Preis, ein Volvo PV444, war zehn Jahre lang regelmäßig unterwegs, auch auf Langfahrten. Der Buckel-Volvo, so sein Spitzname, hat 69.546 km auf dem Buckel. Sein überaus robuster Motor leistet 60 PS aus 1,6 l Hubraum und beschleunigt die unverwechselbare Karosserie auf bis zu 145 km/h. Er wurde unmittelbar vor der Übergabe von Grund auf restauriert.

7. Preis: VW Käfer 1302 S

Ein Käfer muss (fast immer) dabei sein. In diesem Jahr ist es ein 1972 gebauter 1302 S mit 50 PS aus Berlin. Er trägt ein Stück deutsch-deutscher Geschichte: Zunächst war der Wolfsburger im Märkischen Viertel in Westberlin zu Hause, wo ihn nach dem Mauerfall Ralf Backhaus kaufte und mitnahm. Der Ostberliner restaurierte den Kugelporsche kurz darauf. Dabei erlaubte er sich auch einen Hauch zeitgenössisches Tuning: eine Dragster-Schaltung von Gene Berg aus den USA, ein länger übersetztes Getriebe, ein MOMO-Lenkrad (mit ABE!) und sogar eine rare Anhängerkupplung. Der Käfer hat rund 60.000 km auf dem Tacho.

27. Oldtimerspendenaktion der Lebenshilfe
Alle Gewinne: Auch ein Ford Eifel Roadster (neben Ford Taunus) sowie ein VW Käfer, Mercedes 190, Volvo PV444, Fiat 850 und Opel Tigra sind dabei.

8. Preis: Mercedes-Benz 190 (W 201)

Der Mercedes 190 ist eines der solidesten Autos, das Daimler je baute – und fährt sich heute fast wie ein zeitgenössisches Modell. Dennoch zählt er inzwischen zu den begehrten Youngtimern. Dieser 190er ist ein sparsamer Diesel: Mit 72 PS gehört er nicht zu den Rennwagen, begnügt sich aber mit unter 7 Liter auf 100 km. Er hat erst 59.000 km zurückgelegt, ist also gerade eingefahren! Außerdem hat dieser Baby-Benz hat bereits das H-Kennzeichen, kostet also kaum Steuern und hat Zugang zu allen Umweltzonen.

9. Preis: Fiat 850

So niedlich wie der Fiat 500, aber erheblich alltagstauglicher: Der Fiat 850 hat mit einer Außenlänge von 3,57 Meter volle 60 cm mehr zu bieten als sein wesentlich berühmterer Zeitgenosse. Mit 34 PS erreicht der Motor (wie beim 500 im Heck) immerhin 121 km/h. Erwähnung verdient auch sein Seltenheitswert: Mit diesem Auto ist man immer im Blickfeld!

10. Preis: Opel Tigra

1994 brachte Opel den Mini-Sportwagen für junge Leute, Tigra genannt. 90 PS hat das Sportcoupé, es schafft damit immerhin 190 km/h. Dieser hier ist 25 Jahre alt und hat erst 38.000 km auf dem Tacho.

Von

Roland Wildberg