Er ist der zweitjüngste Käfer auf der Welt. Weil er als vorletztes von 21.529.464 Exemplaren hergestellt wurde – damals, am 30. Juli 2003 in Puebla, Mexiko. Der VW Käfer UE (steht für Última Edición, spanisch für "letzte Ausgabe") mit dem amtlichen Kennzeichen HH-BZ 974 fährt seitdem im Fuhrpark von AUTO BILD KLASSIK.

Das können Oldtimer-Fans gebrauchen

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Zugelassen wurden die letzten gebauten Käfer nur noch mittels Sondergenehmigung, an deren Erteilung einst auch AUTO BILD mitgewirkt hat. Denn normalerweise benötigt in der EU jedes Auto mit Benzinmotor ab Baujahr 2000 eine On-Board-Diagnose (OBD) zur Überwachung der abgasrelevanten Funktionen. Diese fehlt dem Mexiko-Käfer.
VW Käfer Ultima Edicion
Unser Käfer mit dem Kennzeichen HH-BZ 974 ist der zweitjüngste jemals gebaute Kult-Krabbler.


Ein VW Käfer mit digitalem Motormanagement

Dabei haben Käfer schon ab 1993 einen geregelten Kat, verbunden mit etlichen Änderungen an seinem Boxermotor. Der sieht auf den ersten Blick immer noch aus wie im Prototyp von 1935. Doch statt eines Vergasers sitzt ein Drosselklappenstutzen an dessen Platz. Und eine Menge Kabel sind Indizien für ein digitales Motormanagement.
VW Käfer 1600
So ein Käfer Última Edición fährt erfreulich komfortabel. Auf der Landstraße mag er es am liebsten gemütlich.
46 PS sind das karge Ergebnis, auch weil der Motor auf mexikanisches Klingelwasser mit 87 Oktan abgestimmt ist, das man hierzulande nicht mal in einen Rasenmäher kippen würde. Aber es sind 46 PS, die den vorletzten seiner Art zügig aus den Startlöchern kommen und locker drehen lassen.

Auf der Landstraße geht es am besten gemütlich voran

Tempo 90 über Land liegt ihm, und dann liegt er auch satt, denn die Lenkung hat ein wenig Spiel. Außerdem begnügt er sich bei diesem Tempo mit sieben Litern und zeigt, dass zumindest der Verbrauch beim Käfer früher nicht besser war.
Die Fahreigenschaften der Mexiko-Variante unterscheiden sich kaum vom deutschen Modell. Der Federungskomfort unseres Mexikaners verdient heute noch Lob, vor allem das sanfte Abrollen der vorn mit nur 1,4 Bar aufgepumpten 165er-Ballonreifen überzeugt. Die sehr solide gebaute Karosserie ebenfalls. Nur ein einziges Fahrzeug auf der Welt beherrscht außer dem Käfer dessen extrem sattes Türschließ-Geräusch: das Mercedes G-Modell.

Diese Problemstellen hat ein Mexiko-Käfer

Bis 1985 importierte VW den Käfer offiziell nach Deutschland. Danach deckten gewerbliche Importeure den geringen Bedarf an neuen Käfern. Rost ist das größte Problem bei den in Mexiko gebauten Modellen, die nahezu ohne Konservierung ausgeliefert wurden.
Besonders anfällig für Gammel sind die ab 1992 importierten Modelle mit dem 1600i-Motor. Viele Exemplare wurden nachträglich von Importeuren oder Besitzern hohlraumgeschützt. Oder sie sind bereits geschweißt.
35 Jahre AUTO BILD - Käfer 2003
AUTO BILD hat es sich 2003 natürlich nicht nehmen lassen, den Käfer selbst in Mexiko abzuholen.

Hier knabbert der Rost besonders gerne am VW

Als Klassiker unter den Rostherden gilt beim Käfer der Rahmenkopf, der die Vorderachse aufnimmt und nur schwer zu schweißen ist. Oft ist bereits der gesamte Vorderwagen betroffen, dazu gehören auch die Reserveradmulde und die Kotflügel im Bereich der Scheinwerfertöpfe.
Der Plattformrahmen mit Zentralrohr ist mit der Karosserie verschraubt. Häufig bildet sich Rost entlang der Schraubkanten und an den dort montierten Trittbrettern.
Hydrostößel-Austausch VW Käfer 1600i
Die Hydrostößel gelten als eine mögliche Schwachstelle des mexikanischen Käfer-Motors.
Die Plattform selbst gammelt im Bereich der unter dem Rücksitz platzierten Batterie sowie an den Wagenheberaufnahmen. Oft sind auch die Heizungskanäle betroffen, ebenso die Verstärkungsbleche in den hinteren Radkästen.
Schwachstellen des Mexiko-Motors sind klappernde Hydrostößel und brechende Ventilfedern. Auch die Sensoren sind störanfällig.

Die technischen Daten unseres Mexiko-Käfers

VW Käfer Última Edición; Motor: Vierzylinder-Boxer/hinten längs • Ventile/Nockenwellen: 2 pro Zylinder/1 • Hub­raum: 1584 ccm • Leistung: 34 kW (46 PS) bei 4100/min • max. Drehmoment: 97 Nm bei 2200/min • Spitze: 130 km/h • 0–100 km/h: 22,5 s • Getriebe/Antrieb: Viergang manuell/Heckantrieb • Tank/Kraft­stoff: 40 l/Super • L/B/H: 4060/1550/1500 mm • Koffer­raumvolumen: 130 l • Leergewicht/Zuladung: 820/380 kg • Neupreis (2003): 13.000 Euro

Fazit

Auch das Mexiko-Modell ist durch und durch ein waschechter Käfer. Nur beim Hohlraumschutz sollte unbedingt nachgebessert werden.