Mercedes 500 E (W 124): Klassiker des Tages
Ein absoluter Mercedes-Hit der 90er!
Gebaut von Porsche und Mercedes, befeuert vom Fünfliter-V8 aus dem Mercedes R 129: Der 500 E ist ungewöhnlich und ein Klassiker!
- Matthias Techau
Zur Mitte der Laufzeit verleiht die V8-Variante 500 E dem gediegenen Image der Baureihe W 124 (1984 bis 1997) einen sportlichen Touch.
Der Power-Mercedes (1990 bis 1995), der technisch in vielen Teilen ein Porsche ist, kommt als reine Sportlimousine auf den Markt.

Gute Stube: Zur Modellpflege 1993 wurden Aschenbecher und Schalter modifiziert.
Bild: Silverstone Auctions
Von Porsche und Mercedes im Wechsel produziert
Im Herbst 1990 kommt der 500 E auf den Markt. Sein Fünfliter-V8 mit 326 PS (nach der Modellpflege: 320 PS) stammt aus dem Mercedes SL (R 129). Gebaut wird er an zwei Standorten: in Sindelfingen und bei Porsche in Zuffenhausen.
Porsche, damals unter Auslastungsproblemen leidend, erhielt die Rohkarosserien, dengelte Vorderwagen und Spritzwand so um, dass der V8 gerade so hineinpasste und verbreiterte die Kotflügel um 56 Millimeter. Die von Hand modifizierte Karosserie reiste zum Lackieren wieder nach Sindelfingen.
Motorbestückung und Endmontage mit eigenem Fahrwerk (unter Verwendung von R 129-Teilen) plus eigenem Auspuff und Bremsanlage fanden wieder im Porsche-Werk I in Zuffenhausen statt. Die Herstellung eines 500 E dauerte beachtliche 18 Tage.

Der Fünfliter-V8 mit 326 PS (nach der Modellpflege: 320 PS) stammt aus dem Mercedes SL (R 129).
Bild: Classic Car Auctions
Mit der zweiten Modellpflege kam der Rost
Der 500 E liegt straff und bestens kontrollierbar auf der Straße, seine Lenkung ist direkt und präzise. Bei 250 km/h regelt er elektronisch ab.
500 E und auch sein Reiselimousinenbruder 400 E wurden nie als T-Modell angeboten – weil die auf V8-Motoren bestehenden Amis zu dieser Zeit schon SUVs statt Pkw-Kombi kauften. Mit der Modellpflege 1993 wurde der Chromgrill zum sogenannten "Plakettengrill" verändert, und der Stern rückte vom Grill auf die Haube.
Leider kam auch der Wasserlack, der die vorher achtbare Rostkonsistenz der Karosserie schwächte: Türoberkanten, Heckdeckel, Schwellerspitzen, Radläufe und Antennenfuß waren seitdem anfälliger für Rost.
Ersatzteile sind über den regulären MB-Kundendienst schnell lieferbar, denn auch erstklassiges Material hält nicht ewig, wie Traggelenke, Spurstangen und Lenkgetriebe. Der 500 E kostete 1994 145.590 Mark.
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