Johannes Klug aus Wolfsburg hat seinen normalen 1300er-Käfer zu einem spektakulären VW Baja Bug umgebaut! Baja Bugs sind für Wüstenrennen modifizierte Gelände-Käfer mit erhöhter Bodenfreiheit.
Ende der 60er-Jahre rollten die ersten Baja Bugs durch Kalifornien. Bis heute werden sie beim berühmt-berüchtigten Baja-1000-Rennen im Norden von Mexiko eingesetzt, weil sie als zuverlässig gelten und sogar mitten im Nirgendwo repariert werden können.
VW Käfer Baja Bug
Der Motor des Baja Bug ist nicht verkleidet. Das soll die Kühlung verbessern.
Bild: Sven Krieger

Dieser Baja Bug ist ein 67er VW Käfer mit Hazard-Streaker-Kit

Der aus Pirmasens stammende Käfer-Schrauber Klug nahm als Basis für seinen Baja Bug einen 67er VW Käfer. Den Zustand des Spenders beschreibt er als bedauernswert: Der VW hatte einen Frontschaden, die Nase war eingedrückt.
Ursprünglich arbeitete im Heck ein 1300er-Boxermotor mit 40 PS. Klug tauschte ihn gegen einen Motor mit 1500 Kubik und 44 PS. Der etwas größere Hubraum hilft, die großen Räder zu bewegen. Auf noch mehr Leistung wurde verzichtet, denn dann hätte der Bug eine andere Bremse gebraucht. Das wäre nicht nur teurer gewesen, sondern auch nicht original.
Vorder- und Hinterachse stammen von einem VW Kübel 181. Sie werden genauso verschraubt wie die Käfer-Achsen, bieten aber 15 Zentimeter mehr Bodenfreiheit. Die Drehstabfederung ist ebenfalls original.
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Für den Umbau nutzte Klug einen seltenen Hazard-Streaker-Kit, den er mit Glück fand. Das Beste ist: Klug kann seinen Bug tagtäglich bei Wind und Wetter nutzen, fährt mit dem Unikat zum Einkaufen und ins Fitnessstudio. Sogar offroad ist der Käfer schon unterwegs gewesen.
VW Käfer Baja Bug
Am Steuer des Baja Bug: Johannes Klug.
Bild: Sven Krieger

Der Umbau zum Baja Bug ist nicht besonders komplex

Ein geschickter Schrauber benötigt für den Umbau zum Baja Bug mindestens sechs Monate. Dabei werden die vorderen und hinteren Kotflügel, die Kofferraum- und die Motorhaube sowie die Seitenteile entfernt und durch GFK ersetzt. Auch die Reserveradmulde wird entfernt. So ist der Bug grob geschätzt einen halben Meter kürzer als ein Käfer.
Der Motor wird nicht verkleidet. Das soll in der extremen Hitze der mexikanischen Wüste bessere Kühlung ermöglichen. Ein Stahlrohrbügel oder -käfig in der Karosserie schützt die Passagiere, zwei optionale vorne und hinten sichern Schnauze und Motor. Die Flanken werden zusätzlich mit Stahlrohren verstärkt.
Dank der Drehstabfederung des Käfers lässt sich die Bodenfreiheit problemlos erhöhen. Längere Stoßdämpfer und Geländereifen mit ordentlich Durchmesser tun ihr Übriges. Reicht das nicht aus, ersetzt man die Drehstabfederung einfach durch Federbeine.
Hazard Streaker Kit
So ein Hazard-Streaker-Kit ist praktisch nicht mehr zu bekommen.
Bild: Johannes Klug

In den USA werden inzwischen immer weniger Käfer zu Baja Bugs umgebaut, weil die Zahl der möglichen Basisfahrzeuge abnimmt. Außerdem sind Rohrrahmen-Renner mit hochgezüchteten Motoren und Käfer-Häuschen aus Kunststoff einfach wettbewerbsfähiger.
Fertige Autos gibt es bei Baja Bug Brasil in Rio de Janeiro. Deutsche Fans sind aber mit der Restaurierung eines Baja Bug mit europäischen Papieren am besten beraten. Der TÜV lässt nur wenig Spielraum. Für den Umbau muss unbedingt ein deutscher Hazard-Streaker-Kit verwendet werden – und den gibt es eigentlich nicht mehr.
Soll ein fertiger Bug zugelassen werden, muss der Umbau in den Papieren verzeichnet sein. Bei Autos mit europäischen Papieren ist das normalerweise der Fall, bei amerikanischen nicht.