Reparatur und Ersatzteile

VW Golf 4: Ersatzteile und Reparatur

So bleibt der Golf 4 ein Dauerläufer!

Der Golf 4 ist ein beliebter Gebrauchtwagen, der als solide und zuverlässig gilt. Aufgrund des Alters und oft hoher Kilometerleistungen hat er zwar einige Schwachstellen. Die lassen sich dank guter Ersatzteillage aber günstig beheben.
Obwohl die ältesten Exemplare des VW Golf 4 inzwischen schon über zwanzig Jahre alt sind, ist die vierte Generation des Wolfsburger Bestsellers immer noch häufig im Straßenverkehr vertreten. 1997 wurde der Golf 4 als dreitüriger oder fünftüriger Kompaktwagen der Öffentlichkeit vorgestellt, 1999 folgte die Golf Variant genannte Kombiversion. Während sich die Bandbreite der Benzinmotoren vom 1,4-Liter-Vierzylinder mit 75 PS bis zum 3,2 Liter großen Sechszylinder mit 241 PS streckte, waren die Diesel alle mit 1,9 Litern Hubraum ausgestattet. Je nach Ausführung brachten die Dieselvarianten zwischen 68 und 150 PS auf die Straße. Der Golf 4 stellte auch die Basis für die Konzernbrüder Skoda Octavia I, Seat Leon I, VW New Beetle, VW Bora und Audi A3 8L. Während die Produktion des Golf 4 in Europa 2003 (Variant: 2006) endete, wurde der Kompaktwagen außerhalb von Europa noch bis 2010 gebaut. Fast fünf Millionen Exemplare liefen in der Zeit vom Band. Dementsprechend groß ist heute auch die Auswahl auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Doch auch wenn der Golf 4 wohl einer der solidesten Gebrauchtwagen im Preissegment unter 5000 Euro ist, hat er natürlich trotzdem einige Schwachstellen. Dank guter Ersatzteilversorgung lassen sich diese aber meist sogar recht günstig beheben. Die für Ihren Golf passenden Ersatzteile sollten immer über die Schlüsselnummer oder über die Fahrgestellnummer herausgesucht werden.

Karosserie: Wenn die Kotflügel rosten und die Stoßstange splittert

Diese Schaumstoffkeile sitzen hinter der Radhausverkleidung. Sie speichern Feuchtigkeit und fördern somit den Rost am Kotflügel.

Der Golf 4 wurde ab Werk vollverzinkt, trotzdem befällt die braune Pest nach zwanzig Jahren doch einige Karosseriebauteile. Ganz besonders sind dabei die vorderen Kotflügel betroffen, die häufig an zwei Stellen durchrosten. Da wäre zum einen der Übergang zum Schweller: Dort sammelt sich hinter den Innenkotflügeln häufig Dreck, der die Feuchtigkeit speichert und somit für Korrosion sorgt. Regelmäßige Reinigung und Versiegelung mit Wachs hilft, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Auch die Radläufe sind rostanfällig: Hier sitzt zur besseren Dämmung ein Schaumstoffkeil, der sich ebenfalls mit Feuchtigkeit vollsaugen und somit auch die Korrosion beschleunigen kann. Ist der Kotflügel erst einmal durchgerostet, dann sollte er schnell ausgetauscht werden. Wer es selber machen will, sollte ungefähr drei Stunden Arbeit einplanen, denn für den Austausch müssen die Frontstoßstange und der Innenkotflügel entfernt werden. Auch die Spaltmaße müssen passend ausgerichtet werden, um eventuelle Lackschäden zu vermeiden. Gebrauchte Kotflügel und passend lackierte Neuteile gibt es recht günstig im Zubehör zu kaufen. Ähnliches gilt für die Heckklappe, ebenfalls eine Schwachstelle beim Golf 4.

Doch häufig sind es nur Missgeschicke, die einen Austausch von Karosserieteilen nötig machen. So werden besonders häufig die Stoßstangen durch Parkrempler in Mitleidenschaft gezogen. Der Austausch der Stoßstangen ist dabei relativ einfach. Um die vordere Stoßstange auszubauen, müssen der Kühlergrill und zwei Lüftungsgitter ausgebaut werden. Nur so gelangt man an alle Schrauben. Ist das Fahrzeug mit einer Scheinwerferreinigungsanlage ausgestattet, muss diese vorher auch abgeklemmt werden. Für den Ausbau der Heckstoßstange müssen die Rückleuchten weichen, um hinten an alle Schrauben zu gelangen. Bei der Limousine sollte zudem noch die Steckverbindung zu den Kennzeichenleuchten getrennt werden. Es empfiehlt sich die Stoßstangen mit einem Helfer zu tauschen – so können die großen, unhandlichen Teile besser ausgerichtet werden. Stoßstangen müssen dabei nicht original von VW gekauft werden. Im Zubehör gibt es neben guter Gebrauchtware auch Neuteile, die von einigen Anbietern in der passenden Lackfarbe günstig angeboten werden. Natürlich gibt es aber auch viele Tuning-Stoßfänger mit großen Spoilern, falls Sie Ihrem Golf einen sportlicheren Look verpassen wollen.

Antriebsstrang: Schäden am Motor und am Getriebe

Der 1.4-Liter Benziner ist der meistverkaufte Motor im Golf 4 und leider auch der anfälligste.

Auch am Antriebsstrang, also Motor und Getriebe, hat der Golf einige kleinere und einige größere Schwachstellen, die es zu beachten gilt, wenn man lange Freude an seinem VW haben möchte. Eine Schwachstelle des Golf 4 ist der 1,4-Liter-Ottomotor. Der kleinste Benziner in der Motorenpaletten des Wolfsburger Kompaktwagens neigt sehr häufig zu sogenannten Kolbenkippern, also zu erhöhtem Verschleiß zwischen Kolben und Zylinderwand. Die Folgen sind neben hohem Ölverbrauch auch häufig Motorschäden. Da ein originaler Austauschmotor von Volkswagen natürlich recht teuer ist, lässt sich mit einem gebrauchten Motor oder einem generalüberholten Aggregat viel Geld sparen. Doch Vorsicht: Motoren sollten Sie nur aus seriöser Quelle kaufen, um nicht gleich den nächsten Motorschaden zu riskieren. Bei frühen Benzinern mit 1,4 und 1,6 Litern Hubraum kam es auch relativ häufig zu Getriebeschäden. VW besserte dies im Laufe der Produktion nach, doch auch Getriebebauer bieten nachgebesserte Versionen an. 

Die 1,9-Liter-Diesel, die im Golf 4 verbaut wurden, werden häufig als unzerstörbar betitelt. Bei richtiger Pflege und Handhabung können die Dieselmotoren tatsächlich zum Dauerläufer werden. Kilometerstände von über einer halben Million Kilometer sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Doch neben der richtigen Pflege (siehe Abschnitt "Wartung") ist besonders die Fahrweise für die Lebensdauer des Diesels ausschlaggebend. Wird ein Dieselmotor nicht sorgsam gefahren, drohen teure Schäden am Turbolader und an den Injektoren. Austauschteile können zwar relativ günstig sein, doch sollten auch nur aus seriöser Quelle erworben werden. Eine andere Schwachstelle bei den Pumpe-Düse-TDI sind die Kabelbäumen der Einspritzelemente. Die sind dem Motoröl ausgesetzt und gehen dadurch mit der Zeit kaputt. Der Austausch des Turboladers, der Injektoren und auch des Kabelbaums sollte Fachwerkstätten überlassen werden. Hier lässt sich nur beim Ersatzteileinkauf sparen.

Es geht nicht mehr voran: Kupplung rutscht durch

Ein typisches Verschleißteil bei Autos mit manuellen Getrieben ist die Kupplung. Die Haltbarkeit der Kupplung hängt dabei ganz vom Einsatzgebiet des Autos ab. Während Langstreckenautos leicht über 200.000 Kilometer mit einer Kupplung schaffen können, kann bei Stadtautos der Kupplungstausch schon eher fällig werden. Der Austausch sollte dabei von der Fachwerkstatt ausgeführt werden, denn der dafür nötige Ausbau des Getriebes ist ohne Hebebühne und Spezialwerkzeug nicht nur kaum zu schaffen, sondern auch ziemlich gefährlich. Im Zuge des Kupplungstausches sollten auch gleich das Zweimassenschwungrad und das Ausrücklager ersetzt werden. Ein Kupplungstausch kann recht teuer werden, aber natürlich können Sie auch hier etwas Geld sparen. Statt Originalteile von VW zu nutzen, können Sie nach Absprache mit Ihrer Werkstatt Kupplungssätze im Zubehör kaufen. Ersatzteile von namenhaften Herstellern wie LuK oder Sachs können ohne Bedenken verwendet werden. Gleiches gilt für die Antriebswellen. Diese sind eigentlich ziemlich robust ausgelegt, können aber durch unentdeckte, poröse Achsmanschetten schneller verschleißen. 


Motorkontrollleuchte blinkt: Zündspule oder Lambdasonde?

Leuchtet die Motorkontrollleuchte Ihres Golf 4, kann das mehrere Gründe haben. Um etwas mehr Klarheit zu verschaffen, sollten Sie den Fehlerspeicher des Autos auslesen lassen. Kommt es zu Zündaussetzern, liegt die Fehlerquelle oft bei abgebrannten Zündkerzen (siehe Abschnitt "Wartung"), defekten Zündspulen oder defekten Zündkabeln. Arbeiten an der Zündanlage sollten nur mit abgeklemmter Batterie und äußerster Vorsicht durchgeführt werden. Wird die Lambdasonde als Fehlerquelle angezeigt, muss sie nicht aber nicht zwingend kaputt sein. Die Lambdasonde überwacht durch eine Sauerstoffmessung in den Abgasen die Zusammensetzung des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Durch Falschluft oder durch einen defekten Luftmassenmesser kann das Kraftstoff-Luft-Gemisch unter Umständen ebenfalls nicht richtig zusammengesetzt werden. Aber auch ein defekter Temperatursensor kann für eine falsche Gemischbildung sorgen. Die Ursache der leuchtenden Motorkontrollleuchte sollte dabei möglichst schnell behoben werden. Wird mit Zündaussetzern oder falschem Gemisch gefahren, kann es zu teuren Folgeschäden am Motor und am Katalysator kommen.


Die restlichen Probleme am Antriebsstrang des Golf 4 sind typische Mängel, die jedes Auto mit einem gewissen Alter oder einem höheren Kilometerstand aufweist. So kann es zu Öl-Undichtigkeiten an der Ventildeckeldichtung oder bei den Dieseln auch einmal am Turbolader kommen. Durch Leckagen am Thermostat, an Kühlerflanschen oder an der Wasserpumpe kann Kühlwasser austreten. Auch der Kühler oder der Wärmetauscher können schon einmal undicht werden. Doch die Undichtigkeiten sind in den meisten Fällen recht günstig in den Griff zu bekommen. Ist der Wärmetauscher defekt, muss allerdings das komplette Armaturenbrett ausgebaut werden. Auch das ist eine Arbeit für die Werkstatt Ihres Vertrauens.

Fahrwerk: ausgeschlagene Querlenker

Das Fahrwerk des Golf 4 ist in der Regel recht standhaft und leidet nur unter üblichem Verschleiß. Je nach Fahrweise können die Querlenkerbuchsen bis zu 300.000 Kilometer halten, doch in den meisten Fällen sind sie bei ungefähr 120.000 Kilometern ausgeschlagen. Der Austausch der Querlenker sollte dabei einer Werkstatt überlassen werden. Nach dem Tausch der Querlenker muss nämlich eine Achsvermessung durchgeführt werden. Das liegt auch an den schraubbaren Traggelenken, die zwar einzeln ausgetauscht werden können, aber deren Position gleichzeitig auch für die Achsgeometrie wichtig ist. Natürlich muss nicht immer der komplette Querlenker getauscht werden, die Buchsen lassen sich auch einzeln tauschen. Dabei ist allerdings eine Hydraulikpresse nötig, mit der auch nur qualifiziertes Fachpersonal arbeiten sollte. Für ein direkteres Fahrgefühl gibt es Kunststoffbuchsen. Hier ist allerdings auf eine gültige ABE zu achten.

Müde Stoßdämpfer sorgen für ein schwammiges Fahrverhalten

Die vorderen Stoßdämpfer sind in einem MacPherson-Federbein verbaut. Der Tausch sollte von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden.

Ein weiteres Verschleißteil sind die Stoßdämpfer. Der Austausch wird häufig nach gut 150.000 Kilometern fällig und ist immer achsweise auszuführen. Der Stoßdämpferwechsel ist dabei keine Arbeit für einen Laien, sondern immer nur von Profis auszuführen. Vorne besitzt der Golf 4 MacPherson-Federbeine. Um die Stoßdämpfer hier zu wechseln, muss das komplette Federbein ausgebaut und zerlegt werden. Dazu muss auch die Fahrwerksfeder entfernt werden. Dies sollte nur unter äußerster Vorsicht und mit dem richtigen Spezialwerkzeug erfolgen, andernfalls kann es zu schweren Verletzungen oder sogar zu tödlichen Unfällen kommen. Gleiches gilt auch für die Stoßdämpfer an der Hinterachse. Diese sind zwar nicht in einem Federbein verbaut, doch bei unsachgemäßem Ausbau kann auch hier die Fahrwerksfeder große Verletzungen verursachen.

Natürlich gibt es am Fahrwerk noch mehr Verschleißteile. So können die Spurstangen mit der Zeit ausschlagen oder nach einem unsanften Kontakt mit dem Bordstein oder einem Schlagloch verbiegen. Auch die Lagerung der Hinterachse wird mit der Zeit porös. Die Radlager verschleißen ebenfalls mit zunehmender Kilometerleistung. Bei einigen Fahrzeugen kann es zusätzlich noch zu starken Korrosionsschäden am Hinterachskörper kommen, die einen Austausch dann unabdingbar machen. Doch Vorsicht: Billige Nachbauteile sind häufig fehlerhaft und halten im hochbelasteten Fahrwerk auch nicht lange. Natürlich müssen nicht unbedingt Originalteile von VW eingebaut werden. Erstausrüsterqualität von namhaften Herstellern wie Bilstein, Meyle oder Lemförder können ebenfalls mit gutem Gewissen eingebaut werden und sind häufig sogar deutlich günstiger.

Bremsen: Verschleiß von Bremsscheiben und Bremsbelägen

Die Bremsanlage ist beim Golf IV recht haltbar, doch sportliche Fahrweise können den Verschleiß fördern. Auch bei der Bremsanlage sollte man nur qualitativ hochwertige Ersatzteile verbauen lassen. Selbst Bremsteile von namhaften Herstellern wie ATE oder Bosch sind sehr preisgünstig erhältlich. Bremssättel sind natürlich etwas teurer, aber im Vergleich zu modernen Fahrzeugen auch recht günstig erhältlich. Bei richtiger und regelmäßiger Pflege (Abschnitt "Wartung") sind defekte Bremssättel zwar relativ selten, können aber durchaus einmal vorkommen. Ein besonderes Augenmerk sollte auf die Bremsschläuche gelegt werden. Die können im Alter porös werden. Der Austausch sollte dann unverzüglich geschehen. Arbeiten an der Bremsanlage sind nichts für den Laien und sollten immer von qualifiziertem Fachpersonal durchgeführt werden.

Elektronik: Nebelscheinwerfer nachrüsten

Standard-Lichtschalter vom Golf 4: Sollen Nebelscheinwerfer nachgerüstet werden, wird ein anderer Lichtschalter benötigt.

Bei schlechter Sicht sind Nebelscheinwerfer ein nützliches Zubehör. Doch viele Golf 4 sind ab Werk gar nicht mit Nebelscheinwerfern ausgeliefert worden, diese lassen sich aber nachrüsten. Das ist allerdings durchaus aufwendig. Die Nebelscheinwerfer des Golf 4 finden nämlich nicht wie bei vielen Autos in der Stoßstange Platz, sondern sind in die Hauptscheinwerfer integriert. Folglich müssen also schon einmal andere Hauptscheinwerfer gekauft werden. Zusätzlich wird auch noch ein anderer Lichtschalter benötigt. Während in Fahrzeugen ohne Nebelscheinwerfern Lichtschalter verbaut sind, die sich nur eine Stufe herausziehen lassen, wird zum Einschalten der Nebelscheinwerfer ein Lichtschalter mit zwei Stufen benötigt. Der größte Aufwand ist aber die Verkabelung, die man auch einem Profi überlassen sollte. Denn neben dem Einbau eines neuen Kabelstrangs müssen auch noch die richtigen Sicherungen und ein Relais angeschlossen werden. Wird hier etwas falsch gemacht, kann es zu Kabelbränden kommen, die sich in den meisten Fällen recht schnell ausbreiten. Beim Kauf der Hauptscheinwerfer sollte man unbedingt darauf achten, dass die Scheinwerfer auch eine ABE besitzen. Erstausrüsterqualität von Valeo oder Hella sind dabei mehr zu empfehlen als günstige Nachbauten im Tuninglook.

Wegen des Alters kann es beim Golf 4 aber auch zu Problemen mit der Elektronik kommen. Dabei ist zu beachten, dass Fehler am Airbagsystem nur von qualifiziertem Fachpersonal behoben werden dürfen. Die Ursachen für eine leuchtende Motorkontrollleuchte sind in dem Abschnitt "Antriebsstrang" beschrieben.

Tür geht nicht mehr auf: Zentralverriegelung kaputt

Besonders die Zentralverriegelung macht beim Golf 4 gerne einmal Ärger. In den Türschlössern sind sogenannte Mikroschalter verbaut, die mit der Zeit gerne einmal kaputtgehen. Wenn man merkt, dass sich eine Tür immer erst nach mehrfachem Aufschließen des Fahrzeugs entriegelt, sollte das Türschloss möglichst schnell getauscht werden. Wird der Austausch des Schlosses zu lange herausgezögert, kann es sogar so weit kommen, dass sich die Tür gar nicht mehr öffnen lässt. Der Austausch des Türschlosses sollte dabei auch Profis überlassen werden. Wenn Ihnen beim Austausch des Schlosses auch nur ein kleiner Fehler unterläuft, kann es auch hier passieren, dass sich die Tür plötzlich nicht mehr öffnen lässt. Dann ist die Fahrt in die Werkstatt unabdingbar, und selbst dann hilft oft nur noch das Zerschneiden der Türverkleidung. Eine teure und auch aufwendige Arbeit.

Selbstständig arbeitende Scheibenwischer

Auch die Heckscheibenwischer machen im Alter ab und zu einmal Probleme. Das liegt besonders an der Scheibenwaschdüse, die durch die Welle des Scheibenwischers geführt wird und sich mit der Zeit erst festsetzt und schlussendlich undicht wird. Dann läuft das Scheibenklar in den Scheibenwischermotor und über die Steuerplatine. Das führt zum Kurzschluss, der häufig für ein Eigenleben der Scheibenwischer sorgt. Hier hilft nur noch der Austausch. Um an den Scheibenwischermotor zu kommen, muss die Verkleidung der Heckklappe vorsichtig demontiert werden. Auch der Wischerarm, die elektrischen Anschlüsse und der Anschluss für das Scheibenwaschwasser müssen vorsichtig entfernt werden. Erst danach sollte der Scheibenwischermotor abgeschraubt werden, der Einbau erfolgt dann in der umgekehrten Reihenfolge. Bevor die Kofferraumverkleidung angeschraubt wird, sollte aber noch einmal geschaut werden, ob der Anschluss für das Scheibenwaschwasser auch wirklich dicht ist. Andernfalls läuft das Scheibenklar in die Heckklappe und sorgt da im Heckklappenschloss für einen Kurzschluss.

Auch die Fensterheber können schon mal ihren Dienst quittieren. Bevor nun aber gleich der Fensterheber-Mechanismus ausgetauscht wird, sollte erst geschaut werden, wo der Fehler im Detail liegt. So können auch ein defekter Schalter, ein Kabelbruch oder eine defekte Sicherung vorliegen. Liegt der Fehler aber tatsächlich am Mechanismus, dann kann er unter Umständen mit einem Reparatur-Set instand gesetzt werden. Doch der Austausch und auch die Instandsetzung ist ein Fall für den Profi. Wird die Scheibe falsch eingestellt, kann sie aufgrund von Verspannungen platzen.

Wartung: Regelmäßige Ölwechsel sind wichtig

Die Zuverlässigkeit und die Lebensdauer eines Autos steht und fällt mit der Wartung, deshalb sollte auch der Golf 4 regelmäßig einem Service unterzogen werden. Besonders wichtig ist hierbei natürlich der Ölwechsel, denn nur frisches Motoröl sorgt für eine gute Schmierung und verlängert somit die Lebensdauer des Aggregats. Das Motoröl und der Ölfilter sollten beim Golf 4 alle zwölf Monate oder spätestens alle 15.000 Kilometer gewechselt werden. Wird ein Auto viel im Kurzstreckenverkehr bewegt, sollte das Ölwechselintervall verkürzt werden, da das Öl auf Kurzstrecken schneller verschleißt. Beim Ölwechsel ist zu beachten, dass auch wieder das richtige Öl eingefüllt wird. Für den Golf 4 gibt Volkswagen die Ölspezifikation VW 504.00/507.00 vor, die auch eingehalten werden sollte.

Zündkerzen haben ein Wechselintervall

Doch neben dem Ölwechsel gibt es noch andere Dinge zu beachten. So sollten die Zündkerzen bei den Benzinmotoren alle vier Jahre oder alle 60.000 Kilometer gewechselt werden. Doch Vorsicht: Aufgrund verschiedener Wärmewerte müssen die Zündkerzen anhand der Schlüsselnummer oder anhand des Motorkennbuchstaben ausgewählt werden, andernfalls droht ein Motorschaden. Der Bremsflüssigkeitswechsel sollte alle zwei Jahre erfolgen, es sollte dabei Bremsflüssigkeit nach der Norm DOT 4 genutzt werden. Auch der Getriebeölstand sollte regelmäßig überprüft werden. Eigentlich werden die Getriebeöle zwar als "wartungsfrei" betitelt, trotzdem ist ein regelmäßiger Wechsel mit dem richtigen Öl empfehlenswert. Gleiches gilt auch für den Kraftstofffilter bei Benzinmotoren. Auch hier sieht VW zwar keinen Wechsel vor, der regelmäßige Austausch ist aber ratsam. Der Dieselfilter hingegen hat ein Intervall: So sollte er jährlich entwässert und spätestens nach 30.000 Kilometern gewechselt werden. Doch Vorsicht: Das Kraftstoffsystem muss entlüftet werden. Andernfalls springt ein Dieselmotor nicht an, und es kann zu teuren Schäden an den Einspritzdüsen kommen. Der Luft- und auch der Pollenfilter müssen ebenfalls regelmäßig gewechselt werden.

Ganz wichtig: Zahnriemenwechsel nicht vergessen!

Der Zahnriemen (hier von einem Pumpe-Düse-TDI) ist hohen Belastungen ausgesetzt. Das Wartungsintervall muss penibelst eingehalten werden.

Ein besonderes Augenmerk ist übrigens auch noch auf den Zahnriemen zu legen. Besonders bei den Dieselmotoren ist der Zahnriemen einer sehr hohen Belastung ausgesetzt. Das Wartungsintervall ist hier abhängig von den Motorkennbuchstaben und dem Baujahr des Autos und beträgt zwischen 60.000 und 120.000 Kilometern. Auch wenn es Ausführungen gibt, die ein längeres Intervall haben, sollten Sie das für Ihren Motor vorgeschriebene Intervall auf keinen Fall überziehen, ansonsten droht ein kostspieliger Motorschaden. Bei vielen Ottomotoren des Golf 4 ist das Wechselintervall nicht werksseitig festgelegt, sondern soll durch eine regelmäßige Sichtprüfung festgestellt werden. Es empfiehlt sich aber, den Wechsel nach 90.000 Kilometern oder nach spätestens fünf Jahren vorzunehmen. Anbauteile wie Umlenkrollen und Wasserpumpen sollten auch gleich mitgewechselt werden, um das Risiko eines Motorschadens im Falle eines defekten Anbauteils zu minimieren. Doch Vorsicht: Für einen Zahnriemenwechsel benötigt man Spezialwerkzeug. Ein Fehler kann auch hier teure Schäden verursachen. Allgemein sollten Sie einen Service immer von der Werkstatt Ihres Vertrauens durchführen lassen. So wird neben den Servicearbeiten meist auch noch eine Durchsicht des Fahrzeugs gemacht, die eventuelle Defekte auch gleich aufdeckt. (Infos zu Wechselintervallen von Zahnriemen finden Sie hier.)

Autor: Lars Golly

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