Zum Start, wenn sich die Kurbelwelle etwas unsanft in den Leerlauf rumpelt, ehe es feinsilbrig durchs Cockpit dieselt, ist das Gefühl noch wohlvertraut. Sechs in Reihe, selbst gezündet nach Münchner Rezeptur. Erst Volllast bringt das Aachener Wesen zum Vorschein, das in diesem Biest von Motor steckt.

Verarbeitung in Perfektion

Karosserie/Qualität Sicherlich kann man der hauseigenen Kollektion eine gewisse stilistische Monotonie oder preislichen Höhenflug vorwerfen. Fakt ist jedoch: Passgenauigkeit und Verarbeitung bekommt BMW auch nicht besser hin; und die Aufmachung des Bodykits geriet im Falle des 3ers derart stimmig, dass sie bestens mit dem werkseigenen Aerokit harmoniert, welches etwa die Seitenschweller beisteuert.Fahrfreude/Antrieb AC Schnitzer stöpselt 60 Newtonmeter (690 statt 630) und 47 PS (360 statt 313) in die Software. Laufkultur und Ansprechverhalten bleiben erstklassig, die Kraftentfaltung – schon im ungedopten Biturbo ein explosives Vergnügen – gewinnt nochmals an Dramatik. Dabei ballt sich die Kraft nicht einfach um die Mitte, sie zieht sich sauber und linear bis an die 5000er hin. Sportlicher dreht auch der Triturbo eines M550d nicht aus.
BMW AC Schnitzer 335d xDrive
Trotz der allradbedingten Leibesfülle geht der getunte BMW agil in die Kurve.
Bild: Ronald Sassen
Fahrleistungen Entsprechend imposant hechtet der Allradler los; 4,4 Sekunden auf 100 km/h, 17,6 auf 200 spuckt das Messgerät aus. Das ist nicht nur alleiniger Dieselrekord, sondern auch schneller als der hauseigene 335i, der sich in unserem Test 18,7 Sekunden nahm. Nachhaltig einbremsen lässt sich der Selbstzünder nur von der werkseitigen Vmax-Begrenzung und der aufpreispflichtigen BMW-Bremse, die Tempo 100 nach 33 Metern nullt.

Handlich um's Eck

Fahrwerk/Komfort Mit neuen Federn wahrt Schnitzer den Fahrkomfort, sichert gleichzeitig die Highspeed-Stabilität und bringt dennoch genug Agilität in den Hintern, um Kurven auf Linie zu scheiteln. Dank Allrad kann sich der gewaltige Motor jederzeit gefahrlos austoben.Preis/Kosten Leistung und Radsatz logieren in der preislichen Uperclass. Bodenständig zeigt sich der getunte 335d an der Tankstelle – nur 8,5 Liter nuckeln die 360 PS aus den Injektoren.

Fazit

von

Manuel Iglisch
AC Schnitzer stellt mit seinem getunten 335d nicht nur den schnellsten Diesel-Sprinter überhaupt, sondern auch ein in sich extrem ausgewogenes Arrangement aus Optik, Leistung, Handling und Komfort. Stimmiger kann man einen Power-Diesel der Mittelklasse nicht interpretieren. Grandios!