ADAC-Crashtest: Lkw-Auffahrunfall — 25.07.2011
Tod am Stauende
Der ADAC ermittelte in einem Crashtest, was passiert, wenn ein Lkw in ein Stauende fährt. Das Ergebnis: Die Pkw-Insassen hätten keine Überlebenschance. Doch das müsste nicht so sein.
Der ADAC hat eine der am meisten gefürchteteten Situationen im Straßenverkehr in einem Crashtest simuliert: Ein Lkw fährt mir hoher Geschwindigkeit auf ein Stauende auf. Das Ergebnis ist schockierend: Mit Tempo 70 knallt der Lkw auf den vor ihm stehenden Pkw, in Sekundenbruchteilen wird sowohl dieser Wagen, als auch der nächste regelrecht zermalmt. Die Insassen in beiden Autos hätten tödliche Verletzungen erlitten. Dabei wählte der ADAC für den Test nicht einmal die ungünstigste Fahrzeug-Kombination aus. Der Lkw war ein relativ leichter 5,5-Tonner, bei den Autos handelte es sich um Mittelklassewagen.
Doch der Unfall hätte laut ADAC längst nicht so verheerend ausfallen müssen. Die Insassen hätten überleben können, wenn der Lkw mit einem automatischen Notbremsassistenzsystem ausgerüstet gewesen wäre. Zwar müssen laut Gesetz ab 2013 alle neu entwickelten Lkw-Typen über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht und ab 2015 alle neu zugelassenen Lkw mit einem Notbremsassistenten ausgestattet sein, die geplanten gesetzlichen Anforderungen sind aber noch nicht ausreichend, so der ADAC. Momentan wird von den Systemen lediglich eine Reduzierung der Geschwindigkeit um mindestens zehn km/h gefordert. Doch die modernen Notbremsassistenten können viel mehr leisten. Deshalb fordert der ADAC, dass Systeme gesetzlich vorgeschrieben werden, die bei einem stehenden Fahrzeug voraus – wie etwa am Ende eines Staus – eine Geschwindigkeitsreduzierung um 40 km/h ermöglichen. Nur dann könnten Unfälle bei Geschwindigkeiten bis rund 55 km/h vermieden werden. Bei Autobahntempo würde der Aufprall deutlich abgemildert werden.
Der Crashtest des ADAC spiegelt die traurige Realität wieder: 2009 starben 58 Menschen an den Folgen von Lkw-Auffahrunfällen, rund 4500 Menschen wurden verletzt. "Das Risiko tödlich zu verunglücken ist hier dreimal höher als bei anderen Heckkollisionen. Notbremsassistenzsysteme können Menschenleben retten und große Sachschäden vermeiden, deshalb sollten alle Lkw schnellstens damit ausgerüstet werden", sagt ADAC-Vizepräsident Thomas Burkhardt. Nach Angaben des Autoclubs hätten Lkw-Notbremsassistenten im Jahr 2009 bei 4000 Kollisionen Auffahrunfälle abmildern oder verhindern können.
Kommentare zum Artikel (14)
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Echt erschreckend, was passiert, aber noch erschreckender, dass die Unfälle vermieden werden könnten... Ich fahr regelmäßig auf der A2 und sehe bei Staubildung auch immer zu, dass ich nach links komme und keinen LKW hinter mir habe... Hab schon so viele heftige Unfälle gesehen.
@Buddha: Mein Service für dich: §16,2 "[...]Im übrigen darf außer beim Liegenbleiben (§ 15) und beim Abschleppen von Fahrzeugen (§ 15a) Warnblinklicht nur einschalten, wer andere durch sein Fahrzeug gefährdet oder andere vor Gefahren warnen will, zum Beispiel bei Annäherung an einen Stau oder bei besonders langsamer Fahrgeschwindigkeit auf Autobahnen und anderen schnell befahrenen Straßen." Wie gesagt, ich hätts nicht bezahlt...
@Buddha: Falls die Story wirklich stimmt, das Bußgeld hätte ich nicht gezahlt. Die Wranblinkanlage ist dazu da, andere Verkehrsteilnehmer vor einer Gefahrenstelle zu warnen, wozu ein auf der Autobahn am Stauende stehendes Fzg. wohl eindeutig gehört. Ich halte die Geschichte aber für frei erfunden, schlage zu dem Thema mal §16,2 Stvo nach...
@Fischi: Es ist sogar verboten die Warnblinkanlage einzuschalten, letztens bei einem Stau wurde ich deshalb von der Polizei raus gewunken und musste ein Bußgeld zahlen.
Wenn ich mir aber die Abstände der LKW so anschaue, würde auch keine Warnblinkanlage etwas bringen, so dich wie die auffahren wird die ja nicht gesehen.
Auch wenn nicht Pflicht, sollte einem der eine Druck auf die Taste wichtig sein. Es erregt Aufmerksamkeit und "hilft" den Truckern eine Situation vllt früher besser einzuschätzen. Was nützt mir meine WBA wenn der Idiot hinter mir denkt: muss ich nicht machen, keine Vorschrifft.