Alles über Kühlmittel

— 14.02.2002

Cocktails für alle Tage

Kühlmittel sind mehr als Wasser mit Kälteschutz. Die Hightech-Säfte bewahren den Motor das ganze Jahr vor Frost und Schäden.



High-Tech ab Werk

Was haben ältere Porsche 911, VW Käfer und die Ente von Citroën gemeinsam? Richtig, ihre Besitzer müssen sich nicht um Kühlwasser im Motorraum sorgen, denn diese Motoren sind luftgekühlt. Für fast alle anderen gilt die Fahrschul-Weisheit: Immer auf das Wasser achten.

Wasser? In den Kühl-Kanälen moderner Motoren fließt High-Tech in bunten Farben. Die künstliche Einfärbung erleichtert die Unterscheidung der verschiedenen Produkte. So kann man leicht feststellen, welches Kühlmittel in Werk oder Werkstatt eingefüllt wurde. Denn sämtliche Autohersteller haben für ihre Typen genaue Vorschriften, die man in der Bedienungsanleitung nachlesen und in der Werkstatt erfragen kann.

Der VW-Konzern etwa hat zwei Flüssigkeiten im Programm: G11 (grün) und G12 (rot). Beide Flüssigkeiten bestehen aus verschiedenen Zusätzen und dürfen keinesfalls vermischt werden. Ausnahme: Muss Kühlmittel ergänzt werden, darf anstatt G11 noch Glysantin nachgefüllt werden, da sich die Inhaltsstoffe gleichen. Die Anforderungen an Kühlmittel in modernen Motoren sind hoch, Additive sorgen für Verschleiß- und Korrosionsschutz, stabilisieren auch die elektrische Leitfähigkeit im Kühl-Kreislauf. Davon hängt die Haltbarkeit der Wasserpumpe und diverser Dichtungen ab.

Glysantin kostet nur die Hälfte

Von großer Bedeutung ist die elektrische Leitfähigkeit der Flüssigkeit, denn Motoren beinhalten Eisen- und Nichteisenmetalle wie Grauguss, Aluminium, Kupfer und Messinglegierungen. Bei unterschiedlichen elektrischen Spannungsfeldern besteht die Gefahr von elektrolytischem Materialabtrag, also einem Leck und Flüssigkeitsverlust. Der falsche Saft könnte auch Kanäle im Motorblock und Zylinderkopf verstopfen. Und das wird teuer: Die Zylinderkopfdichtung ist nach einer Überhitzung meistens durchgebrannt, im schlimmsten Fall muss gleich der ganze Motorblock getauscht werden.

Die Flüssigkeiten der Hersteller sind nur bei Markenbetrieben erhältlich. Im Zubehörhandel, an der Tanke und im Baumarkt erhält man Glysantin. Größter Vorteil: Es kostet mit ca. 4,50 Euro etwa die Hälfte der Hersteller-Produkte. Auf der Verpackung kann man ablesen, bei welchen Fahrzeugen der Frostschutz damit erhöht werden darf.

Wichtig ist auch der Schutz vor Einfrieren bei niedrigen Temperaturen. Mit einer Mess-Spindel kann man an jeder Tanke auch selbst den Frostschutz prüfen. Zeigt die Spindel weniger als minus 20 Grad, sollte man altes Kühlmittel ablassen und neues einfüllen. Vorsicht: Der Ausgleichsbehälter steht unter Druck, heiße Flüssigkeit könnte in Augen und Gesicht spritzen. Deshalb lieber ein paar Minuten warten.

Vorsicht bei zu altem Kühlmittel

Im Sommer steht die Kühlung im Vordergrund, weshalb der Flüssigkeitspegel im Ausgleichsbehälter immer zwischen Minimum und Maximum stehen sollte. Im Laufe der Zeit unterliegt das Kühlmittel einer Alterung. Deren schlimmste Folge ist die Kavitation, die Bildung kleiner Bläschen. Platzen sie, entstehen gefährliche Druckwellen im Kühlsystem, die zur Zerstörung dünner Metallwände führen.

Bei hohen Temperaturen können sich bei alten Kühlmitteln kleinste Partikel aus der Oberfläche lösen und an anderen Stellen im Kühlkreislauf festsetzen. Dabei kann der Wasserkreislauf verstopfen und eine Motorüberhitzung verursachen.

Sofern der Hersteller im Wartungsplan nichts anderes vorschreibt, empfiehlt sich ein Austausch etwa alle zwei Jahre. Verliert der Kühlkreislauf Flüssigkeit, kann eine Werkstatt die Leckstelle aufspüren. Man schließt an den Verschluss des Ausgleichsbehälters eine Pumpe mit Druckprüfgerät an und beobachtet, ob sich der Druck verändert. Bewegt sich der Zeiger, muss ein Schlauch ausgetauscht werden. Denn selbst das beste Kühlmittel kann nur schützen, wenn alles dicht ist.

Kühlmittel richtig entsorgen

Kühlmittel haben einen großen Nachteil: Sie sind giftig. Deshalb sollte man beim Ablassen und Wechseln sehr sorgfältig arbeiten. Unter das Auto sicherheitshalber ein Auffangbecken stellen, damit nichts in den Boden dringt. Die alte Flüssigkeit muss entsorgt werden und darf auf keinen Fall in den Kanal gegossen werden. Jede Stadt oder Gemeinde gibt gerne Auskunft, wann und wo derartige Gifte entgegengenommen werden.

Auch Werkstätten sind verpflichtet, auf saubere Entsorgung zu achten. Gibt es keine andere Möglichkeit, kann man hier betreffend der Schadstoff-Entsorgung nachfragen. Guten Kunden kommt man bestimmt entgegen.

Vor dem Hantieren mit der Flüssigkeit den Text auf der Flasche lesen, der über Gesundheitsrisiken informiert. Spritzen Tropfen ins Auge, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Und dass man Kühlmittel nicht trinken darf, sollte jedem klar sein. Deshalb verbergen verantwortungsvolle Eltern angebrochene Packungen vor ihren Kindern.

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