Alpina, Carlsson, Heico: Diesel-Kombis im Test
Kombis mit getunter Diesel-Power

Bei herzhaft nagelnden Diesel-Kombis denkt kaum jemand an Fahrspaß und Emotionen. Dass es auch anders geht, wollen BMW Alpina D3, Citroën C5 by Carlsson und Volvo V60 by Heico Sportiv zeigen.
Bild: Ronald Sassen
- Frank Wiesmann
Satt blubbert es aus dem Auspuff des von Werkstuner Heico veredelten Volvo V60. Unter Volllast schwillt der Klang auf ein Niagara-Fälle-ähnliches Rauschen an. Bei Lastwechseln zischt es vernehmlich, dazu gesellt sich ein verrucht-dunkles Reihenfünfzylinder-Knurren. Bewusst erzeugte Resonanzen im Schalldämpfer unter gezielter Verwendung des Abgasstroms machen es möglich. Passanten wie Fahrer sind baff – diese Töne kommen von einem Diesel? Die klangliche Präsenz überrascht ebenso wie die bissige Gasannahme. Agiert der D5 im Serientrimm noch leicht verträumt, schnappt die Heico-Ausführung nach Überwindung einer leichten Turboflaute willig Vortriebsbefehle auf und setzt sie in bulligen Antritt um.
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Macht an: Der Sound des Heico Sportiv V60 klingt nur wenig nach Dieselmotor.
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Der Citroën C5 ist kein Sportler, den zügigen Gleiter gibt er dagegen überzeugend.
Bild: Ronald Sassen
Die Rolle des zügigen Gleiters spielt der C5 dagegen überzeugend. Das großzügigste Platzangebot, die höchste Zuladung und eine gute Geräuschdämmung prädestinieren ihn für ausgedehnte Touren. Dazu garniert die hydropneumatische Federung das Ganze mit schmusigweichem Fahrkomfort, wenngleich die zum Carlsson-Paket gehörenden 19-Zöller auf Kanaldeckeln ein gewisses Poltern ins Spiel bringen. Bei flotter Landstraßenhatz ist es im Citroën allerdings vorbei mit der Gemütlichkeit. Seine lasche Lenkung meidet jegliche Rückmeldung und geht zu leichtgängig zu Werke. In zügig durchfahrenen Kurven neigt sich der C5 Tourer kräftig zur Seite und untersteuert mehr als seine Konkurrenten. Dabei geben die wulstig geschnittenen, weichen Sitze zu wenig Seitenhalt. Auch das Bremspedalgefühl ist recht teigig, die Stopper lassen sich daher nicht optimal dosieren.
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Dynamischer 3er: Beim Kurvenräubern zeigt sich der Alpina D3 gewohnt agil und präzise.
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Weitere Details zu den drei getunten Dieselkombis gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen finden Sie als Download im Heftarchiv.
Fazit
Sparsam, flott, komfortabel, dynamisch und vor allem ausgewogen: Der Alpina mischt in jeder Disziplin stets vorn mit, leistet sich keine Schwäche und gewinnt verdient – wenn auch nur knapp. Der von Heico veredelte V60 rückt ihm mit konsequent sportlichem Fahrwerk und unglaublich anmachendem Klangteppich sehr dicht auf die Pelle. Das stämmige, ungehobelte Nordlicht behält dabei seine Ecken und Kanten, weckt somit also auch die meisten Emotionen. Citroën stellt schließlich den talentiertesten Kombi, aber keinen guten Sportler.
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