Fahrbericht Audi RS 5

Fahrbericht Audi RS 5

Audi RS 5 Audi RS 5 Audi RS 5

Audi RS 5: Test

— 28.07.2017

Vernunft killt Seele

Audis rassigstes Coupé erhält einen zahnlosen Motor. Den RS 5 mit Turbo-V6 zu mögen, ist angesichts seines V8-Vorgängers nicht leicht.

Audi RS 5? Das war V8. Das war Alleinstellungsmerkmal. Das war großartig! Satt, authentisch, drehwillig. Dann dieser Klang! Und nun? All das gibt Audi mit dem neuen RS 5 auf. Dessen 2,9-Liter-Biturbo geht ab sofort aus dem S5-Triebwerk hervor; als hubverkürzter Turbo-V6 mit aufgewerteten Innereien.

Beim Drehmoment legt die neue Maschine zu

Neuer Treibsatz: Der doppelt aufgeladene 2,9-Liter-V6 löst den V8 im RS 5 ab – Downsizing schlägt Seele.

Damit einher gehen natürlich erst einmal die üblichen Downsizing-Vorteile. So ist der Neue effizienter, trotz nominell stagnierender 450 PS ungleich stärker (600 Nm) und obendrein auch noch deutlich leichter als das einstige Drehzahleisen (182 zu 213 kg). Was bringt das? Ganz ehrlich: Vom heiseren Schnauben des einstigen Kombi-Berserkers lässt sich angesichts des indifferent designten Cockpit-Geknurres herzlich wenig heraushören. Mag sein, dass das mit der optionalen RS-Sportabgasanlage (erkennbar an schwarzen Endrohrblenden) zumindest für Außenstehende anders klingt. Doch die müssten dann schon außerhalb geschlossener Ortschaften lauschen. Denn unterhalb von 80 km/h dürfen nach neuer Gesetzgebung deren Klappen nicht mehr angesteuert werden.
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Die Fahrfreude bleibt angesichts des Vorgängers gedämpft

Licht und Schatten: Der RS 5 ist immer noch schnell, er hat aber leider sehr viel Charakter eingebüßt.

Dafür kann der RS komfortabel. Er wird jetzt selbst im Sportmodus nie schroff, rollt sauber über kurze Kanten. Kurven kann er ebenfalls. Verantwortlich ist eine Kombi aus hecklastigem Permanent-quattro und optionalem Sportdifferenzial, die, sobald man in engeren Kurven das Gas anlegt, einen lockeren Swing in die Hüfte zaubert. Anreichern lässt sich das Kurven-Bouquet um den vom Vorgänger bereits bekannten Wankausgleich Dynamic Ride Control, der analog zur softeren Dämpfung nicht mehr ganz so verbissen gegen Aufbaubewegungen ankämpft. Die exakte Lenkung passt, so bietet der RS trotz der massigen Statur ein vergnügliches Fahrerlebnis – das einen jedoch nicht unbedingt in Ekstase versetzt. Das konnte der Vorgänger.

Technische Daten Audi RS5 2.9 TFSI quattroMotor: V6, Biturbo, vorn längs • Hubraum: 2894 cm³ • Leistung: 331 kW (450 PS) bei 5700/min • max. Drehmoment: 600 Nm bei 1900/min • Vmax: 250 km/h (280 km/h optional) • 0–100 km/h: 3,9 s • Antrieb: Allradantrieb, Achtstufenautomatik • Tankinhalt: 58 l • L/B/H: 4723/1861/1360 mm • Leergewicht: 1730 kg • EU-Mix: 8,7 l/100 km (Super plus) • Abgas CO2: 197 g/km • Preis ab 80.900 Euro.
Autor:

Manuel Iglisch

Fazit

Dem "beruhigten" neuen Audi RS 5 fehlt der Charakter des V8-Vorgängers. Etwas mehr emotionale Distanz zu seinem kleinen Bruder S5 hätten wir uns schon gewünscht. Sauschnell ist der RS 5 dennoch.

Stichworte:

Sportcoupé

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