Bundespolizei gegen Brandstifter

Bundespolizei gegen Brandstifter

— 23.08.2011

Berliner Polizei bekommt Hilfe

In der achten Nacht in Folge wurden in Berlin Autos angezündet. Jetzt unterstützen Bundespolizisten die Berliner Polizei im Kampf gegen die Brandstifter.

(dpa) Auch in der achten Nacht in Folge brannten in der Hauptstadt wieder Autos. In den ersten Stunden des 23. August 2011 standen neun Fahrzeuge in mehreren Berliner Bezirken in Flammen. Von den Tätern fehlt bislang jeder Spur. Der Staatsschutz ermittelt seit Tagen. Politische Hintergründe werden nicht ausgeschlossen. Erneut traf es Autos quer durch die Stadt verteilt: Von Reinickendorf im Norden bis Neukölln im Süden. Zum ersten Mal kamen in der Nacht auch Beamte der Bundespolizei ihren Berliner Kollegen bei der Suche nach den Brandstiftern zu Hilfe. Die Zusammenarbeit wird jetzt ausgebaut.

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So sollen zivile Aufklärungskräfte und Technik wie Hubschrauber im Kampf gegen die Brandstifter eingesetzt werden, teilte Berlins Polizeisprecher Frank Millert mit. Dies sei das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Bundesinnenministerium, Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD), Bundespolizei und Berliner Polizei am 22.08.2011. Das Hilfe-Angebot von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) war in Berlin zunächst auf Skepsis gestoßen. Endgültige Details der Zusammenarbeit müssen noch auf Fachebene abgestimmt werden.  Zuvor forderten Friedrich und der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler ein hartes Durchgreifen. Sie warfen dem rot-roten Senat ein zu lasches Vorgehen vor. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) wies das zurück. "Wir können nicht die ganze Stadt überwachen. Mehr Polizei auf den Straßen hilft nicht automatisch weiter", sagte er dem "Hamburger Abendblatt" am 22. August 2011.  Laut Berliner Polizei stieg allein die Zahl der direkt angezündeten Autos aus vermutlich politischen Motiven in diesem Jahr auf 151. Insgesamt 92 weitere Fahrzeuge wurden durch die Flammen mitbeschädigt. Die Täter werden im linksextremistischen Spektrum vermutet. Innensenator Körting geht davon aus, dass etwa 140 weitere Wagen von Nachahmungstätern oder Versicherungsbetrügern angesteckt wurden. Die Brandstiftungen gibt es bereits seit Jahren, sie hatten in den vergangenen Nächten aber drastisch zugenommen.

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Hamburg

2010 erfasste die Polizei 157 Anschläge. 2011 wurden von Januar bis Juli bereits 190 Fälle gezählt. Allerdings gingen mehr Autos in Flammen auf, da bei den einzelnen Brandstiftungen oft mehrere Autos brannten.

Brennende Autos in Großstädten 1 von 7

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