Computer-Autorennen

Computer-Autorennen "Burnout" Computer-Autorennen "Burnout"

Computer-Autorennen

— 31.07.2006

Risiko Raserspiele?

Wird aggressives Fahrverhalten im Straßenverkehr durch Autorennen am Computer verstärkt? Die Experten streiten sich.

Wer intensiv Computer-Autorennen spielt, fährt im realen Straßenverkehr riskanter. Das ist das Ergebnis einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München und dem Allianz Zentrum für Technik. Nach dem Spielen etwa von "Burnout" oder "Need for Speed" erkannten Psychologen eine höhere Risikobereitschaft.

Für die Autoren der Studie steht ein kurzfristiger Effekt eindeutig fest, zu einem längerfristigen Zusammenhang zwischen Raserspielen am Computer und einem aggressiven Fahrverhalten können aber noch keine Aussagen gemacht werden. Die Diskussion über das Risiko von Raserspielen bleibt kontrovers (siehe Komentare). Erst im März 2006 kam eine Studie im Auftrag der Bundesanastalt für Straßenwesen (BASt) zu dem Ergebnis, dass Vielnutzer direkt nach dem Spiel kaum schneller führen. AUTO BILD fragte zwei Experten zu diesem Thema:

Wolfgang Rose, Vorsitzender des Auto Clubs Europa (ACE):

: Wolfgang Rose (ACE)

"Definiere die Regeln der Straße neu ... richte so viel Schaden an wie möglich ... verursache Chaos". Diese Aufforderungen stammen aus der Produktbeschreibung eines Computer-Autorennspiels. Es gewinnt, wer Regeln bricht und mit Vollgas Unglück verbreitet. Möglich, dass dieses gewalttätige "Leitbild" keine Folgen in der realen Verkehrswelt hat. Warscheinlicher ist das Gegenteil. Es zeigt sich eine ungebrochene Linie, die beim Raser-Spiel im Kinderzimmer anfängt und beim Rowdy auf der Straße – leider oft tödlich – endet."

Niklas Timmermann, Europameister im Computer-Rennspiel "Need for Speed":

Niklas Timmermann (Spielprofi)

"Ich bin mir ganz sicher: Würde ich nicht täglich am Computer Autorennen fahren, wäre ich im Straßenverkehr viel schneller unterwegs. Besonders die realen Spiele haben eher abschreckende Wirkung. Wer sieht, wie im Spiel ein Auto zerfetzt, das mit Tempo 250 einen Unfall baut, der fährt im wahren Leben zurückhaltender. Am Computer lernt man Dinge, die Fahrschulen nicht vermitteln. Das kann eine wichtige Ergänzung sein, die gerade Fahranfängern hilft, Situationen besser einzuschätzen und zurückhaltender zu fahren."

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