Technik im Winter

Dieselprobleme im Winter

— 17.02.2012

ADAC kritisiert Diesel-Norm

Anfang 2012 verreckten bei tiefen Temperaturen reihenweise Dieselautos. Der ADAC gibt den Prüflaboren die Schuld – sie folgten einer veralteten Diesel-Norm.

Die veraltete Diesel-Norm in den Prüflaboren soll schuld daran sein, dass Anfang 2012 bei knackig kalten Außentemperaturen auch viele moderne Dieselfahrzeuge den Geist aufgaben. Das will der Automobilclub ADAC herausgefunden haben. Demnach seien die Filter, mit denen im Prüflabor die Filtrierbarkeit von Dieselkraftstoff und damit auch die Funktionsfähigkeit des Kraftstoffs bei Minusgraden ermittelt werden, viel zu "grobmaschig". Dieselfilter, die heute in den Autos mit Selbstzünder eingebaut sind, würden den Kraftstoff etwa um den Faktor fünf feiner filtern, als dies in der Laborsituation der Fall wäre. Aus diesem Grund blieben Paraffinkristalle (Wachs), die sich bei niedrigen Temperaturen im Dieselkraftstoff bilden, in den modernen, feineren Filtern hängen. Der Kraftstoff – bzw. dessen Normierung – passe also nicht zu den neuen Filtern. Laut ADAC verstopfen dadurch die Filter, was vielen Neuwagen mit modernen Filtersystemen bei Minusgraden den Garaus macht.

Was tun, wenn der Diesel kapituliert?

Der ADAC fordert die Hersteller von Dieselautos sowie die Mineralölindustrie auf, die veraltete Diesel-DIN-Norm (DIN EN 590) zu modernisieren und sich auf einen gemeinsamen Prüfstandard zu einigen. Dieser soll sich am Stand der derzeitigen Technik orientieren. Geschehe dies nicht, so sieht der ADAC die Gefahr, dass im nächsten Winter wieder Tausende Dieselfahrer mit Frust im Dauerfrost stehen.

Autofahren im Winter: 33 Fragen zur Kälte

Weil neben dem Umstand der veralteten Diesel-Norm verunreinigte Dieselfilter weiterhin ein Problem darstellen, rät der ADAC Dieselfahrern, die Wartungsintervalle ernst zu nehmen und den Kraftstofffilter regelmäßig zu erneuern. Sei der Filter verunreinigt, bringe der sulzige "Dieselpudding" das Auto schon bei weniger als 20 Grad Minus zum Stehen. Was Sie außerdem tun können, damit ihr Diesel nicht kalt erwischt wird, lesen sie hier.

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