Emissionssteuer auf Kraftstoff — 14.07.2011

Wird der Sprit noch teurer?

Kommen auf jeden Liter Kraftstoff künftig vier Cent Emissionssteuer? Wissenschaftler und Politiker wollen, dass jedes Gramm CO2 teuer bezahlt werden muss.

Deutschlands Autofahrern droht der nächste Preisschock. Eine von BMW in Auftrag gegebene Studie der Technischen Universität Berlin und des Potsdamer Instituts für Klimaforschung empfiehlt, neben dem Flugverkehr (ab 2012) auch den Straßenverkehr in den Emissionshandel einzubeziehen. Die Mineralölkonzerne müssten sich danach für jedes Gramm Kohlendioxid (CO2) eine Erlaubnis (Zertifikat) kaufen. Eine Einbeziehung des Straßenverkehrs in den Emissionshandel würde beim derzeitigen CO2-Preis Zusatzkosten von drei bis fünf Cent pro Liter verursachen.

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*Durchschnittswert 2010 / **Energiebevorratungsabgabe zur Sicherstellung der Versorgung

"Alternativ zum Emissionshandel ist auch eine europaweite Lenkungsabgabe oder CO2-Steuer in dieser Größenordnung vorstellbar", so Studienautor Felix Creutzig. Die FDP wollte den Emissionshandel für Autos 2009 sogar in den Koalitionsvertrag schreiben. Umweltexperte Michael Kauch: "Die tatsächlichen Emissionen sind entscheidend für den Klimaschutz: also die Fahrleistung eines jeden. Ein Emissionshandel wäre daher geeigneter als CO2-Grenzwerte für Autos." Doch der Koalitionspartner sperrt sich – bis heute. "Das Thema steht nicht auf der Agenda", so ein Sprecher von Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Im Fokus stünden "Elektromobilität und emissionsarme Motoren".

Täuschungsmanöver: Das Ökolabel für PKW kommt

Auch die Europäische Union (EU) schreckt noch davor zurück, dem Autofahrer ans Portemonnaie zu gehen. Weder Kommission, Rat noch EU-Parlament hegen konkrete Pläne. "Der Autofahrer, dem ohnehin schon tief in die Tasche gegriffen wird, müsste sich auf weitere Belastungen einstellen. Damit trifft es am meisten Menschen im ländlichen Raum. Das ist falsch verstandene Klimapolitik", so der EU-Parlamentarier Markus Ferber (CSU). Schon jetzt bieten Energieagenturen wie Ecogood aus Berlin Klimavignetten an. 10.000 Kilometer kosten bei 2.224 Kilo CO2-Ausstoß und acht Liter Benzin Verbrauch 44,48 Euro. Mit dem Geld werden in der chinesischen Provinz Jiangsu Deponiegase eingedämmt.

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Kommentare zum Artikel (46)

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FutureBoy
18.07.2011, 21:39Uhr

@bronx.1965 Der Staat profitiert... aber die Mineralölkonzerne machen die Preise. Ist das so schwer zu verstehen!? Und nochmal... Öl ist zu wertvoll, als dass man es wie die Amis einfach "verblasen" sollte, daher muss man auch dort reglementieren, wo der gemeine Steuerzahler sonst Unvernunft walten lassen würde. Der Staat verbietet ja keinem einen dicken SUV zu fahren... er muss es aber nicht mit niedrigen Benzinsteuern unterstützen. Das nicht alles Gold ist, was "die da oben" machen, steht außer Frage. ;)

Dave McShave
18.07.2011, 13:47Uhr

@Dave: Auf bestimmten Straßen Italiens (3-spurigen-Autobahnen) wird das Tempolimit auf 150 erhöht. In Polen auf 140. Was sagt uns das?

Gasmann
17.07.2011, 23:29Uhr

Was regt Ihr Euch auf? Vier Cent mehr - das merkt man doch kaum! Geht der Preis doch spätestens Mittwoch sowieso wieder hoch. Und ob der Staat oder die Konzerne die Schraube drehen, ist doch wurscht.
Nein, im Ernst: der Sprit ist bereits viel zu teuer, solange wir auch noch KFZ-Steuern und Maut bezahlen sollen. Wenn die Politik das abschaffen würde, könnte man den Preis gerade noch akzeptieren. Aber da nicht nur die nicht betroffenen Bürger immer wieder die gleichen Figuren wählen, sondern die Autofahrer auch selbst, gilt das Motto: "WEITER SO, DEUTSCHLAND!"

bronx.1965
17.07.2011, 19:27Uhr

@FutureBoy: Der Staat verdient prächtig mit durch Unterlassung und Duldung dieser Umstände. (Siehe Bericht des Bundeskartellamtes zu vermeintlichen "Preisabsprachen".) Soviel zum " platt meckern über den Staat". Erstmal Informieren ist meistens besser.

FutureBoy
17.07.2011, 18:23Uhr

Wenn Benzin nicht so teuer wäre, würde sich doch keiner um verbrauchsarme Autos kümmern. Schaut euch doch mal die USA an... alles unter nem V6 ist doch für die untermotorisiert. Die kümmert der Verbrauch 0 und das kann auf lange Sicht nicht gut gehen. Außerdem dreht nicht der Staat pünktlich zu den Ferien an der Preisschraube sondern die Konzerne. Wer hier also so platt über den Staat meckert, sollte vielleicht mal ein wenig mit dem Überdenken eigener Vorurteile anfangen...

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