Fahrbericht Daimler Super Eight

Daimler Super Eight Daimler Super Eight

Fahrbericht Daimler Super Eight

— 23.01.2006

Es war schon immer etwas teurer ...

... einen Daimler zu fahren. Oh nein, keinen Mercedes, sondern den aristokratischen Super Eight aus England.

Handarbeit an allen Ecken und Enden

Die Queen fährt einen. Höchstselbst. Und – wie wir aus gut unterrichteten Quellen erfuhren – immer freitags. Das nur vorweg, damit wir wissen, wovon wir hier reden. Also, Daimler, die älteste englische Automarke, meldet sich nach drei Jahren Sendepause mit einem neuen Auto zurück, dem Super Eight. Wobei das neu relativ ist – denn die Basis des Daimler ist der seit drei Jahren gebaute Jaguar XJ.

Doch dieses Schicksal ist leicht zu verschmerzen, schließlich ist auch der XJ von Haus aus schon eine ansehnliche, stilvolle Erscheinung. Natürlich dient als technischer Untertan nicht irgendwer, sondern die Version mit langem Radstand, die sich auf eine Länge von 5,22 Metern streckt – so lang wie die Langversion des deutschen Daimlers, der Mercedes S-Klasse (5,21 Meter). Aber das ist Bürgertum, hier geht es um höhere Stände. Und deshalb wurde der Super Eight mit allerfeinster Handarbeit an allen Ecken und Enden bedacht.

Außen erkennt ihn nur der Kenner am geriffelten Kühler, an Chromleisten um Fenster und Rückleuchten und an speziellen 18-Zoll-Rädern. Für den Innenraum müssen ganze britische Wälder gerodet worden sein, soviel Holz ist hier verbaut. Aber was heißt Holz? Wir sprechen von Walnußwurzelholz besten Ursprungs. Die Intarsien wiederum bestehen aus Buchsbaum. Und dann diese Lammwollteppiche. Knöcheltief umschmeicheln sie das Schuhwerk.

Technische Daten, Fahrleistungen und Preis

Die besten Plätze liegen natürlich in der zweiten Reihe – die beiden Einzelsessel dort lassen sich elektrisch verstellen – wie übrigens (von hinten) auch der Beifahrersitz. Für Tea oder Whisky gibt es zwei ausklappbare Tischchen an den Rücklehnen der Vordersitze. Es läßt sich aushalten, sanft schaukelt die Luftfederung, Lärm dringt kaum ans Ohr von Lord oder Lady – die Scheiben sind laminiert, und allzuviel Radau macht auch der V8-Kompressor trotz seiner quicklebendigen 395 PS nicht.

Unsere Quellen vermelden übrigens auch, daß die Security nicht ganz soviel Freude an dieser hohen Leistung hat, die Queen schon. Frau Königin dürfte auch der Preis von 112.500 Euro nicht sonderlich beeindrucken, angeblich gibt es weltweit weitere 1000 Interessenten. Den ganz ähnlich aussehenden Jaguar XJ Sovereign mit 298 PS gibt es übrigens schon für 75.470 Euro. Aber das ist halt auch kein Daimler. Und da hört der Spaß nun wirklich auf.

Technische Daten: V8-Kompressor • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 4196 cm³ • Leistung 395 PS bei 6100/min • max. Drehmoment 541 Nm bei 3500/min • Heckantrieb • Sechsgang-Automatik • Einzelradaufhängung • Kofferraum 470 Liter • Tankinhalt 85 Liter • Länge/Breite/Höhe 5215/1860/1448 mm • Reifen 235/50 R 18 • Leergewicht 1734 kg • 0–100 km/h in 5,3 s • Spitze 250 km/h • Verbrauch 12,3 l/100 km • Preis: 112.500 Euro

Autor: Dirk Branke

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