Fahrbericht Opel Signum

Fahrbericht Opel Signum Fahrbericht Opel Signum

Fahrbericht Opel Signum

— 30.04.2003

Signalwirkung

Die Limousine mit dem ungewöhnlichen Heck-Design soll für Opel völlig neue Käuferschichten erschließen.

13 Zentimeter mehr Radstand als der Vectra

Erinnern Sie sich noch an das Image von Opel in den 60er und 70er Jahren? Auf der Hutablage lag die unverzichtbare Klopapierrolle im schmucken Häkeldesign, und der Fahrer legte lieber Hosenträger an statt den Sicherheitsgurt. In den 90ern schließlich kam der Niedergang – Rückrufe, Qualitätsprobleme und eher Langeweile in der Modellpalette.

Das alles ist Schnee von vorgestern. Schon der Zafira zeigte 1998, wo es bei Opel jetzt langgeht. Innovative Nischen-Konzepte sollen künftig auf bis zu 40 Prozent der Modellpalette ausgedehnt werden. Zafiras kleiner Bruder Meriva kopiert das Flex7 genannte Erfolgsrezept ab Mai eine Klasse tiefer. Im gleichen Monat fügt der neue Signum dem FlexSpace-Konzept eine weitere Variante hinzu, die frischen Wind in die Mittelklasse bringen soll.

Schon äußerlich präsentiert sich der Signum als Mitglied der Vectra-Familie – jedenfalls bis zur B-Säule. Bei vier Zentimeter mehr Außenlänge kommt er auf 4,63 Meter und bietet dabei 13 Zentimeter mehr Radstand als die Stufenhecklimousine.

Travel Assistent statt fünften Mitfahrer

Charakteristisch ist das dynamisch wirkende Heck mit kuppelförmiger Glasscheibe und massiver C-Säule. Umsteigern kommen Interieur und Armaturenbrett vertraut vor; die große Überraschung offenbart sich erst beim Platznehmen in der zweiten Reihe.

Selbst wenn groß gewachsene Fahrer und Beifahrer den Verstellbereich der Vordersitze ausschöpfen, steht für die Fondpassagiere noch reichlich Knieraum zur Verfügung. Richtig luxuriös wird es gar, wenn die ebenfalls in Längsrichtung verschiebbaren äußeren Fondeinzelsitze weit hinten positioniert sind und zugleich deren Lehnenneigung in einer bequemen 30-Grad-Stellung steht. Ähnlich komfortabel reist man nur in Oberklasse-Limousinen wie im VW Phaeton oder in den Langversionen von BMW Siebener und Mercedes-Benz S-Klasse. Dann reduziert sich das Kofferraumvolumen aber auf 365 Liter.

Lediglich ein fünfter Mitfahrer fühlt sich in der Fondmitte wie das fünfte Rad am Wagen. Den Platz überlässt man besser dem so genannten Travel Assistant. Das ist eine fest zwischen den Sitzen verankerte Box, die zwei Klapptische, Abfallbehälter, Cupholder, Kühlbox, 12-Volt-Steckdose und eine Halterung für einen DVD-Player enthält. Weitere Ablagen befinden sich in einer im Dachhimmel integrierten Konsole. Den gelungenen Spagat zwischen Kombi und Limousine unterstreicht der äußerst variable Kofferraum: Bis zu 1410 Liter Volumen sind ein Wort.

Guter Komfort trotz straffer Abstimmung

Lob heimst auch das gegenüber der Limousine nochmals verfeinerte Fahrwerk mit seinen hohen Sicherheitsreserven ein. Wie auf Schienen eilt der Signum über die Autobahn, zeigt hier in Kurven keine Spur von Nervosität. Und bei schneller Fahrt über Landstraßen braucht das serienmäßige ESP nur im äußersten Notfall einzugreifen. Trotz der relativ straffen Abstimmung bleibt der Komfort nicht auf der Strecke. Einzig bei Bummeltempo um die 60 km/h gibt es auf sehr schlechten Fahrbahnen dezente Rückmeldungen von der Hinterachse.

Mit dem neuen 177 PS starken V6-Diesel steht ein sparsames und ausreichend kultiviertes Aggregat zur Verfügung. Der Selbstzünder klingt nur beim Beschleunigen kernig und läuft recht vibrationsarm. Bei der aufpreispflichtigen Fünfstufen-Automatik stören allerdings längere Schaltpausen. Mit rund 4000 Kilometern auf dem Tacho war unser Testexemplar allerdings für einen Diesel noch fast taufrisch. Möglich, dass die adaptive Automatik im Lauf der Zeit ein spontaneres Ansprechverhalten erlernt.

Die Preisgestaltung erinnert an alte Tugenden. Mit 1,8-l-Motor (122 PS) gibt es den Signum schon ab 23.000 Euro, der V6-Diesel startet bei 28.900 Euro und bietet serienmäßig ESP, sechs Airbags und Klimaanlage. Das darf ruhig so bleiben.

Fazit und Technische Daten

Fazit Mit dem Signum bereichert Opel die Mittelklasse. Das neue FlexSpace-Konzept sollte auch die Konkurrenz zum Nachdenken anregen. Die Nische hat der Opel gut besetzt.

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