Formel 1: Galerie - Singapur GP

Singapur GP 2014 Singapur GP 2014 Singapur GP 2014

Formel 1: Chaos um Ferrari & Alonso

— 23.09.2014

Alonso will zu Lotus

Stehen die Zeichen bei Ferrari und Fernando Alonso plötzlich doch auf Trennung? Der Spanier soll für 2015 auf einen Wechsel zu Lotus spekulieren.

Trennen sich die Wege von Fernando Alonso und Ferrari? AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr: Alonso-Manager Flavio Briatore will den Spanier zu Lotus bringen! Das Team des Luxemburgers Gerard Lopez soll im kommenden Jahr mit Mercedes-Motoren fahren. Damit glaubt Alonso konkurrenz- und WM-fähig zu sein. Für Alonso wäre es nach 2002 bis 2006 und 2008 bis 2009 bereits die dritte Amtszeit beim ehemaligen Renault- und heutigen Lotus-Team im englischen Enstone. Die Finanzierung des angeschlagenen Rennstalls soll der Mode-Tycoon und Multimilliardär Lawrence Stroll übernehmen. Der Kanadier denkt schon länger darüber nach ein Formel-1-Team zu kaufen, um seinem Sohn Lance ein Cockpit zu beschaffen. Der jetzige Ferrari-Junior könnte dann Alonsos neuer Teamkollege werden. Doch warum plötzlich eine solche Wendung im Transferkarussell der Formel 1?

Erst 2016 wieder vorne?

Basta così? Hat Alonso auf Grund der Ferrari-Krise endgültig die Schnauze voll von der Scuderia?

Das Formel-1-Wochenende in Singapur hat für Chaos gesorgt in der Beziehung zwischen Fernando Alonso und Ferrari. Am Montag waren die italienischen Medien voll von Abschiedsgeschichten. Il Giornale schrieb: Montezemolo-Nachfolger Sergio Marchionne wolle eine neue Ära einläuten und dafür sogar Alonso opfern. Die Gazzetta dello Sport berichtete, Alonso hätte Ferrari bereits über seinen Abschiedswunsch informiert. Fakt ist: Alonso ist unzufrieden mit der Leistung seines Autos und seines Teams. Schon im vergangenen Jahr hatte er sich deshalb bei Red Bull angeboten und auch Lotus ins Auge gefasst (AUTO BILD MOTORSPORT berichtete damals exklusiv). Die große Regelreform im Winter hat Ferrari erneut verschlafen. Das Problem: Teamchef Marco Mattiacci macht Alonso keine haltlosen Versprechungen. Intern geht man davon aus, erst 2016 wieder siegfähig zu sein. Bei dem Ex-Champion und seiner Entourage sorgen solche Nachrichten regelmäßig für Treuebrüche en masse.

Hamilton als Tauschobjekt

So auch diesmal: Alonso-Manager Briatore hat hinter den Kulissen alles versucht, um den Spanier in ein Top-Team zu bringen. AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr: Bei Red Bull hat man erneut angefragt und auf eine bestehende Ausstiegsklausel hingewiesen. Resultat: die zweite Absage innerhalb von zwölf Monaten. Auch bei Mercedes haben Alonso und Briatore an die Tür geklopft. Der konkrete Vorschlag: ein Tausch mit Hamilton. Doch auch Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda hat abgewunken. Die spanische Presse stellt das jetzt anders da. Mercedes wolle Hamilton loswerden und sei auf Alonso zugegangen. Gespräche mit McLaren laufen ebenfalls. 150 Millionen Dollar soll Teamchef Ron Dennis Alonso geboten haben, damit er seinem künftigen Antriebspartner Honda einen Starpiloten bieten kann.

Unsicherheit bei McLaren

Ex-Teams als Option: Für McLaren fuhr Alonso (l.) zum Beispiel schon 2007 - gemeinsam mit Hamilton (r.)

Doch McLaren ist für Alonso keine wirkliche Alternative – zu negativ sind Berichte über den neuen Antriebsstrang. Dazu kommt: Bis Ende Oktober muss Dennis das Geld aufbringen, um seine Anteile am Team aufzustocken. Das verlangen die Anteilseigner aus Bahrain und TAG-Heuer-Chef Mansour Ojjeh. Schafft Dennis das nicht, muss er McLaren wieder verlassen. Das heißt: Dennis, der mit sagenhaften Geldangeboten Unruhe stiftet, indem er Alonso, Vettel und sogar Hamilton 2015 zu Honda-McLaren locken will, könnte sich Ende Oktober als Mogelpackung erweisen. Das Problem: Die Flirts seines Managers Flavio Briatore mit Red Bull und Mercedes haben sich im Fahrerlager rumgesprochen. Briatore gilt nach seiner Aktion als Renault-Teamchef in Singapur 2008, als er Nelson Piquet  jr. absichtlich in die Mauer fahren ließ, ohnehin als persona non grata.

Bianchi als Lückenfüller?

Auch durch seine Beziehung zum Italiener hat sich Alonso bei Ferrari ins Abseits gebracht. „Wie schon oft festgehalten, hat Alonso einen Vertrag mit uns bis 2016“, sagt Teamchef Marco Mattiacci und räumt ein: „Aber wir diskutieren, auch was unsere Beziehung betrifft.“ Ferrari weist eine Ausstiegsklausel im Alonso-Vertrag ins Reich der Fabel. Offenbar würde man den Spanier aber nicht aufhalten, wenn er denn gehen will. Als Alonso-Nachfolger neben Kimi Räikkönen wird in Italien derzeit Marussia-Pilot und Ferrari-Junior Jules Bianchi gehandelt. Sebastian Vettel, ein Wunschkandidat von Ex-Präsident Luca di Montezemolo und seinem ehemaligen Teamchef Stefano Domenicali, hat bis Ende 2015 Vertrag bei Red Bull.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Getty Images

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.