Formel 1 2014

Formel 1: Drei Autos pro Team?

— 02.10.2014

Ecclestone plant die Zukunft

Sperren die finanziell angeschlagenen Teams bald zu, könnten die Hersteller drei Autos pro Team ins Rennen schicken - so will es zumindest Bernie Ecclestone.

„Ich sehe lieber ein Team wie Ferrari mit drei Autos als Rennställe am Ende des Feldes, die ums Überleben kämpfen.“ Mit Aussagen wie dieser sorgt Bernie Ecclestone (83) im Fahrerlager der Formel 1 derzeit für Aufsehen. Vor allem, da in der Tat gleich mehrere Teams in der Königsklasse in akuten finanziellen Schwierigkeiten stecken. Namentlich Marussia, Caterham und Sauber kämpfen derzeit ums Überleben. Gerüchten zufolge soll für Marussia schon nach dem Rennen in Sotschi (12. 10.) Schluss sein. Zu Caterham sagt Neu-Teamchef Manfredi Ravetto: „Jeder weiß, in welchem Zustand wir dieses Team vorgefunden haben und wir versuchen alles, es am Leben zu halten.“

Wolff glaubt nicht daran

Bernie Ecclestone (l.) will drei Autos pro Team - Red Bull um Teamchef Christian Horner (r.) kann damit gut leben

Machen die Kleinen tatsächlich bald schlapp, hat Ecclestone gleich zwei konkrete Pläne in der Hinterhand. Der erste: acht Teams mit drei Autos. Der zweite, aber noch streng geheime: vier Teams mit fünf Autos. Das Ergebnis wäre in jedem Fall eine Formel 1 der Hersteller. Doch die sind sich selbst nicht einig, was sie wollen. „Die Regel gibt es ja bereits, dass wir – wenn wir unter 20 Autos fallen – pro Team drei Fahrzeuge einsetzen müssen“, verrät Mercedes- Motorsportchef Toto Wolff (42) gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT. Auch wenn der Österreicher nicht davon ausgeht, dass dieser Fall eintritt, sagt er dennoch: „Wenn es passiert, wären wir im Sinne der Formel 1 bereit, über ein drittes Auto nachzudenken.“

Marko begrüßt Überlegungen

Auch bei den anderen Top-Teams wie Ferrari und Red Bull stößt die Idee auf offene Ohren. Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko (71) ist zum Beispiel nicht abgeneigt: „Unsere Kapazitäten in Milton Keynes sind so groß, dass wir kaum Zusatzkosten durch ein drittes Auto hätten. Im Gegenteil: Man könnte weitere Sponsorflächen verkaufen, die dann sogar Geld bringen. Außerdem wäre das eine Lösung für unser Luxusproblem: Wir haben zu viele gute Fahrer für zu wenige Cockpits.“

Mittelfeld nicht begeistert

Wenig begeistert sind hingegen die momentanen Mittelklasse-Teams wie Williams oder Force India. Sie wären nach dem Umbruch die neuen Kleinen und zum Hinterherfahren verdammt, machen die Hersteller Siege und Punkteränge dann wohl unter sich aus. Der Kraftakt eines dritten Autos, den Wolff mit ca. 20 Millionen Euro Zusatzkosten pro Rennstall beziffert, ist für die Privatteams schlichtweg nicht zu stemmen. Force India-Teamchef Vijay Mallya (58) warnt deshalb: „Die DNA unseres Sports sollte erhalten bleiben. Statt das Starterfeld auf den Kopf zu stellen, sollte Bernie Ecclestone lieber über eine gerechtere Verteilung der Einnahmen nachdenken...“

Autoren: Bianca Garloff, Ralf Bach, Frederik Hackbarth

Fotos: Getty Images

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