Webber

Formel 1: Interview Webber

— 17.08.2016

"Kämpfen wie ein Straßenköter"

Mark Webber spricht im Interview mit ABMS über sein Verhältnis zu Sebastian Vettel und gibt auch seinem Ex-Teamkollegen Nico Rosberg Tipps im Titelkampf.

Herr Webber, Sie sind von der Formel 1 in die Sportwagen-WM gewechselt. Vergleichen Sie bitte!

Mark Webber (39): Das kommt drauf an, welche Formel 1 gemeint ist. Ich bin zwölf Jahre lang da -gefahren, und es hat sich in der Zeit viel geändert. Anfangs war -alles sehr aggressiv, wir hatten sehr viel Motorleistung, niedriges Gewicht und spezielle Reifen für absolut maximale Performance. Als ich die Formel 1 verlassen -habe, war davon nicht mehr viel übrig. Die Autos waren langsamer und physisch einfacher zu fahren. Der Unterschied zum LMP1: Gerade beim Porsche ist das Hybridsystem, so glauben wir, das beste in der Welt. Aus den langsamen Kurven haben wir dank Allrad eine viel bessere Beschleunigung. Die Effizienz des Motors ist unglaublich. Die Autos sind sexy.

Wie wichtig wäre Ihnen ein Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans?

Ich bin glücklich, dass ich ein Weltmeister bin. Le Mans ist ein Rennen, wo du auch ein bisschen Glück brauchst. Dieses Jahr habe ich mich so gefühlt, dass ich das Rennen gewinnen könnte, aber wir hatten nicht die Zuverlässigkeit. Es wäre schön, Le Mans zu gewinnen, aber ich wache nicht -jeden Tag auf und denke daran.

Ihr Ex-Team Red Bull holt in der Formel 1 derzeit deutlich auf Mercedes auf.

Ich sehe nicht, dass Red Bull wirklich aufgeholt hat. Sie haben hier und da gute Rennen, aber Mercedes ist normalerweise noch unschlagbar.

Red Bull liegt aber vor Ferrari.

Mark Webber hat gut lachen: Derzeit ist er amtierender Sportwagen-Weltmeister

Ferrari ist eine große Enttäuschung. Sebastian und Kimi tun, was sie tun können. Die Fahrer schützen das Team sehr stark in den Medien, aber innerlich wissen sie, dass das Team auf einem höheren Niveau fahren könnte. Ich denke, sie haben ihr volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft, jede Woche ist irgendetwas, was sie nicht das Maximum herausholen lässt, ob das jetzt Getriebestrafen oder Strategiefehler sind. Das ist für Fahrer frustrierend.

Kann Vettel das Team nach vorn bringen?

Ohne Zweifel kann er das. Aber er braucht die richtigen Leute. Ich bin mir nicht sicher, ob sie die derzeit haben. Ferrari steht medial unter Druck, sie müssen immer Resultate liefern. Man kann bei Sebastian sehen, dass das frustrierend sein kann. Aber seine Erfahrung wird ihm helfen, sich da rauszuboxen.

Wie stehen Sie mittlerweile zu Vettel?

Als wir zusammen im Boxring waren, war der Kampf sehr intensiv. Aber das musste so sein, wir wollten beide das Beste aus uns herausholen. Jetzt haben wir mehr Abstand dazu und ein normales Verhältnis, wir telefonieren sogar ab und an. Wir respektieren uns.

Ihr Ex-Teamkollege Nico Rosberg ist heute in einer ähnlichen Situation wie Sie damals bei Red Bull. Was ist Ihr Ratschlag?

Er muss kämpfen wie ein Straßenköter! Die Saison ist sehr lang. Er muss sich seine Energie einteilen und zuschlagen, wenn Lewis Hamilton gerade wieder einen kniffligen Moment hat.
Rosberg versus Hamilton: Das Duell in der Chronologie

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Porsche

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.