Hautnah: Rosbergs Titelmomente

Formel 1: Kommentar zum Rosberg-Rücktritt

— 02.12.2016

Rosberg beweist viel Mut

Nico Rosberg tritt zurück. Ist es ein Davonlaufen? ABMS-Redaktionsleiterin Bianca Garloff ist da ganz anderer Meinung und stolz auf Nico Rosberg.

Etwa eine Stunde vor Nico Rosbergs Auftritt hier in Wien bei einer Pressekonferenz zur FIA-WM-Gala erreichte mich die Nachricht von einem Erdbeben bei Mercedes. Kein Ausstieg des Teams sollte es sein, nichts zu tun haben mit Lewis Hamilton. Als Nico Rosberg sich vor den offiziellen Fragen des Moderators dann plötzlich vor die wenigen anwesenden Journalisten stellte, hatte ich keinen Zweifel: Dies ist kein Witz. Ohne große Umschweife verkündete Rosberg seinen Rücktritt als aktiver Formel-1-Rennfahrer. Mit Tränen in den Augen. Und trotzdem total cool und gefasst. Er wolle sich diesen Stress nicht mehr antun. Will endlich Ehemann und Vater sein. Danach pustete er durch: "Mann, das hat mich jetzt einiges gekostet."

Die Formel-1-Sensation: Rosberg hört auf

Während für alle anderen Formel-1-Piloten gilt: Immer höher, immer schneller, immer weiter, sagt Nico Rosberg als Weltmeister Tschüß. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere tritt er ab. Ausgelaugt vom ewigen Kampf gegen einen Lewis Hamilton. Ausgebrannt vom ständigen Reisen, vom Leben am Limit. Rosberg drückt die Stopptaste. Bis hier und nicht weiter. Das zeugt von enorm viel Mut, der Fähigkeit zur Selbstbeobachtung und von Intelligenz. Es ist nicht die leichtere Entscheidung. Einfach weitermachen, das tun die meisten. Sich bewusst für ein anderes, ein ruhigeres Leben zu entscheiden, ohne Adrenalinkicks, Siegerpokale und Schampus auf dem Podium, das tut nun Nico Rosberg.

Dass er anders ist als andere, das wussten wir schon immer. Lange galt er als zu nett, zu weich, zu lieb. Auch jetzt könnte man wieder denken: Ach, er ist dem Druck eben doch nicht gewachsen. Nein, ich sehe das ganz anders: Rosberg hat es dieses Jahr mit einer enormen Energieleistung geschafft zwei extrem schwere Gegner zu besiegen. Lewis Hamilton und seine eigenen Zweifel. Das war stark. Megastark. Jetzt loszulassen und sich neuen Aufgaben zu stellen - ohne Angst zu haben in ein Loch zu fallen, ist noch stärker. Ich kenne Nico jetzt, seit er 15 Jahre alt ist. Und ich bin mächtig stolz auf ihn.
Rosberg-Rücktritt: Comeback ist ausgeschlossen

Autor: Bianca Garloff

Fotos: Twitter/Nico Rosberg / Picture-alliance

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