Formel-1-Test - Barcelona: Tag 3

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Formel 1 spielt Reise nach Jerusalem

— 23.02.2016

Exklusiv: Neues Qualifying-Format

Wie AUTO BILD MOTORSPORT exklusiv erfahren hat, ändert sich für die Saison 2016 das Qualifying-Format in der Formel 1. Die Details zum Beschluss hier.

Bernie Ecclestone schimpft über die "schlechteste Formel 1 aller Zeiten". Flavio Briatore nennt sie eine "zerbrochene Business-Plattform". Doch beim Versuch die Attraktivität der Königsklasse wiederzubeleben, stehen sich die Hauptdarsteller selbst im Weg.

Der Druck steigt: Mercedes & Ferrari fahren es 2016 wohl auch schon am Samstag auf der Strecke aus

Jetzt wurde mal wieder etwas verändert, das eigentlich gut funktioniert hat: das Qualifying-Format. Bereits ab Melbourne 2016 soll es den Quali-Modus in seiner aktuellen Form nicht mehr geben. Das hat die Formel-1-Kommission am Dienstag (23. Februar 2016) in Genf beschlossen, wie AUTO BILD MOTORSPORT exklusiv bereits im Live-Ticker gemeldet hatte.

Ab dem Saisonstart in Australien gibt es demnach ein einstündiges Ausscheidungsverfahren, weiterhin unterteilt in drei Sessions. Nach einer gewissen Einfahrzeit fliegt zunächst ein Fahrer raus, danach scheidet alle 90 Sekunden der jeweils langsamste Pilot aus. Zunächst sieben Fahrer in Q1, weitere sieben in Q2. In Q3 holt derjenige die Pole-Position, der am Ende übrig bleibt. Quasi eine Formel-1-Version der Reise nach Jerusalem. Die Folge: viel Betrieb auf der Strecke, weil es sich keiner leisten kann, nicht zu fahren. Genauere Details wie die Reifenwahl und ihr Einfluss auf das Rennen stehen noch nicht fest. Der FIA-Weltrat muss das neue System noch ratifizieren.

Hier der neue Quali-Modus noch einmal in der Übersicht – so soll er funktionieren:
Neues Qualifying-Format der Formel 1
Q1
Dauer: 16 Minuten
Nach 7 Minuten fliegt der langsamste Fahrer raus
Danach scheidet alle 90 Sekunden der jeweils langsamste Pilot aus, bis die Zeit abgelaufen ist
7 Fahrer sind raus, 15 ziehen in Q2 ein
Q2
Dauer: 15 Minuten
Nach 6 Minuten fliegt der langsamste Fahrer raus
Danach scheidet alle 90 Sekunden der jeweils langsamste Pilot aus, bis die Zeit abgelaufen ist
7 Fahrer sind raus, 8 ziehen in Q3 ein
Q3
Dauer: 14 Minuten
Nach 5 Minuten fliegt der langsamste Fahrer raus
Danach scheidet alle 90 Sekunden der jeweils langsamste Pilot aus, bis die Zeit abgelaufen ist
Die zwei letzten Piloten fahren in den finalen 90 Sekunden die Pole-Position aus
Darüber hinaus gab es noch keine Entscheidungen in Genf. Die Strategiegruppe konnte sich immer noch nicht auf das Formel-1-Auto der Zukunft einigen. Die Kosten der Motoren ab 2018 werden in einem Monat neu verhandelt, ebenso die neuen Autos ab 2017. Der radikale Red-Bull-Vorschlag (50 Prozent mehr Abtrieb) wurde abgelehnt. Die McLaren-Idee (1,80-Meter-Breite statt 1,60 Meter, 30 Prozent mehr Abtrieb), ein Kompromiss aus dem Status quo und Red Bulls Vorstellungen, scheint die wahrscheinlichste Variante.

Der F1-Boss im Angriffsmodus: Bernie Ecclestone legt sich immer mehr mit den großen Teams an

Generell herrschte offenbar Chaos bei den Sitzungen in der Schweiz. Nicht jeder Teamchef soll auf Anhieb verstanden haben, wie das neue Zeittraining nun tatsächlich funktionieren soll. Ecclestone war offenbar extrem aggressiv. Er drohte: Wenn es so weiterginge mit der Königsklasse, würde man Rennen verlieren. Ein Teamchef soll daraufhin geantwortet habe: "Wenn es die richtigen sind, warum nicht?" Fest steht: Ecclestone läuft immer mehr gegen die Wand aus der Allianz von Mercedes und Ferrari.

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Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: Picture-Alliance

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