Red Bull als erster Konkurrent von Mercedes: Warum haben die Österreicher trotz PS-Nachteils Ferrari nun auch auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Spa im Griff? Max Verstappen startet heute von Rang zwei, hatte in der Qualifikation nur etwas mehr als eine Zehntelsekunde Rückstand auf Nico Rosberg im Über-Mercedes. Ferrari-Star Kimi Räikkönen wurde mit zwei Hunderstelsekunden geschlagen.
Helmut Marko
Helmut Marko (l.) versteht die Aufregung nicht
Bereits am Freitag stand der Diffusor von Red Bull im Zentrum der Aufmerksamkeit. TV-Bilder zeigten, wie sich das Hinterteil des Autos sowohl vertikal als auch horizontal zu bewegen schien. Gleich vermuteten die Gegner einen flexiblen Diffusor. Ein Teamchef zu ABMS: „Der Diffusor winkt einem ja regelrecht zu. Illegal muss das aber nicht sein.“ Warum es denn nicht auch die Gegner ausprobieren? Der Teamchef: „Das muss man erst mal hinkriegen, das ist schon eine aerodynamische Leistung!“
Fakt ist: Red Bull generiert extrem viel Abtrieb über den Unterboden. Diffusor, unterer Querlenker und Bremsbelüftungen bilden eine aerodynamische Einheit. Der Diffusor selbst besteht aus mehreren vertikalen Finnen, die den Luftfluss beschleunigen und so den Anpressdruck erhöhen. Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko zu ABMS: „Unser Auto ist komplett legal. Alles andere ist üble Nachrede.“
Red Bull
Red Bull fliegt auf dem Ardennen-Kurs in Spa nur so
Offiziell hat auch kein Team gegen die Red Bull-Entwicklung protestiert. Nach ABMS-Informationen wurden Fotografen von Ferrari aber gebeten „genau hinzuschauen“. Den ersten Hinweis, dass Red Bull unglaublich viel Abtrieb über den Unterboden generieren kann, gab der Test mit den neuen Pirelli-Reifen. Während Ferrari größere Flügel ans Auto schrauben musste, holte sich Red Bull die geforderten 20 Prozent mehr Abtrieb allein über den Unterboden.