Berger

Formel 1: Wird Berger McLaren-Teamchef?

— 01.10.2014

Entwicklungsrückstand bei Honda

Honda soll mit dem neuen F1-Motor für McLaren in Verzug sein - spielt ausgerechnet Gerhard Berger als neuer Teamchef den Feuerwehrmann?

Was läuft da mit McLaren und Gerhard Berger? McLaren-Teamchef Ron Dennis steht offenbar unter gehörigem Druck. AUTO BILD MOTORSPORT weiß: Bis Ende Oktober muss er Investoren finden, die ihn zum Mehrheitseigentümer machen. Noch gehören 50 Prozent des Rennstalls der Königsfamilie von Bahrain, 25 Prozent TAG-Chef Mansour Ojjeh. Doch Dennis soll nach Ansicht der aktuellen Mehrheitseigentümer nur Teamchef bleiben, wenn er den Bahrainis 25 und Ojjeh 12,5 Prozent abkaufen und sich selbst so zum Mehrheitsteilhaber (dann 62,5%) machen kann. Ob der Brite die finanziellen Mittel dafür aufgetrieben hat, ist noch unklar.

Berger gerät ins Grübeln

Hondas neues Schmuckstück: So soll der Turbo-Antrieb im McLaren 2015 aussehen

Im Hintergrund planen die Bahrainis deshalb längst eine McLaren-Zukunft ohne Ron Dennis. AUTO BILD MOTORSPORT erfuhr: Ihr Wunschkandidat als Teilhaber und Teamchef ist Ex-McLaren-Pilot Gerhard Berger (55). Der Österreicher will auf ABMS-Nachfrage nur halb dementieren: „Ich habe nichts auf dem Tisch liegen“, sagt er, „und es gilt immer noch das, was ich im Mai bei Eurem Besuch in meinem Büro in Monaco gesagt habe.“ Damals betonte Berger gegenüber unseren Reportern: „Nach meiner Zeit bei BMW (Motorsportchef; d. Red.) war ich ja Teilhaber bei Toro Rosso. Ich tendiere auch heute noch dazu – wenn überhaupt – ein eigenes Team zu haben.“ Doch auch dafür müssten die Voraussetzungen stimmen. „Denn“, so Berger, „ich bin gerade wieder Vater geworden und müsste mich komplett von dem Leben verabschieden, das ich gerade führe. Aber wenn ich eine konkrete Anfrage hätte, bei der ein Hersteller eingebunden wäre, dann würde ich mir das sehr wohl überlegen.“

Honda im Rückstand?

Dazu würde McLaren passen. Die Briten starten in der kommenden Saison in eine neue Ära. Als Werksteam von Honda will man an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen. Mit Fernando Alonso, Sebastian Vettel oder Lewis Hamilton soll deshalb auch schnellstmöglich ein Weltmeister als Starpilot verpflichtet werden. Alonso will Ferrari nach ABMS-Informationen unbedingt verlassen und steht offenbar kurz vor der Unterschrift bei McLaren. Ein erstes Foto des neuen Antriebs, dem man allerdings noch einen Entwicklungsrückstand von drei Monaten, zu wenig Leistung und einen zu hohen Spritverbrauch nachsagt, wurde heute im Internet präsentiert. Gerhard Berger fuhr von 1990 bis 1992 selbst für McLaren-Honda in der Formel 1. 2008 verantwortete er als Toro-Rosso-Mitbesitzer Sebastian Vettels ersten Sieg in der Formel 1.

Autoren: Ralf Bach, Bianca Garloff

Fotos: ABMS / Honda

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