Gebrauchtwagenverkauf

— 19.05.2003

10 Tipps, die Geld bringen

Der alte Wagen muss weg. Am meisten Geld lässt sich immer noch beim Verkauf an privat erzielen. Zehn wertvolle Tipps.

Kein Dumping, keine Fantasiepreise

Riiiing, riiiing – das Telefon steht nicht mehr still. Und das direkt, nachdem Ihr Gebrauchter im Anzeigenblatt oder Internet auftauchte. Ist doch super!, könnte man im ersten Moment denken. Geld verschenkt!, behaupten wir. Denn Riesen-Nachfrage, meist schon zu unchristlicher Zeit am frühen Morgen, zeigt nur eins: Ihre Preisforderung ist zu niedrig.

Natürlich bringt es genauso wenig, Fantasiepreise aufzurufen. Nur bei realistischer Preisforderung werden potenzielle Käufer zu einer Fahrzeugbesichtigung auftauchen. Allein die ist schon nervenaufreibend genug. Immer wieder werden vereinbarte Termine oder Zusagen wie "Ich kaufe ungesehen zum geforderten Preis" von Interessenten nicht eingehalten. Versprechen dieser Art dienen oft dazu, Mitkonkurrenten auszustechen.

Wichtig ist, dass Sie den Zustand Ihres Fahrzeugs ehrlich beschreiben. Denn am Telefon zugegebene Mängel steigern das Vertrauen in den Verkäufer und geben dem Käufer später weniger Ansätze zum Handeln. Dazu kommt: Wenn ein Käufer weite Wege fährt, gibt es nach einer falschen Zustandsbeschreibung zu Recht böses Blut.

Optik zählt mehr als Technik

Ein von Autoverkäufern oft unterschätzter Punkt ist das Aussehen. Optik zählt mehr als Technik. Vor allem beim Verkauf an privat. Mit der Technik kennen sich viele Käufer nicht aus. Ist der Wagen aber sauber, wird er unterm Blech wohl auch gepflegt sein. Mit Putzen kann der Verkäufer also bares Geld verdienen. Wie viel, zeigt ein Test, den wir bei AUTO BILD durchführten.

Wir ließen einen Ford Mondeo zweimal von einem Gutachter schätzen: erst schmutzig, dann sorgfältig gereinigt und gelüftet. Ergebnis: üppige 500 Euro Preisdifferenz! Und lassen Sie sich bei Preisverhandlungen nicht über den Tisch ziehen, setzen Sie sich eine untere Schmerzgrenze.

Viele Profikäufer tauchen zu zweit auf. Der Job des zweiten Mannes: kein gutes Haar an Ihrem Wagen lassen. Aussagen wie "Jetzt sind wir extra den weiten Weg gekommen und hatten diese unglaublichen Kosten" und ähnliches Gejammere können Sie vergessen. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Denn in der Ruhe liegt die Kraft, und vielleicht kauft ja der nächste Anrufer den Wagen zum aufgerufenen Kurs.

Verkaufstipp 1 bis 3

1) DAT-Preise gibt’s bei autobild.de Nichts ist wichtiger als ein realistischer Preis. Wird der Wagen zu teuer angeboten, meldet sich kein Interessent, das Geld für die Anzeige ist futsch. Wird zu wenig verlangt, verschenken Sie Bares und müssen sich obendrein mit Interessenten herumärgern, obwohl der Wagen längst verkauft ist. Als erste Hausnummer für den Preis des Gebrauchten können Sie den DAT-Preis nehmen. Den finden Sie bei www.auto bild.de. Fürs lokale Preis-Feintuning vergleichen Sie ähnliche Auto-Angebote im Internet und in der örtlichen Tageszeitung.

2) Saubere Autos bringen mehr Geld Sauberkeit bringt Bares. Denn irgendwie gehört das Auto ja zur Familie. Und einen neuen Partner wünscht man gut gepflegt. Nichts ist schlimmer als der Zigarettenmief des Vorgängers. Damit der Käufer nicht gleich beim Türöffnen dankend ablehnt, den Wagen gründlich reinigen. Aschenbecher nicht vergessen, der wird nach einem Geschirrspülgang wie neu. Wenn nötig, eine Motorwäsche durchführen lassen. Lack polieren und kleine Kratzer entfernen. Kofferraum und Handschuhfach ausmüllen. Die nötigen Pflegemittel finden Sie im Autozubehörhandel. In schweren Fällen helfen Profibetriebe, z.B. Sonax, Telefon 0571/ 94 60 00, www. sonax.de, STAR und APZ, Tel. 06151/ 67 01 67, www.apzonline. de; Preise um 200 Euro.

3) Besser mit einem Prüfbericht Beim Autokauf spielt Vertrauen eine große Rolle. Es werden Mängelfreiheit, Kilometerlaufleistung und Unfallfreiheit versprochen. Prüft eine neutrale Stelle den Fahrzeugzustand, lassen sich Käuferzweifel aus dem Weg räumen. Angeboten wird dieser Gebrauchtwagencheck unter anderem von TÜV und DEKRA. Originell: ATU prüft und verschickt speziell für ebay-Kunden ein Zertifikat per E-Mail, Preis: 35 Euro. Der ADAC bietet sogar eine Gebrauchtwagengarantie an, die der Käufer übernehmen kann.

Verkaufstipp 4 bis 6

4) Der erste Eindruck sollte stimmen Tolle Gegend, sauberes Auto, vernünftig fotografiert. Wer seinen Wagen mit einem tollen Bild anbietet, sammelt gegenüber der Konkurrenz Pluspunkte. Neben einem guten Foto ist es wichtig, alle Vorzüge Ihres Autos aufzuzählen. Bescheidenheit ist hier fehl am Platz. Erwähnen Sie Extras, die in Ihrer Ausstattung serienmäßig waren. Zählen Sie von den Alufelgen bis zur Dachbox auf, was der Käufer mitbekommt. Bleiben Sie aber ehrlich. Es ist unfair, bei weit angereisten Interessenten falsche Hoffnung geweckt zu haben.

5) Inserate im Internet sind meist kostenlos Es gibt viele Möglichkeiten den Wagen an den Mann oder die Frau zu bringen. Ein Inserat im Automagazin, in der Tageszeitung, im kostenlosen Anzeigenblatt oder gleich ins Internet? Antwort: Autobörsen im Internet wie www. autobild.de sind schnell und umfangreich. Weiterer Vorteil: Das Einstellen ist (fast) immer kostenlos, Bilder zeigen den Wagen, und das Angebot kann weltweit abgefragt werden. Für Exoten oder teure Autos sollte zusätzlich ein Inserat in einer überregionalen Tageszeitung oder einem Magazin geschaltet werden. Liebhaber sind bereit, weit für ihren Traum zu fahren. Wollen Sie Ihren Zweitwagen loswerden, reicht oft das regionale Anzeigenblatt oder die Regionalzeitung.

6) Mehr Geld mit Garantie Privatpersonen können die Gewährleistung beim Autoverkauf ausschließen (siehe Punkt 9). Händler dagegen müssen auch bei Gebrauchten mindestens ein Jahr geben. Ein Grund, warum Profis einen im Schnitt 15 Prozent höheren Preis für den Gebrauchten erzielen. Eine privat abgeschlossene Gebrauchtwagengarantie (z. B. Condor ab 191 Euro, Preise gestaffelt nach Motorleistung) gleicht diesen Nachteil weitgehend aus. Gezahlt werden im Garantiefall Lohnkosten und – abhängig von der Laufleistung – ein Anteil am Material.

Verkaufstipp 7 bis 10

7) 0190er-Nummern ignorieren Beliebte Tricks von Betrügern und Täuschern: • Ein angeblicher Interessent bittet um Rückruf auf eine teure 0190-Nummer. • Wagen wird besichtigt, ein mündliches Angebot abgegeben. Bei Übergabe des Fahrzeugs drückt der Käufer den Preis massiv. • Betrüger zahlen mit falschen Schecks. • Händler nehmen Wagen in Kommission. Anstatt ihn zu verkaufen, wird kräftig Standmiete kassiert.

8) Probefahrt immer zu zweit Lassen Sie sich vor einer Probefahrt Führerschein und Ausweis des Käufers zeigen. Ist das Auto abgemeldet, müssen Kurzzeitkennzeichen oder eine rote Händlernummer angebracht werden. Wichtig: Versicherungsschutz besteht nur, wenn die Fahrzeugdaten in die Papiere der Kennzeichen eingetragen werden. Fahren Sie immer mit. Selbst wenn der Käufer anbietet, Papiere oder Kreditkarten bei Ihnen zu lassen – die könnten gefälscht sein. Gerade bei teuren Wagen nicht den Fahrzeugbrief mit auf die Probefahrt nehmen. Gauner könnten Ihnen Brief und Fahrzeug abjagen.

9) Ware immer nur gegen Bargeld Nur Bares ist Wahres. Zugegeben, ein alter Spruch, aber gerade beim Autoverkauf treffend. Setzen Sie sich vorher einen Mindestbetrag, lassen Sie sich nicht von gewieften Käufern herunterhandeln. • Schließen Sie einen schriftlichen Kaufvertrag. Möglichst einen Vordruck nutzen, zum Beispiel von www.autobild.de. Immer die Gewährleistung ausschließen. • Geben Sie den Fahrzeugbrief erst aus der Hand, wenn der volle Kaufpreis bezahlt ist. • Und wenn Sie bei der Übergabe von Geld und Papieren ein flaues Gefühl haben, vereinbaren Sie doch einen Termin bei Ihrer Hausbank. Hier kann das Geld gleich geprüft und eingezahlt werden.

10) Versicherung und Zulassungsstelle informieren Ist das Auto erfolgreich verkauft, müssen Sie Zulassungsstelle und Versicherung informieren (Vordruck im Kaufvertrag). Die entstempelten Schilder kann der neue Besitzer mitnehmen. Wohnt er im gleichen Bezirk, kann er die alten Autonummern für die Wiederzulassung nutzen. Stichwort Schadenfreiheitsrabatt: Melden Sie nicht gleich wieder ein neues Auto an, bleibt er bei den meisten Versicherern sechs Monate voll erhalten und sinkt danach pro Jahr um eine Stufe – und das bis zu sieben Jahre lang. Genaue Infos erhalten Sie bei Ihrer Versicherung.

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