Gelände-Fahrschule (3. Teil)

Gelände-Fahrschule (3. Teil)

— 15.05.2003

Quer ist schwer

Manchmal zwingen uns Hindernisse im Gelände zu einem nicht ganz ungefährlichen Fahrmanöver: der kippeligen Fahrt quer zum Hang.

Vorsicht beim dynamischen Kippwinkel

Eigentlich sollte man in Steilhängen immer in der Falllinie fahren – wie wir ja seit der letzten Gelände-Fahrschule wissen. Wenn das aber nicht möglich ist, weil beispielsweise natürliche Hindernisse die direkte Verbindung zwischen Tal und Berg versperren, dann bleibt uns nur die Wahl: umkehren oder die Schrägfahrt zu wagen – wichtig ist, die Risiken richtig einzuschätzen.

Da ist es gut, dass Schrägfahrten aus der Perspektive des Fahrers deutlich kniffliger aussehen, als sie es von außen betrachtet sind – schließlich darf die Gefahr des Kippens nicht unterschätzt werden. Weniger hilfreich sind dagegen die beachtlichen seitlichen Kippwinkel, die einige Geländewagenhersteller angeben. Dabei handelt es sich nämlich um den statischen Kippwinkel, der sich auf den stehenden Geländewagen bezieht.

Da es aber im Gelände nicht ums Parken, sondern ums Fahren geht, ist dieser Wert reine Theorie. Entscheidend ist vielmehr der dynamische Kippwinkel, der deutlich niedriger liegt als der statische. Verantwortlich dafür sind Bodenunebenheiten, die beim Überfahren den Rädern auf der Hangseite einen Stoß versetzen und dadurch das seitliche Umkippen auslösen können.

Quer zum Hang im ersten Gang

Nun lässt sich natürlich das Überfahren von Unebenheiten bei einer Geländetour nicht verhindern. Aber die Stärke des Impulses kann verringert werden: Je niedriger das Tempo, desto schwächer der vertikale Stoß. Deshalb ist Kriechgeschwindigkeit das einzig angemessene Tempo bei kniffligen Querpassagen. Hier gilt immer die Grundregel: Quer zum Hang nur im ersten Gang der Untersetzung fahren. Darüber hinaus hat auch die Bodenbeschaffenheit Einfluss auf den Kippwinkel des Geländewagens.

Auf lockeren (Schotter, Sand etc.) und glatten (Schlamm, feuchte Wiese etc.) Böden kommt das Fahrzeug leicht seitlich ins Rutschen – und kippt dann genau in dem Moment um, in dem die Räder wieder Seitenführung aufbauen, indem sie beispielsweise an einem Stein oder einer Wurzel hängen bleiben. Doch auch dieses seitliche Abrutschen kann man verhindern.

Man muss nur dafür sorgen, dass die Reifen seitlichen Halt in Querpassagen finden: entweder indem man eine Spur für die hangseitigen Räder schaufelt oder einen bereits ausgefahrenen Pfad sucht und in diesem fährt. Auch die Beladung des Fahrzeuges beeinflusst den Kippwinkel. So verlagert beispielsweise ein voller Dachträger den Schwerpunkt des Geländewagens nach oben, wodurch die ganze Fuhre früher kippt. Also müssen alle schweren Gepäckstücke möglichst weit unten im Fahrzeug verstaut werden. In der vierten Lektion: Wasserdurchfahrten

Nächste Folge: Wasserdurchfahrten – ab 16. Mai in AUTO BILD alles allrad.

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