Auspuff Qualm Abgas

Gerichtsurteil

— 07.07.2008

Geld zurück bei verstopftem Rußfilter

Das OLG Stuttgart hat einem Neuwagenfahrer Recht gegeben, dessen Diesel-Pkw durch dauerhaften Kurzstreckenbetrieb unter einem verstopftem Rußfilter litt. Der Fahrer hatte wegen ständiger technischer Probleme den Kaufpreis zurück verlangt.

Recht so: Ein Neuwagenfahrer, dessen Dieselfahrzeug wegen eines verstopften Rußfilters stetig Probleme machte, forderte nach 14 erfolglosen Werkstattbesuchen sein Geld zurück. Die Sache ging vor Gericht – der Kunde bekam den Kaufpreis erstattet. Die Begründung des Urteils: Störungen durch einen verstopften Partikelfilter bedeuteten einen klaren Mangel am Fahrzeug. So entschied das Oberlandesgericht Stuttgart in einem vom ADAC veröffentlichten Fall. Die Probleme waren dadurch entstanden, dass der Fahrer sein Auto ausschließlich auf Kurzstrecken fuhr. Dadurch wird im Filter nicht die für das Freibrennen erforderliche Temperatur erreicht – die Folge: der Filter setzt sich nach und nach mit unverbranntem Ruß zu. Hersteller kennen dieses Problem und empfehlen daher von Zeit zu Zeit eine so genannte "Regenerationsfahrt" bei flottem Tempo auf der Autobahn.

Weil der betroffene Autofahrer diesen Rat aber nicht befolgt hatte, lehnte der Verkäufer eine Haftung ab. Das OLG war jedoch der Ansicht, Dieselfahrzeuge seien sehr wohl für den Kurzstreckenbetrieb geeignet. Deswegen könne man als durchschnittlich informierter Kunde auch grundsätzlich davon ausgehen, dass ein neuer Diesel-Pkw ohne weitere Probleme auf Kurzstrecken gefahren werden kann. Ist das nicht der Fall, muss der Käufer vom Händler vor Vertragsabschluss ausdrücklich über eventuell auftauchende Probleme bei reinem Kurzstreckenbetrieb informiert werden.

Autor: Jan Kretzmann

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