Grand Theft Auto 4

Grand Theft Auto 4 Grand Theft Auto 4

Grand Theft Auto 4

— 30.04.2008

Autodiebe gesucht!

In "Grand Theft Auto 4" kämpft sich ein Gangster durch das dunkle Milieu von New York. Autos spielen auch eine Rolle: Der Spieler darf sie virtuell klauen und fahren – ganz ohne reale Konsequenzen.

Das Leben kann so ungerecht sein. Beim Ampelstopp schauen Sie neidisch auf den Nebenmann im schnittigen Sportwagen und denken: "Verdammt, den möchte ich auch mal fahren." In der realen Welt werden Sie wahrscheinlich vom Konkurrenten mit quietschenden Reifen abgefertigt – hier zählen halt noch physikalische Naturgesetze und moralischer Anstand. Ganz anders im Spiel "Grand Theft Auto": Sie steigen seelenruhig aus Ihrer schäbigen Karre, zerren den Widersacher aus seiner PS-Schleuder und brausen davon. Nicht, dass Sie wie in schlechten Filmen ein Gesetzeshüter wären, der sich das Auto mal eben ausborgen muss. Nein, Sie sind auch noch ein übler Gangster!

Genau deshalb ist das Rollenspiel "Grand Theft Auto" (GTA) wohl so beliebt: Tagsüber im feinen Zwirn im Büro, abends aus dem Mercedes SL in der frei befahrbaren Welt von Liberty City (New York) mit einer Uzi andere Gangster ausschalten. Dabei schlängelt sich der rote Faden der Geschichte um den Protagonisten Nico Bellic, der eigentlich nach New York eingewandert ist, um seinem Vetter im Taxiunternehmen zu helfen. Unfreiwillig taucht der Immigrant immer weiter ins dunkle Milieu ein, und mit jedem erfüllten Auftrag erklimmt er eine weitere Sprosse der Gangster-Hierarchie. Die Palette der kriminellen Energie variiert zwischen einfachen Botendiensten bis hin zum Auftragsmord. Dabei spielt das Auto stets eine wichtige Nebenrolle.

Raus aus dem engen Spielkorsett

Der Name ist Programm: In Liberty City kann man sich ohne Einschränkungen frei bewegen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen verläuft "Grand Theft" nicht linear. Man kann sich auch einen ganzen Abend damit beschäftigen, alle Cabrios zusammenzuklauen, eine Partie Billard oder Bowling zu spielen, einen Polizeiwagen zu mopsen und auf Gangsterjagd zu gehen, die Varieté-Shows zu besuchen, als Taxi-Fahrer oder Drogenkurier zu arbeiten oder einfach nur durch die Gegend zu cruisen und den unzähligen Radiosendern zu lauschen. Dieses Spiel bietet zusammen mit dem Multiplayer-Modus Spielspaß für weitaus mehr als 100 Stunden, ohne dass die Motivationskurve auch nur annähernd sinkt. Allein die Stadt sprengt alle bisherigen Grenzen: Detailreich und allumfassend wird ein fast realistisches New York simuliert, das sich mit den eher düster wirkenden Farbtönen dem Milieu des Spiels angleicht. In diesem riesigen Spielareal kann man praktisch an jeder Ecke seine nächste Beschäftigung suchen oder Aufträge erledigen. Das Waffenarsenal umfasst zunächst noch Baseballkeule und Messer, später geht's schärfer zur Sache. Wegen der teilweise heftigen Gewaltszenen muss das Spiel – zumindest auf dem deutschen Markt – auf eine Jugendfreigabe verzichten. Dass es polarisiert, ist gewollt. Ob es vielleicht auch gewaltverherrlichend ist, muss man ausdiskutieren.

Hobby: Freizeit-Gangster

Ganz folgenlos sind sinnfreie Gewalteinlagen allerdings auch in Grand Theft Auto 4 nicht. Wenn man mittags um zwölf mit einer MG auf dem Time Square steht und in die Luft ballert, wird man sofort von den Cops verfolgt. Und hier liegt auch der Reiz des Spiels: Schaffe ich es, mit meinem Gallardo im engen Stadtverkehr die "Bullen" abzuhängen? Dabei interagieren die Polizeiwagen, sie koordinieren sich, kesseln den Übeltäter ein oder bauen Straßensperren, um den Täter in Handschellen zu legen. Und da man in "GTA 4" nicht abspeichern kann, sollte man sich jede Tat genauestens überlegen, bevor teures Kautionsgeld investiert werden muss, das man sich mühsam durch die Aufträge zusammengeklaubt hat.

Neue Physik-Engine: Alle Fahrzeuge lassen sich jetzt noch realistischer steuern.

Was jeden Autofanatiker freuen dürfte: Der Entwickler Rockstar Games hat noch mal Hand an die Physik-Engine gelegt. Jegliche Fahrzeuge lassen sich noch realistischer steuern, wobei sich GTA standardgemäß nicht aufs Autofahren beschränkt. Fahrräder, Motorräder, Boote, Lkw, Hubschrauber – nahezu jeder Untersatz lässt sich hier lenken. Und wenn man sich im Eifer des Gefechts durch ein paar Autos durchquetscht, dann verformt sich das Blech exakt so, wie man es erwartet. Die cineastische Umsetzung der Geschichte wirkt dagegen alles andere als verbeult. In englischem O-Ton (deutsche Untertitel) steigt man sofort in seine eigene interaktive Soap à la "Sopranos" ein. Die Charaktere entstammen absolut der Leinwand, was nicht zuletzt an den grafischen Möglichkeiten der Next-Gen-Konsolen liegt (Xbox 360, PS3).

Fazit: "GTA 4" wird das Spiel des Jahres 2008. Noch nie gab es ein derartig gutes Preis-Leistungsverhältnis – deshalb kann man getrost zehn von möglichen zehn Punkten vergeben. Das Spiel ist seit dem 29. April 2008 für 65 Euro im Handel erhältlich. Noch mehr Infos und Screenshots gibt's hier in der Bildergalerie und bei COMPUTER BILD SPIELE.

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