Gumpert Apollo-Crash: PS-Limit für junge Autofahrer?

Gumpert Apollo-Unfall

— 28.04.2011

PS-Limit für Anfänger?

Nach dem Unfall eines 20-Jährigen mit einem 650 PS starken Gumpert Apollo in Schleswig-Holstein fordert ein Europaabgeordneter Konsequenzen. Autos mit mehr als 150 PS sollen nur auf Fahrer ab 21 Jahren zugelassen werden dürfen.

Der 20-jährige Fahrer war der Übermacht von 650 Pferdestärken nicht gewachsen. Der junge Mann und seine 19-jährige Begleiterin flogen zwischen Brokdorf und Wilster (Schleswig-Holstein) aus einer Linkskurve. Bilanz: Beide Insassen wurden wie durch ein Wunder nur leicht verletzt, Totalschaden (300.000 Euro). Ursache: zu hohes Tempo. Wenig Fahrpraxis, viel PS – verträgt sich das? Ein klares Nein aus Straßburg: Dieter-Lebrecht Koch (CDU) fordert, dass Autos ab 150 PS nur auf Fahrer zugelassen werden dürfen, die mindestens 21 Jahre alt sind. "Wir müssen junge Menschen vor sich selbst schützen. Es kann nicht sein, dass junge Leute unter 21 Jahren mit 650 PS in den Tod rasen. Wenn wir nichts dagegen tun, machen wir uns mitschuldig. Geschwindigkeit und schnelle Autos brauchen erfahrene, verantwortungsvolle Fahrer", so der Verkehrsausschuss-Vize im Europaparlament.

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Dieter-Lebrecht Koch (CDU): "Wir müssen junge Menschen vor sich selbst schützen."

Junge Verkehrsteilnehmer sind immer noch überdurchschnittlich oft an Verkehrsunfällen beteiligt. Jeder fünfte Verletzte und Tote im Straßenverkehr ist zwischen 18 und 24 Jahren alt. Hauptunfallursache: überhöhte Geschwindigkeit. Deshalb beugen Autovermietungen vor: Bei stark motorisierten Fahrzeugen sind ein bestimmtes Mindestalter und je nach Fahrzeugkategorie zusätzlich zwei bis drei Jahre Führerscheinbesitz Bedingung. Eine gesetzliche PS-Grenze für Fahranfänger findet der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fragwürdig: "Natürlich ist es gefährlich, wenn junge Leute mit schnellen Geschossen unterwegs sind. Bei nicht angepasster Geschwindigkeit können jedoch auch mit schwach motorisierten Autos schwere Unfälle passieren", so Sprecher Gerd Lottsiepen. Angesichts der Einführung des Führerscheins ab 17 halte er eine Umsetzung sowieso für schwierig: "Das Fahren in Begleitung der Eltern wäre dann nur noch mit schwachen Autos möglich. Hier müsste es eine Sonderregelung geben."

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Daimler-Chef Dieter Zetsche will zunächst abwarten: "Die Leistung unserer Fahrzeuge soll nicht sinnlos eingesetzt werden. Inwieweit gesetzliche Eingriffe zur Erhöhung der Sicherheit des Straßenverkehrs nötig sind, kann man nicht sagen. Wir müssen sehen, ob solche Vorschläge umgesetzt werden. Erst dann könnten wir uns näher äußern." Einen Alternativvorschlag hat Kirsten Lühmann, SPD-Bundestagsabgeordnete und Verkehrssicherheitsexpertin: Sie ist für eine Geschwindigkeitsbegrenzung in den ersten zwei Jahren, gekoppelt mit einer Kennzeichnung von Anfängerfahrzeugen wie etwa in Frankreich. Hier gelten außerorts höchstens 80 km/h und auf Autobahnen maximal 110. Vielleicht würde das helfen, das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung zu schaffen: Die Zahl der Verkehrstoten soll bis 2020 um 40 Prozent sinken.

Autor: Nadine Effert

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