Hamburg Harley Days 2005

Hamburg Harley Days 2005 Hamburg Harley Days 2005

Hamburg Harley Days 2005

— 21.07.2005

Schwermetall an der Elbe

Auf sie mit Motorgebrüll: Eine Stadt wird regiert von Zweirädern. Wie jeden Juli, wenn die europäische Harley-Davidson-Gemeinde in Hamburg einfällt.

Erdbebenartiges Wummern und Brummen

Einmal im Jahr regieren für ein Wochendene lang zwei Farben die Hauptstraßen der Hamburger Innenstadt: orange und schwarz. Dann feiern die weltweit bekannte Kultmarke und ihre treue Fan–Familie ein großes Fest: die Hamburg Harley Days. Und wem die Farben nicht aufgefallen sein sollten – zu überhören waren die hubraumstarken Zweizylinder aus Milwaukee ganz bestimmt nicht. Ganz Hamburg erzitterte unter erdbebenähnlichem Wummern und Grollen.

Der Grundstein für dieses einzigartige Spektakel wurde 2003 gelegt, als Harley-Davidson seinen 100. Geburtstag in der Hansestadt feierte und die Reeperbahn zum Laufsteg für Chrom, Stahl und viel nackte Haut machte. Danach war klar: Das muß es jährlich geben. Deswegen wurde den geschätzt 50.000 Bikern auch dieses Jahr wieder ein riesiges Programm geboten: Insgesamt vier Festivalstationen lockten rund um die Innenstadt mit Buden, Teilemärkten und Wettbewerben. So hatten die Biker immer einen Grund, ihre geliebten Stahlrößer durch die Häuserschluchten zu reiten – mit ordentlich Motorgebrüll versteht sich.

Böse Zahnärzte und harte Rocker

Klar, daß die Motorradgesellschaft ausgerechnet Hamburg so sehr liebt: Mit seinem Hafen, der hanseatisch feinen Innenstadt und vor allem dem verruchten Kiez, bietet Hamburg jenen einzigartigen Mix, der Harleyfahrer-Herzen höher schlagen läßt. Und so fährt hier jeden Juli friedlich zusammen, was sonst nicht zusammen gehört: Tätowierte Rocker feiern mit ledergewandeten Zahnärzten und Muskelberge in knallengen Jeans schwofen mit nietenbesetzten Blondinen auch jenseits der 50 – drei Tage lang spielen alle böse Jungs und harte Kerle.

Erstmals übrigens lockerte sich die eiserne Harley-Markentreue ein wenig: Auch manch vierrädriges Gefährt, wagte sich in den wilden Haufen – und wurde durchaus toleriert. Neben rassig gepimpten Youngtimern flankierten auch US-Cars und Dragster die Treffpunkte. Und dank der Elbcoast Psycles, die nicht nur MTV, sondern auch die Szene der muskelbetriebenen Bikes aufmischen, gehören nun auch Fahrräder zur großen Cruisergemeinde. Wenngleich es etwas schwerer ist, den standesgemäßen Burnout mit blanker Oberschenkelkraft in den Asphalt zu brennen.

Auch wenn die Harley-Fans sicher noch Wochen hätten so weiterfeiern können, eine Fraktion wird aufgeatmet haben, als die Hamburg Harley Days am Sonntag abend in einer 30.000 Motoräder starken Prozession durch die Innenstadt geendet haben – die Anwohner. Denn die hatten nicht nur die Ohren, sondern auch die Straßen wieder frei.

Autor: Ralf Becker

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