Herstellergarantie

Herstellergarantie

— 22.11.2002

Ölwechsel ohne Reue

Wer in der Garantiezeit eines Neuwagens den Ölwechsel nicht beim Markenhändler machen lässt, verliert nicht den Anspruch auf Werksgarantie – so eine Klarstellung der EU.

Ursprünglich war der freie Kfz-Teilehandel (in Deutschland der Gesamtverband Autoteile-Handel/GVA) mit seiner Forderung gescheitert, eine so genannte Schwarze Klausel zu den Garantiebedingungen der Fahrzeughersteller in die Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO) einzubringen. Doch auf Nachfrage hat die EU-Kommission die GVO mittlerweile in den Ausführungsbestimmungen präzisiert und dahingehend ausgelegt, dass Neuwagen-Garantien nicht durch Reparaturen oder Wartungen freier Werkstätten automatisch außer Kraft gesetzt werden dürfen.

Die Forderung nach einer Schwarzen Klausel zu den Garantiebedingungen bezog sich auf den typischen Missstand, der den Verbraucher an seine Vertragswerkstatt binden soll: Autohersteller geben in der Regel nur dann Garantie, wenn alle Reparaturen und Wartungen ausschließlich durch Markenwerkstätten durchgeführt werden. Da die Garantie aber eine freiwillige Leistung ist, auf die es keinen Anspruch gibt, definiert der Hersteller, wann und ob er Garantie gewährt. Lässt nun der Käufer eines Neufahrzeugs beispielsweise einen Ölwechsel an der Tankstelle durchführen oder hat den Auspuff in einer freien Werkstatt schweißen lassen, so wird ihm sein Markenfabrikat in der Regel die Garantie verweigern, wenn etwa nach 29 Monaten die Türheber defekt sind oder sich Probleme mit dem Anlasser einstellen. Und das, obwohl die Funktionalität eines Anlassers nichts mit dem Ölwechsel zu tun hat.

Dieser Methode erteilt die EU eine klare Absage. Auf Nachfrage des freien Teilehandels stellte die Kommission fest, dass ein Garantieanspruch nur dann verloren geht, wenn eine freie Werkstatt fehlerhafte Arbeiten durchgeführt hat. Das versteht sich von selbst, in diesem Fall haftet die Werkstatt. Aber: Eine generelle Vorschrift, alle Arbeiten nur beim Markenhändler erledigen zu lassen, ergibt sich daraus nicht. Denn das würde den Kunden in seiner Werkstatt-Wahlfreiheit und freie Werkstätten im Wettbewerb beschränken.

Gleiches gilt für die Verwendung von Ersatzteilen in der Garantiezeit, die nicht vom Autohersteller geliefert werden. Auch dies ist zulässig und darf keinen Einfluss auf die Garantie haben. Denn eine solche Vorschrift würde den Werkstattbetreiber an den Hersteller knebeln.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.