Honda CR-V (1996-2002)

Gebrauchtwagen Honda CR-V I Gebrauchtwagen Honda CR-V I

Honda CR-V (1996-2002)

— 12.04.2002

Japaner in bestem Sinne

Kenner schätzen japanische Autos wegen ihrer Zuverlässigkeit. Der Honda CR-V ist so ein Japaner. Er zeigt einfach keine Schwächen im Alltag.

Karosserie und Motor

Was heute normal ist, war beim Erscheinen des Honda CR-V noch die Ausnahme: Die Kreuzung aus Offroader und 4x4-Kombi. Optisch fast ein Geländewagen, mit außen liegendem Reserverad und hoch aufragender Kombikarosse. Technisch weit vom echten Offroad-Vehikel entfernt. Stattdessen Pkw-Plattform mit quer eingebautem Motor, filigrane Einzelradaufhängung aller vier Räder, Pkw-Motor, weder Untersetzungsgetriebe noch Differenzialsperre.

Was Toyota 1994 mit dem RAV4 vormachte, kopierte Honda zwei Jahre später mit dem CR-V. Mit einem wesentlichen Unterschied: Während der erste RAV4 vielen Interessenten zu kompakt war, baute Honda den CR-V (Compact Recreational Vehicle; kompaktes Freizeitfahrzeug) familienfreundlicher. Er geriet 40 Zentimeter länger als der viertürige Toyota und bietet dadurch wesentlich mehr Platz. Mit 4,52 Meter Außenlänge ist der Honda aber auch aus europäischer Sicht kein übergroßes Auto. Denn der Japaner braucht nicht mehr Parkraum als ein 3er BMW. Dennoch bietet der CR-V Bewegungsfreiheit, auch auf den Rücksitzen, zudem einen variablen Innenraum mit geteilt klappbarer Rücksitzbank.

Kritik üben die im Rahmen unseres Praxistests befragten Leser vor allem an zwei Dingen: dem hohen Verbrauch und der dürftigen Anhängelast. Besonders der von 1997 bis 1999 angebotene Urmotor mit 128 PS kommt nur bei zurückhaltender Fahrweise mit weniger als 10 Liter Superbenzin pro 100 km aus, was 32 Prozent der Fahrer kritisieren. Die per neuem Ansaug- und Auspufftrakt sowie neu programmiertem Motorrechner auf 147 PS erstarkte zweite Version des Zweiliters kommt bei gleicher Fahrweise mit rund einem Liter weniger auf 100 km aus. Diesen Verbrauch empfinden 21 Prozent der Leser als zu hoch.

Technik und Komfort

Ein Schwachpunkt des CR-V ist die mehr als dürftige Anhängelast. Beim Schaltgetriebemodell ist es nicht gar so schlimm, denn seine erlaubten 1500 Kilo Anhängelast können durchaus als klassenüblich gelten. Der gern gekauften Automatikversion (Anteil unter den Leserfahrzeugen: 42 Prozent) gesteht Honda aber nur magere 1200 Kilo zu - zu gering für den ernsthaften Einsatz als Schlepper eines Wohnwagens. Folgerichtig wird die Tauglichkeit als Zugfahrzeug von 26 Prozent der Fragenbogeneinsender getadelt.

Auch die unterdurchschnittliche Geländetauglichkeit wird von immerhin 17 Prozent der Leser kritisiert. Die an sich ausreichende Bodenfreiheit von 200 Millimeter ist begrenzt durch die völlig ungeschützte Auspuffanlage. Schon an kleineren Kuppen schrappt man auf dem Boden entlang. Dafür bietet der CR-V auf der Straße erstklassigen Fahrkomfort und unproblematische Fahreigenschaften, die auch die Leser begeistern. Die ältesten CR-V in Deutschland sind inzwischen über fünf Jahre alt und machen ihren Besitzer ausnahmslos Freude. Dazu trägt vor allem bei, dass der Allrad-Honda eine makellose Zuverlässigkeitsbilanz vorweisen kann. Er springt auch bei klirrender Kälte problemlos an und bleibt unterwegs so gut wie nie liegen. Die wenigen Ausnahme haben ihre Ursache fast immer in Störungen der Wegfahrsperre.

Auch von teuren Reparaturen blieben die CR-V-Besitzer bisher weitgehend verschont. Der aus dem Civic-1.6-Motor abgeleitete Zweiliter-Vierzylinder ist für weit über 200.000 Kilometer gut. Der Rekordhalter unter den Lesern brachte es mit seinem 1997er CR-V auf stolze 221.000 km - ganz typisch ohne jeden Defekt an Motor, Getriebe, Allradantrieb oder Elektrik. Auch andere wichtige Aggregate wie Wasserpumpe, Anlasser, Lichtmaschine oder Servopumpe sind von solider Machart und halten lange durch.

Leser-Erfahrungen

Vereinzelt gibt es CR-V mit Problemen an der Ölbad-Lamellenkupplung, die für die Kraftverteilung des Allradantriebs zuständig ist (3,5 Prozent der Einsender). Defekte an diesem Bauteil kündigen sich durch Schleif- und Kratzgeräusche bei Kurvenfahrten mit voll eingeschlagenen Rädern an. Am besten, man sucht sich bei der Probefahrt einen großen, leeren Supermarkt-Parkplatz, dreht hier einige enge Kreise in beide Richtungen und horcht dabei aus dem geöffnetem Seitenfenster in Richtung Wagenheck; dort sitzt unter dem Wagenboden die Lamellenkupplung.

Nur zwölf Prozent der CR-V-Besitzer hatten vorher ein Allradfahrzeug; für 88 Prozent ist der Honda also der erste Allradler. Doch besaßen 28 Prozent der Fragebogeneinsender zuvor einen Honda-Pkw, oft einen Accord. Satte 44 Prozent haben noch einen Zweitwagen. Auch hier ist der Honda-Anteil relativ groß, rund ein Drittel der Zweitkäufer sind der Marke treu, in den allermeisten Fällen mit einem Civic. Mit den Honda-Werkstätten ist die große Mehrheit der CR-V-Besitzer zufrieden. 90,4 Prozent stellen ihnen ein gutes Zeugnis aus. Der Preis für eine große Inspektion liegt nach Leserangaben bei durchschnittlich 300 Euro.

Die Zufriedenheit der CR-V-Fahrer drückt sich auch in der Wiederkaufquote aus. Stolze 91 Prozent würden wieder einen CR-V nehmen. Die verbleibenden neun Prozent gehen der Marke Honda allerdings verloren. Die allermeisten von ihnen bedauern ausdrücklich, dass es keine Dieselversion des CR-V gibt, und wollen deshalb zu einer anderen Marke wechseln. Häufig wird dabei der neue Nissan X-Trail genannt, aber auch der Erzrivale Toyota RAV4, der im Gegensatz zum Honda seit letztem Jahr auch in der Dieselversion erhältlich ist. CR-V-Besitzer, die die mäßige Geländetauglichkeit ihres Autos kritisieren, ziehen als nächsten Wagen oft den Mitsubishi Pajero Pinin oder den Suzuki Grand Vitara in die engere Wahl. Wer ein größeres Fahrzeug will oder mehr Anhängelast braucht, denkt meist an einen Mercedes ML. In dieser Klasse kann Honda in Europa noch nichts Vergleichbares bieten.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1996 Modelleinführung des Honda CR-V in Japan und USA mit 2,0- Liter-Vierzylinder-Benziner (128 PS) und Automatik (Länge: 4,52 m) 1997 Einführung des CR-V mit Automatik in Europa (Frühjahr); im Herbst wird die Ausführung mit Schaltgetriebe nachgeschoben 1999 Leichtes Facelift mit neuen Stoßfängern, neuen Vordersitzen und überarbeitetem Zweiliter-Motor mit nun 147 PS und verringertem Verbrauch (9,7 l/100 km statt 10,0 l/100 km Superbenzin) 2002 Ablösung durch den CR-V II

Schwachstellen • Die innen belüfteten vorderen Bremsscheiben halten beim relativ leichten CR-V je nach Fahrweise zwischen 60.000 und 100.000 km • Vor Rost ist der CR-V Honda-typisch gut geschützt. Korrosion am Blech lässt sich nur sehr selten beobachten. Der Auspuff hält rund fünf Jahre • Der hydraulisch-mechanisch geregelte Allradantrieb macht in seltenen Fällen durch Geräusche bei enger Kurvenfahrt auf sich aufmerksam. Solche Exemplare sollte man wegen des Reparaturrisikos meiden • Lästige Undichtigkeiten kommen beim Honda so gut wie nie vor. Weder tropft Öl aus den Aggregaten, noch dringt Regenwasser in den Innenraum • Die Zuverlässigkeit des CR-V ist geradezu vorbildlich; der Honda ist ein Japaner im besten Sinne. Auf freier Strecke blieben unter drei Prozent der Leser liegen, Startprobleme hatten sogar weniger als zwei Prozent. In fast allen Fällen lag es an Unregelmäßigkeiten bei der Wegfahrsperre, die die Zündung sabotierte.

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines Honda CR-V 2.0 mit Schaltgetriebe, Baujahr 1999. Motor und Getriebe gibt es leider nicht als preisgünstige Austauschteile, aber die beiden Aggregate halten problemlos.

Fazit und Technik

Fazit Der CR-V der gerade abgelösten ersten Generation ist ein typischer Honda: absolut zuverlässig und unproblematisch, dazu gut vor Korrosion geschützt. Besonders sparsam ist er allerdings nicht, vor allem nicht mit dem älteren 128-PS-Motor. Ein empfehlenswerter Kauf für jeden, der weder Wert auf einen Dieselmotor noch auf gute Geländetauglichkeit legt.

Technik Allradantrieb: Vorderradantrieb direkt, Hinterradantrieb automatisch zuschaltend über hydraulisch-mechanische Ölbad-Lamellenkupplung; keine Geländeuntersetzung; keine Achssperren oder Schlupfregelungen; Aufbau: selbsttragende Karosserie; Einzelradaufhängungen rundum; Verbrauch: 128 PS: 11 l/100 km; 147 PS: 10 l/100 km; Tankinhalt 58 l; Höchstgeschwindigkeit: 128 PS: 170 km/h; 147 PS: 176 km/h

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.