Imhof Performance Speedster Turbo

Imhof Performance Speedster Turbo Imhof Performance Speedster Turbo

Imhof Performance Speedster Turbo

— 20.12.2005

Schneller Abschied

Good bye, Speedster: Die Zeit für den Opel-Sportwagen ist abgelaufen. Schade, denn mit Tuners Hilfe schwingt sich das Auto jetzt zu Höchstleistungen auf: Der Imhof Performance Speedster Turbo punktet auf der Rennstrecke in Oschersleben gewaltig.

In 4,9 Sekunden von null auf hundert

Viele Leute zucken höchstens mit den Achseln, wenn sie hören, daß die letzten Opel Speedster bereits im Juli 2005 vom Band gepurzelt sind. Nach vertraglich festgelegten 7000 Stück ist die Ära "Lotus mit Blitz am Revers" vorbei. So richtig hat die Elise im Opel-Gewand nicht zur Familienmarke aus Rüsselsheim gepaßt. Die Verkäufe waren zäh, der erhoffte Image-Gewinn nur mager.

Dabei steckt besonders in der Turbo-Version erstaunliches Potential – wenn man es auszuschöpfen weiß. Ein Team, dem das gut gelungen ist, heißt Imhof Performance. Um es vorwegzunehmen: Der Imhof Performance Speedster Turbo hat sich auf Anhieb mit einer Rundenzeit von 1:42,88 Minuten in unserer Oschersleben-Bestenliste auf Rang drei katapultiert.

Power-Drehmoment: 440 statt 250 Nm

Zwei grundlegende Dinge benötigte der 940 Kilo leichte Sportwagen dazu: mehr Leistung und ein sehr gutes Fahrwerk. Auf die ab Werk aufgebotenen 200 PS haben das Imhof-Team und die Spezialisten der Gießener Firma Regelin einen größeren Ladeluftkühler samt zusätzlicher Lufthutze, einen Sportluftfilter mit Alu-Ansaugrohr und ein angepaßtes Steuergerät gepackt. Das bringt zusätzliche 52 PS. Noch eindrucksvoller ist die Steigerung des maximalen Drehmoments: in der Serie 250 Newtonmeter bei 1950/min, jetzt 440 Nm bei 3050/min.

Soviel Kraft verlangt auch nach einer anderen Kupplung: Der Test-Imhof-Speedster besitzt eine beim Anfahren etwas ruppige Sintermetallkupplung. Wem das nicht gefällt, der muß sich mit der normalen Kupplung bescheiden. Das serienmäßige Opel-Fahrwerk haben Firmenchef Stefan Imhof und seine Mannen gegen ein Öhlins-Gewindefahrwerk mit Aluminium-Dämpferkörper und externen Ausgleichsbehältern getauscht. Zug- und Druckstufen sind getrennt einstellbar. Teflonbuchsen vom Fahrwerk-Mitentwickler Zupin sorgen an den oberen Dreiecklenkern für einen größeren Einstellbereich des Nachlaufs und machen die Lenker leichtgängig und nahezu spielfrei.

Die Räder sind größer geworden: 205/40 R17 vorn und 235/40 R17 hinten statt 175/55 R17 vorn und 225/45 R17 hinten, alles auf ATSDTC-Rädern. Damit sinken die ungefederten Massen um zehn Kilo. Bei den Bremsen hat der Tuner durch den Wechsel der Bremsbeläge (jetzt Ferodo) ein besseres Ansprechverhalten erreicht, dazu die serienmäßigen Bremsscheiben gegen gelochte Exemplare ausgetauscht. Außen besitzt der Speedster zusätzlich zum Serientrimm nur einen Frontsplitter, der den Anpreßdruck vorn leicht erhöht.

Kurven sind das Salz in der Speedster-Suppe

Das alles zusammen macht auf der kurvigen Strecke der Motorsport Arena Oschersleben viel Sinn. Der Motor dreht wunderbar und fast ohne Verzögerung hoch, die Lenkung reagiert humorlos und sofort auf jeden kleinen Richtungsänderungswunsch. Das Öhlins-Fahrwerk hält den leichten Wagen perfekt auf der Fahrbahn, und um in den Grenzbereich zu gelangen, muß man schon mutwillig und bösartig in die Kurven stechen. Das Ganze auch noch mit angenehmem Restkomfort. Übrigens: In der harten Rennabstimmung (leicht bei kurzem Zwischenstopp einzustellen dank gut erreichbarer Drehgriffe am Fahrwerk) absolvierte das Auto den Kurs in Oschersleben langsamer. Trotz ausgezeichneter Meßwerte (warm aus 100 km/h nur 35,6 Meter) wäre eine einfacher zu dosierende Bremsanlage wünschenswert.

Auf der Autobahn litt der auf der Rennstrecke erfahrene Wohlfühlfaktor. Wir reisten allerdings in der Rundstrecken-Abstimmung, und die ist kaum für normale Straßen geeignet. Die knochenharte Fahrwerkabstimmung ließ den flachen Wagen fast über Querrillen hüpfen, der Geradeauslauf war ausgesprochen nervös. Der Lärmpegel ist durch Motorsound und Windgeräusche hoch, die kleine Musikanlage kann da auf Dauer nicht gegen anquäken. Das beim Testwagen festverschraubte Hardtop konnte nicht wirklich fixiert werden: Es klapperte unentwegt. Ein Manko, mit dem viele Speedster-Fahrer leben müssen.

Wer nicht unbedingt auf der Autobahn mit möglichen 270 km/h fahren und auch nicht dringend auf die Rennstrecke will, kann sich seinen Speedster für die Landstraße abstimmen lassen. Jeder Start ist bei 4,9 Sekunden von null auf 100 km/h ein Genuß, jede Kurve das Salz in der Speedster-Suppe. Imhof Performance rechnet damit, daß viele Speedster-Fahrer, die ein bislang unangetastetes Exemplar besitzen, ihren Wagen aufrüsten werden. Deshalb tüfteln sie weiter an Aerodynamik und Fahrwerk, weniger an zusätzlicher Motorleistung. Für Speedster-Fahrer mit 2.2-Saugmotor gibt's einen Kompressorumbau im Lager.

Technische Daten und Preise im Überblick

Der schnelle Spaß hat einen durchaus erträglichen Preis. Zwar kostet ein Opel Speedster Turbo laut Liste 36.865 Euro, die letzten Neuwagen sollen laut Imhof jedoch für weniger als 30.000 Euro über den Ladentisch gehen. Vorführwagen sollen sogar schon ab 25.000 Euro zu haben sein. Das Imhof-Performance-Paket, mit dem der Testwagen ausgerüstet wurde, kostet inklusive Montage 11.000 Euro. Bei aller Kritik und allen Unzulänglichkeiten: Wir werden dieses wundersame Auto mit dem Opel-Blitz auf der Nase vermissen – mit oder ohne Tuning.

Kontakt Imhof Performance, Tel. 06021/ 48 06 48, www.lotusspecials.de.

Autor: Roland Löwisch

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