Importeur Kroymans gibt auf

Importeur Kroymans gibt auf

— 06.09.2007

SsangYong auf der Kippe

Die südkoreanische Automarke SsangYong steht in Deutschland möglicherweise vor dem Aus. Der Importeur will die Marke vom deutschen Markt zurückziehen.

Die Zukunft von SsangYong in Deutschland steht in den Sternen. "Wie Kroymans Corporation in Hilversum bekannt machte, hat das Unternehmen beschlossen, seine deutschen Importaktivitäten unter dem Namen SsangYong Motor Deutschland GmbH vom deutschen Markt unter Berücksichtigung und Einhaltung der dafür vorgesehenen Fristen zurückzunehmen", heißt es in einer Pressemeldung des niederländischen Importeurs. Das würde bedeuten: Nach Auslaufen der Verträge in zwei Jahren muss sich ein neuer Importeur für die Marke finden, sonst wird es die Geländewagen aus Korea bei uns nicht länger geben. Unsicherheit herrscht auch unter den Haltern. Wenn die Händler verschwinden, sieht es schlecht aus mit dem Service und der Ersatzteilversorgung. In der Regel laufen jedoch die Kontrakte für die Serviceversorgung längerfristiger als die Händlerverträge. Milco de Vries, Vorstandsmitglied bei Kroymans, geht jedoch davon aus, dass sich ein neuer Importeur für die Marke findet und auch der Service gewährleistet bleibt. Konkrete Verhandlungen laufen jedoch noch nicht.

Probleme auf dem deutschen Markt

Bei der SsangYong Motor Deutschland GmbH wollte sich niemand zu der Entscheidung äußern. Das mögliche Aus kommt umso überraschender, weil SsangYong erst kürzlich auf einer Präsentation den neuen Kyron vorgestellt und für die IAA 2007 zusätzlich eine Limousinen-Studie mit Namen Wz Cobcept angekündigt hat. In Belgien und den Niederlanden wird der Vertrieb der Marke laut Kroymans weitergehen, dort verkauft SsangYong mehr Autos als auf dem sechs Mal größeren deutschen Markt.

Was wollen die Chinesen?

In Deutschland hat SsangYong derzeit vier Modelle in Programm: Rexton, Kyron, Actyon und Rodius. Ob wir die in Zukunft noch hierzulande kaufen können, ist fraglich. Kroymans begründete den Ausstieg mit der spezifischen deutschen Marktlage und dass die Produkte und deren Preisgestaltung den Anforderungen derzeit nicht entsprechen. Zuletzt ging Kroymans Deutschland davon aus, in diesem Jahr maximal 1500 Fahrzeuge verkaufen zu können. Es wäre also gut möglich, dass schon bald einige Exoten weniger auf unseren Straßen rollen. Zumindest unter dem Namen SsangYong. Denn hinter dem Unternehmen steht der chinesische SAIC-Konzern (Shanghai Automotive Industry Corp.), der unter anderem die Rechte am Rover 25 und 75 besitzt und mehrfach angekündigt hat, auch den europäischen Markt erobern zu wollen. Laut de Vries hat es in China schon Pläne gegeben, die Marke SsangYong aufzulösen und in eine andere Tochter zu integrieren. Dann würden die koreanischen Fahrzeuge nur noch als Design- und Techniklieferanten dienen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.