Mazda-Partneraktion: Japan erfahren

— 20.02.2012

So kämpft Tokio gegen den Stau

Als Tokio der totale Verkehrsinfarkt drohte, reagierte die Megacity. Heute lässt das weltweit modernste Leitsystem die Autos wieder rollen. AUTO BILD-Leser Daniel Przygoda probierte es aus.

Wer nach Tokio reist, besucht den kaiserlichen Palast, den Meiji-Schrein oder den Asakusa-Tempel. Aber doch bitte nicht die Verkehrsleitzentrale. Daniel Przygoda tickt da anders, besser gesagt: Den Autonarren aus Dortmund interessiert, wie Tokio tickt. Wie schafft es diese Megacity, in Bewegung zu bleiben? Gute Frage, angesichts der Massen, die sich in die Stadt ergießen. Über 30 Millionen Menschen leben im Ballungsraum Tokio, ein Viertel aller Japaner. Mehr als eine Million staute sich täglich über die Stadtautobahn ins Zentrum. Diese Blechlawine hätte über kurz oder lang zum totalen Verkehrsinfarkt geführt. Doch kurz vor dem Kollaps zog die Präfektur Tokio die Reißleine. Die Verantwortlichen wussten, Platz für neue Straßen gibt es nicht, und noch höher stapeln lassen sich die Stelzen-Autobahnen auch nicht.

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AUTO BILD-Leser Daniel Przygoda probierte das komplexe Verkehrtsleitsystem in Tokio aus.

Also investierten sie sieben Milliarden Euro in die Logistik, in ein gänzlich neues Verkehrsleitsystem. Es heißt ITS (Intelligent Transport System) und gilt derzeit als modernstes seiner Art. ITS vernetzt konsequent alle Systeme der Mobilitätssteuerung, die es bislang schon gab, mit neuen Möglichkeiten der Navigationstechnik und digitaler Datenübertragung. Über 800 Kameras und 1600 sogenannte ITS-Spots lassen kaum einen Winkel der 300 Kilometer Stadtautobahn unbeobachtet. Für deutsche Datenschutzbeauftragte wäre ITS ein Graus. Denn alle Bewegungen der Autofahrer werden ständig erfasst. Die Idee ist, in Echtzeit Informationen in die Fahrzeuge zu beamen. Individuell aufbereitet für jeden Fahrer. Er wird vor Unfällen gewarnt, vor Gefahrenschwerpunkten, verlorener Ladung, ja sogar vor Erdbeben.

Japan erfahren - Teil 1: Nation zwischen Tradition und Moderne

Video: Japan erfahren, Teil 3

Verkehrsleitsystem von Tokio

Droht ein Stau, sendet der Zentralcomputer aus der Leitzentrale minütlich aktualisiert neue Wegempfehlungen. Seit dem Start des Systems im August 2011 sollen sich die Blechlawinen bereits deutlich entzerrt haben, erfahren wir bei einem Besuch im Verkehrsministerium. Bis 2016 wolle man über zehn Millionen Fahrzeuge mit ITS-fähigen Navigationsgeräten (Mehrkosten circa 400 Euro) auf der Straße haben. Mazda-Ingenieure, die uns auf Testfahrten durch Tokio begleiteten, sind sich sicher, dass es sich bald kein Hersteller mehr leisten kann, Modelle ohne diese Technologie anzubieten. Und zwar serienmäßig. Student Daniel Przygoda glaubt fest daran, dass ITS auch in Deutschland Sinn ergeben würde. Tatsächlich wird hier bereits an einem ähnlichen System gearbeitet. Allerdings über Mobilfunk – und ohne gläsernen Autofahrer.

Japan erfahren - Teil 2: Tuning in Tokio

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Autor: Tomas Hirschberger

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