Mercedes B-Klasse (W 245): Gebrauchtwagen-Test
Im Alter nur B-Ware

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Gibt es heute noch Autos, die rosten? Ja. Und sie kommen von einem weltbekannten Premium-Hersteller. Schade, denn sonst ist die B-Klasse gut. Wir zeigen die Schwachstellen des Mercedes und stellen fünf Alternativen vor.
Bild: Thomas Ruddies
Es war einmal eine A-Klasse. Weil die aber vielen Kunden zu klein war, verlängerte Mercedes vorn die Nase und erweiterte den Radstand um 21 Zentimeter – fertig war die B-Klasse. Natürlich nicht, ohne die Preise anzupassen. 21.808 Euro kostete das große B im März 2005, genau 3828 Euro mehr als eine gleich starke A-Klasse. Von der erbte das lange B außer dem Sandwichboden auch die Motoren und damit wesentliche Nachteile: Wegen der gedrängten Einbaulage quer vor den Füßen des Fahrers muss selbst für Bagatellreparaturen wie den Wechsel einer Wasserpumpe der komplette Antrieb gelöst und abgesenkt werden. Das kostet viel teure Arbeitszeit, für Aus- und Einbau eines Zylinderkopfs beim Diesel 18 Stunden. So etwas kommt gar nicht mal so selten vor. Wenn zum Beispiel eine defekte Glühkerze beim Ausbau abreißt oder festgebrannte Injektoren sich nicht lösen lassen. Allerdings muss auch gesagt sein, dass die beiden Diesel ansonsten sehr zuverlässig sind – der 180 CDI mit 109 PS noch mehr als der stärkere 200 CDI (140 PS).
Was beide jedoch überhaupt nicht leiden können: Kurzstrecken. Dann verstopft der serienmäßige Rußfilter im Nu und muss ersetzt werden – 670 Euro. Kunden, die nicht mehr gut zu Fuß sind und ihre B-Klasse daher auch für kleine Distanzen einsetzen müssen, sind also mit einem der Benziner besser beraten. Nur Fahrspaß sollte man von denen nicht erwarten, dazu sind B 150 (95 PS), 170 (115 PS) und 200 (136 PS) zu lustlos abgestimmt. Der flotte B 200 Turbo (193 PS) ist eine sehr seltene Erscheinung, wie auch der ab 2008 angebotene B 170 NGT mit Erdgasantrieb (ab 2009: B 180 NGT). So weit zur Technik der B-Klasse. An ein anderes Thema müssen wir groß rangehen auf diesen Seiten: Rost! Ja, die B-Klasse rostet. Und deshalb ist sie im Alter nur B-Ware. Oben in der Bildergalerie zeigen wir, auf welche Schwächen bei einem gebrauchten B-Klasse-Modell zu achten ist und stellen fünf Alternativen vor.
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