Mercedes ruft in Deutschland 114.000 Pkw und Vans mit dem OM651-Vierzylinder-Dieselmotor zurück. Betroffen seien Autos aus dem Produktionszeitraum Februar bis November 2014, berichtet Daimler; da auch Fahrzeuge mit Austauschmotor zurückgerufen werden, können sogar Exemplare ab Baujahr 2008 dabei sein. Bei einem Teil der Autos könne es aufgrund von Fertigungstoleranzen bei Dichtringen zu Ölaustritt am Kettenspanner des Motors kommen. In der Werkstatt wird der Dichtring am Kettenspanner ausgetauscht, dafür veranschlagt Mercedes zwischen 1,5 und 2,5 Stunden.
AUTO BILD sucht Rückruf-Fälle: Ist Ihr Mercedes von den aktuellen Diesel-Problemen betroffen? Dann schreiben Sie eine E-Mail an kontakt@autobild.de!
Welche Baureihen genau vom Rückruf betroffen sind, konnte Mercedes auf Anfrage von autobild.de nicht sagen. Laut Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) müssen die Baureihen A-, B-, C-, E-, S-, GL-, ML-, CLA-, CLS, GLA-, GLK- und SLK-Klasse in die Werkstatt. Der Motor kommt darüber hinaus in V-Klasse, Viano, Vito und Sprinter zum Einsatz. Das KBA habe laut Daimler alle Halter angeschrieben.
In Internet-Foren haben sich bereits Nutzer gemeldet, die von kapitalen Motorschäden infolge von schnellem und unbemerktem Ölverlust berichten.
Mehr Infos zum aktuellen Diesel-Problem bei Mercedes lesen Sie ab 16. Januar in AUTO BILD 3/2015!

Zum zweiten Mal macht Mercedes’ wichtigster Motor massiven Ärger. Das ist bedauerlich, aber noch kein Skandal. Schlimm hingegen finde ich, dass eine stolze Weltfirma es nötig hat, eine so gravie­rende Sache, die allein in Deutsch­land 114.000 Autos betrifft, lange schamhaft zu ver­schweigen. AUTO BILD entdeckte die Information in einer norwegischen Zeitung ... Nur Offenheit schafft Vertrauen. Hier wünsche ich Mer­cedes – und allen anderen Herstel­lern – mehr Mut.