Mercedes-Dieselmotor OM651: Rückruf

Mercedes-Dieselmotor OM651: Rückruf

— 12.01.2015

Ölverlust am Kettenspanner

Mercedes ruft in Deutschland rund 114.000 Fahrzeuge mehrerer Baureihen mit OM651-Dieselmotor zurück. Am Kettenspanner kann Öl austreten.

Mercedes ruft in Deutschland 114.000 Pkw und Vans mit dem OM651-Vierzylinder-Dieselmotor zurück. Betroffen seien Autos aus dem Produktionszeitraum Februar bis November 2014, berichtet Daimler; da auch Fahrzeuge mit Austauschmotor zurückgerufen werden, können sogar Exemplare ab Baujahr 2008 dabei sein. Bei einem Teil der Autos könne es aufgrund von Fertigungstoleranzen bei Dichtringen zu Ölaustritt am Kettenspanner des Motors kommen. In der Werkstatt wird der Dichtring am Kettenspanner ausgetauscht, dafür veranschlagt Mercedes zwischen 1,5 und 2,5 Stunden.

Mercedes-Dieselmotor OM651: Rückruf

Mercedes-Motor OM651-Vierzylinder-Diesel


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Welche Baureihen genau vom Rückruf betroffen sind, konnte Mercedes auf Anfrage von autobild.de nicht sagen. Laut Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) müssen die Baureihen A-, B-, C-, E-, S-, GL-, ML-, CLA-, CLS, GLA-, GLK- und SLK-Klasse in die Werkstatt. Der Motor kommt darüber hinaus in V-Klasse, Viano, Vito und Sprinter zum Einsatz. Das KBA habe laut Daimler alle Halter angeschrieben.

OM651: Schon früh in den Schlagzeilen
Bereits knapp ein Jahr nach seiner Einführung im Herbst 2008 produzierte der OM 651 negative Schlagzeilen: Injektoren fielen reihenweise aus, über 300.000 Mal mussten Mercedes-Fahrzeuge in die Werkstatt. Kosten für die Reparaturen: eine halbe Milliarde Euro. Ende 2011 mehrten sich erneut Injektorenprobleme, die auch durch den wiederholten Injektorentausch in den Jahren zuvor verursacht wurden. Dazu bereiteten undichte Wasserpumpen und defekte Steuerketten Ärger (AUTO BILD 3/2012).
In Internet-Foren haben sich bereits Nutzer gemeldet, die von kapitalen Motorschäden infolge von schnellem und unbemerktem Ölverlust berichten. Mehr Infos zum aktuellen Diesel-Problem bei Mercedes lesen Sie ab 16. Januar in AUTO BILD 3/2015!

Matthias Moetsch

Matthias Moetsch

Fazit

Zum zweiten Mal macht Mercedes’ wichtigster Motor massiven Ärger. Das ist bedauerlich, aber noch kein Skandal. Schlimm hingegen finde ich, dass eine stolze Weltfirma es nötig hat, eine so gravie­rende Sache, die allein in Deutsch­land 114.000 Autos betrifft, lange schamhaft zu ver­schweigen. AUTO BILD entdeckte die Information in einer norwegischen Zeitung ... Nur Offenheit schafft Vertrauen. Hier wünsche ich Mer­cedes – und allen anderen Herstel­lern – mehr Mut.

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